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Irak Washington startet Offensive

 ·  Unterstützt von Hubschraubern und Kampfjets haben die amerikanischen Streitkräfte nahe der syrischen Grenze eine Großoffensive gegen Aufständische begonnen, bei der 75 Rebellen getötet worden sein sollen. Auch in Bagdad ließ die Gewalt nicht nach.

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Unterstützt von Hubschraubern und Kampfjets haben die amerikanischen Streitkräfte nahe der syrischen Grenze eine Großoffensive gegen Aufständische begonnen. Die Truppen erklärten am Montag, in den ersten 24 Stunden der Gefechte seien 75 Rebellen getötet worden.

Die Offensive fand den Angaben zufolge in einem Wüstengebiet der Provinz Anbar nördlich des Euphrats statt. Unterdessen wurde ein Japaner von Aufständischen verschleppt.

Mehrere Tage andauernde Operation

In ihrem Visier seien eine Zufluchtsstätte ausländischer Kämpfer und eine Schmuggler-Route, erklärten die Streitkräfte. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die „Chicago Tribune“ berichtete, mehr als 1.000 Soldaten hätten am Sonntag Dörfer in der Umgebung von Obeidi durchsucht, etwa 300 Kilometer westlich von Bagdad. Die Operation werde mehrere Tage dauern.

Ein Reporter der Zeitung, der mit den amerikanischen Truppen unterwegs war, sagte, das Gebiet sei nach Geheimdienstinformation eine Hochburg ausländischer Kämpfer. Die meisten Soldaten hielten sich nach dem Bericht südlich des Euphrats auf, bemühten sich jedoch derzeit, eine Pontonbrücke zu bauen.

Foto des Verschleppten

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, der 44 Jahre alte Akihiko Saito sei im Westen des Landes entführt worden. Zu der Tat bekannte sich die Ansar-al-Sunna-Armee auf ihrer Internetseite. Dort sei ein Foto aus Saitos Paß zu sehen.

Die Ansar-al-Sunna-Armee gilt als Splittergruppe der Ansar al Islam, die Verbindungen zu Al Qaida unterhält. Sie soll für die Ermordung von zwölf Nepalesen im vergangenen Jahr verantwortlich sein.

Patienten als menschliche Schutzschilde?

Ein Selbstmordanschlag mit einer Autobombe riß in Bagdad nach irakischen Polizeiangaben drei Menschen in den Tod. Demnach traf die Explosion im Süden der Hauptstadt zwei zu einem Kontrollpunkt zusammengestellte Streifenwagen. Bei den Toten handelte es sich um zwei Polizisten und eine Zivilperson. Sechs Polizisten und drei Zivilpersonen wurden verletzt.

Die heftigsten Kämpfe des Wochenendes ereigneten sich am Samstagabend in Haditha, 220 Kilometer nordwestlich von Bagdad. Dort besetzten Aufständische ein Krankenhaus und töteten vier amerikanische Soldaten. Die amerikanischen Streitkräfte warfen den Rebellen vor, die Patienten als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Nahe Haditha wurden am Sonntag fünf Leichen auf der Straße gefunden.

Ausländische Kämpfer im Visier

Unterdessen ändern die Vereinigten Staaten nach einem Zeitungsbericht ihre Taktik im Kampf gegen die Aufständischen: Statt gegen Anhänger des ehemaligen Präsidenten Saddam Husseins soll nun verstärkt gegen ausländische Kämpfer vorgegangen werden.

Von ausländischen und irakischen Extremisten könnte mittlerweile eine größere Bedrohung ausgehen als von Unterstützern und Mitgliedern der gestürzten Regierung, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf Vertreter des amerikanischen Militärs. Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte bisher gesagt, die Anschläge im Irak würden vor allem von Anhängern des früheren Diktators verübt.

Reaktion auf zunehmende Gewalt

Die neue Strategie sei eine Reaktion auf die zunehmende Gewalt im Irak, berichtete die „Washington Post". Die Veränderung sei jedoch vorläufig und gehe eher auf bruchstückhaften Informationen und Intuition als auf klare Beweise zurück. Im Nordwesten des Iraks kontrollierten amerikanische Soldaten verstärkt die Grenzen zu Syrien.

Zudem würden erhöhte Anstrengungen unternommen, um die Hersteller von Bomben und Drahtzieher von Selbstmordanschlägen zu fassen, berichtete die Zeitung. Laut Statistiken des amerikanischen Militärs sei die Zahl der täglichen Anschläge im Irak von 30 bis 40 pro Tag im Februar auf durchschnittlich 70 Anschläge pro Tag im März angestiegen, hieß es in dem Artikel.

Weitere Regierungsmitglieder vereidigt

Das Übergangsparlament bestätigte zudem am Sonntag sechs weitere Kabinettsmitglieder der neuen Regierung. Einer der künftigen Minister wies seine Berufung jedoch zurück. Die anderen fünf wurden am Montag vereidigt.

Auch die übrigen Kabinettsmitglieder wiederholten den Eid, nachdem auf Antrag des kurdischen Entwicklungsministers Barham Salih der Text geändert worden war. Die Minister schworen einem „föderalen und demokratischen“ Irak die Treue.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP/dpa/Reuters
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