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Irakische Südfront Briten erklären Basra zum „legitimen Kriegsziel“

25.03.2003 ·  Die Belagerer Basras wollen ihren Druck auf die irakischen Verteidiger verstärken. Bei Kämpfen im Süden des Irak sind nach Angabender amerikanischen Streitkräfte in den vergangenen zwei Tagen mehr als 500 irakische Soldaten ums Leben gekommen.

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Die Belagerer der zweitgrößten irakischen Stadt Basra wollen ihren Druck auf die irakischen Verteidiger verstärken. Die Stadt wurde am Dienstag formell zum militärischen Ziel erklärt, wie britische Offiziere im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte im Golfemirat Qatar mitteilten.

Die britischen Truppen wollen demnach ihre Offensive gegen irakische Milizionäre verstärken, die seit Freitag vergangener Woche mit Guerillataktiken die Einnahme von Basra verhindern.

Widersprüchliche Angaben zur Strategie

„Wir wollen Basra so schnell wie möglich einnehmen“, sagte am Dienstag der Sprecher der britischen Streitkräfte in der Golfregion, Al Lockwood. „Wir treffen hier auf den Widerstand nicht regulärer Truppen, Mitglieder der Fedajin-Miliz, die extrem loyal zur Führung des Regimes Saddam Husseins sind. Sie terrorisieren die Bürger von Basra und wir werden wahrscheinlich vor der Notwendigkeit stehen, in die Stadt hineingehen zu müssen.“

Dem widersprach ein anderer Armeesprecher der Briten: „Wir gehen nicht nach Basra hinein", sagte der Sprecher des Zentralkommandos in Qatar. Dies sei nicht geplant. Basra sei lediglich zu einem militärischen Ziel erklärt worden.

Frauen und Kinder als Lockvögel

In Basra sind die Invasionstruppen derweil abermals auf heftigen Widerstand gestoßen. Nach Angaben britischer Militärs gab es Angriffe irakischer Soldaten, die sich zuvor zum Schein ergaben. Auch hätten die Iraker Frauen und Kinder als Lockvögel eingesetzt, um den alliierten Soldaten Fallen zu stellen.

Auch im Bereich des Flughafens von Basra habe es Gefechte gegeben. Die irakische Armee versuche offenbar, den Flughafen von den Alliierten zurückzuerobern. Zuvor hatte der britische Premierminister Tony Blair vor dem Unterhaus erklärt, der Flughafen sei von Koalitionstruppen „gesichert“ worden.

Zweiter Brite fällt bei Basra

Bei Kämpfen in Subajr bei Basra kam in der Nacht zum Dienstag ein zweiter britischer Soldat im Kampf ums Leben, wie das Verteidigungsministerium in London mitteilte. Dort war zuvor auch schon der erste Brite erschossen worden. Nach einem Bericht der Londoner Zeitung „Daily Telegraph“ hatte er versucht, aufgebrachte Bewohner von Subajr zu beruhigen.

Britische Soldaten haben derweil in den Außenbezirken Basras einen Repräsentanten der Baath-Partei gefangen genommen. Nach Angaben britischer Militärs sollen mit solchen gezielten Aktionen „die politischen und militärischer Führer ausgesondert werden“. Außerdem seien bei Kämpfen um die Stadt herum 20 gepanzerter Fahrzeuge zerstört worden.

„Umm Qasr wieder sicher“

Die südirakische Hafenstadt Umm Qasr ist unterdessen nach Angaben britischer Militärs wieder unter alliierter Kontrolle. Die Stadt sei am Dienstag nach erfolgreichen Einsätzen britischer Marines „als sicher erklärt“ worden, sagte ein Militärsprecher. Die Soldaten hätten irakische Widerstandsnester ausgehoben. Zuvor sei lediglich der Hafen gesichert worden, nicht aber die Stadt selbst, hieß es weiter. Die Alliierten rechneten damit, dass dort innerhalb der kommenden 48 Stunden das erste Schiff mit Hilfslieferungen für die Bevölkerung eintreffen könnte.

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte unterdessen dringliche Maßnahmen, um die kritische Lage der Bevölkerung in Basra zu lindern. So müsse die Strom- und Wasserversorgung für die 1,3 Millionen Einwohner so schnell wie möglich wiederhergestellt werden.

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