13.03.2009 · Ob Muntasar al Saidi die drei Jahre Haft tatsächlich absitzen muss, zu denen er wegen des Schuhwurfs auf George Bush verurteilt wurde, ist noch nicht ausgemacht. In vielen Teilen der arabischen Welt jedenfalls gilt er als Volksheld.
Von Wolfgang Günter LerchOb Muntasar al Saidi die drei Jahre Haft tatsächlich absitzen muss, zu denen er von einem Bagdader Gericht „wegen Angriffs auf ein Staatsoberhaupt“ jetzt verurteilt wurde, ist noch nicht ausgemacht. Der Fernsehjournalist hatte am 14. Dezember mit seinen Schuhen nach dem damaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush geworfen, um gegen den Krieg im Irak und die amerikanische Politik im Allgemeinen zu protestieren.
Schuhe gelten im Islam als unrein. Bush reagierte gelassen auf diese Attacke, doch der Werfer gilt im Irak und in vielen Teilen der arabischen Welt als Volksheld. In der Türkei hat dieses Ereignis noch andere Wirkungen gezeitigt: Da Saidis Schuhe dort gefertigt worden waren, finden türkische Schuhmarken seither reißenden Absatz in der arabischen Welt, insbesondere im Nachbarland Irak.
Der Hersteller freut sich über diese unfreiwillige, wenn auch ziemlich bizarre Art der Produktwerbung. Übrigens fand Saidi schon einen Nachahmer: Im Februar warf ein deutscher Student in Cambridge einen Schuh nach dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao - wegen der Situation in Tibet. Anlässe zum Schuhewerfen gäbe es viele.