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Iran Teheran lässt Botschaftsmitarbeiterin frei

11.08.2009 ·  Iran hat am Dienstag eine seit Tagen inhaftierte Mitarbeiterin der französischen Botschaft freigelassen. Sie war am vegangenen Donnerstag verhaftet worden. Die ebenfalls inhaftierte Sprachlehrerin Clotilde Reiss ist indes noch nicht wieder in Freiheit.

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Die iranische Justiz hat eine inhaftierte Mitarbeiterin der französischen Botschaft freigelassen. Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe bereits telefonisch mit Nasak Afschar gesprochen, teilte der Elysée-Palast am Dienstag in Paris mit. Nun müssten alle Anklagepunkte gegen die 50 Jahre alte Franko-Iranerin fallengelassen werden, forderte Sarkozy. Die am vergangenen Donnerstag verhaftete Botschaftsmitarbeiterin erschien am Samstag erstmals bei einem Massenverfahren vor Gericht, das international als Schauprozess verurteilt wurde. Dabei hatte sie laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA unter Tränen gestanden, dass sie an Protesten gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl teilgenommen hatte.

Sarkozy dankte der Europäischen Union und weiteren Freunden, wobei er ausdrücklich Syrien erwähnte, für ihre Hilfe bei den Verhandlungen, die zur Freilassung Afshars geführt hätten. Gleichzeitig forderte der Präsident die rasche Freilassung der immer noch im Iran inhaftierten und angeklagten Französin Clotilde Reiss. Im Fall der 24 Jahre alten Frau gab es inzwischen zumindest einen Hoffnungsschimmer. Teheran bietet laut dem iranischen Botschafter in Paris unter bestimmten Bedingungen ihre Freilassung aus dem Gefängnis an. Wenn sie bis zum Ende ihres Prozesses in der französischen Botschaft unter Hausarrest gestellt werde, könnte sie aus der Haft entlassen werden. Das habe das Außenministerium der Regierung in Paris vorgeschlagen, sagte Botschafter Sejeb Mehdi Mirabutalebi. Regierungssprecher Luc Chatel sagte kurz zuvor: „Wir haben die Hoffnung, dass schnell eine Lösung gefunden werden kann.“

Kouchner hofft auf schnelle Entscheidung Teherans

Mirabutalebi sagte weiter, die Regierung habe nicht auf das Angebot reagiert. Das Außenministerium bestellte den Botschafter daraufhin ein und wies dessen Darstellung kategorisch zurück. Die Behörden in Teheran wüssten seit Wochen, dass die französische Botschaft zur Aufnahme von Reiss bereit sein, erklärte Außenminister Bernard Kouchner. Er hoffe auf eine schnelle Entscheidung seitens der Behörden in Teheran. Die 24 Jahre alte Frau war ebenfalls am Samstag vor Gericht erschienen. Frankreich und die EU fordern Reiss' sofortige Freilassung und haben die gegen sie erhobenen Anschuldigungen als völlig unbegründet zurückgewiesen.

Die am 1. Juli bei der Ausreise am Flughafen Teheran festgenommene Reiss hatte an der Universität Isfahan fünf Monate Französisch unterrichtet. Die iranische Justiz wirft ihr unter anderem vor, Berichte über die Demonstrationen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 12. Juni verfasst und Fotos davon per E-Mail verschickt zu haben.

Noch 300 Oppositionelle inhaftiert

Jüngsten Oppositionsangaben zufolge sind bei den Protesten nach der Präsidentenwahl mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen. „Wir haben dem Untersuchungsausschuss des Parlaments am Montag eine Liste mit den Namen von 69 getöteten und 220 festgenommenen Personen überreicht“, sagte Ali Resa Beheschti, ein Berater von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi, am Dienstag der Nachrichtenagentur AP (siehe auch Mussawi: „Zahl der Todesopfer in Iran deutlich höher“). Auf der Liste befänden sich Personen aus dem ganzen Land, deren Namen von den Angehörigen gemeldet worden seien. Noch immer kämen weitere dazu.

Nach offiziellen Regierungsangaben soll es etwa 30 Tote bei den Demonstrationen gegeben haben. Menschenrechtsgruppen vermuten jedoch eine weitaus höhere Opferzahl. Ein Justizsprecher sagte unterdessen, von den 4000 ursprünglich festgenommenen Personen seien nur noch 300 in Haft. Sowohl das Parlament als auch die Justiz haben Ausschüsse gebildet, die die Proteste und die Reaktion der Regierung untersuchen sollen.

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