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Iran Verschoben

 ·  Dass Iran ein militärisches Atomprogramm betreibt, darüber muss nicht spekuliert werden. Genauso wenig wie über die Entschlossenheit Israels, eine existentielle Bedrohung nicht hinzunehmen.

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Im Fall Iran wechseln die Spannungsphasen erstaunlich oft. Mal werden Angriffszenarien durchdekliniert, so, als stünde ein Militärschlag unmittelbar bevor; mal wird der Zeitpunkt, zu dem Iran über eine Break-out-Kapazität verfüge, nach hinten verschoben - und wieder nach vorne. Die Öffentlichkeit hat logischerweise nur vage Kenntnisse; sie wird gefüttert mal so und mal so.

Jetzt hat der israelische Verteidigungsminister Barak wissen lassen, Teheran habe die Nutzung angereicherten Urans für zivile Zwecke angeordnet - und damit Luft aus dem Kessel der Szenarien und Zeitpläne genommen. Es lässt sich nur darüber spekulieren, was der Grund für Irans Verhalten gewesen ist und was Barak veranlasst hat, kurz vor der Wahl in Amerika vorübergehend Entwarnung zu geben. Dass Iran ein militärisches Atomprogramm betreibt, darüber muss nicht spekuliert werden. Genauso wenig wie über die Entschlossenheit Israels, eine existentielle Bedrohung nicht hinzunehmen. Amerikas Entschlossenheit sollte Iran besser auch nicht testen. Das wäre kokett und könnte eine gefährliche Dynamik in Gang setzen.

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Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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