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Irak Tausende trauern in Takrit

Nach der Beisetzung von Saddam Hussein sind Tausende Anhänger zu seiner Grabstätte unweit von Takrit geströmt. Die Polizei hat ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

© AP Trauernde am Grab Saddams

Tausende von Irakern haben am Montag des hingerichteten früheren Präsidenten Saddam Hussein gedacht. Im nordirakischen Takrit, der Heimatregion des Gestorbenen, stellten Anhänger des ehemaligen Staatschefs Trauerzelte auf und verlasen Koranverse. Die Zelte verteilen sich über die ganze Stadt. Die Straßen in der sunnitisch dominierten Stadt waren weiterhin für den Verkehr gesperrt. Der 69 Jahre alte Saddam Hussein war am Sonntag, einen Tag nach seiner Hinrichtung, in seinem Geburtsort Ouja in der Nähe von Takrit beigesetzt worden.

Nach der Beisetzung strömten Tausende Anhänger zu seiner Grabstätte. Die Polizei verschärfte daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen. Der am Samstag morgen gehängte früher Präsident des Irak war kurz vor Sonnenaufgang an einer religiösen Stätte in seinem Heimatort Udscha beerdigt worden. An der Beisetzungsfeier nahmen nur wenige Verwandte und enge Vertraute des Getöteten teil. Viele knieten anschließend vor dem Grab, das mit der irakischen Flagge bedeckt war. Auf einem daneben stehenden Stuhl wurde ein großes Foto von Saddam Hussein plaziert. „Ich verurteile die Art und Weise, wie er hingerichtet wurde. Ich halte das für ein Verbrechen“, sagte Salam Hassan al Nasseri von Saddam Husseins Albu-Nassir-Clan.

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Ausreiseverbot für Bewohner Takrits

Saddam Husseins Leichnam war am Samstag abend von Bagdad nach Takrit überführt worden, rund 130 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Er traf dort am frühen Sonntag morgen ein. Eskortiert wurde der Sarg laut einem Bericht des Senders Al Arabija von Gouverneur Schagtti und dem Chef des Albu-Nassir-Clans, Scheich Ali al Nidaa. Diese beiden hätten in Gesprächen mit den amerikanischen Behörden und der irakischen Regierung die Beisetzung nahe Takrit ausgehandelt, hieß es. Die irakische Regierung habe sich als äußerst kooperativ erwiesen, sagte der Clanführer.

Das Grab befindet sich etwa drei Kilometer entfernt von der letzten Ruhestätte seiner Söhne Odai und Kusai, die im Juli 2003 von amerikanischen Soldaten in Mossul getötet wurden. Die Zufahrten nach Takrit wurden bereits am Samstag gesperrt, den Anwohnern wurde für vier Tage die Ausreise verboten.

Unruhe bleibt bislang auf hohem Niveau konstant

Doch trotz eines Ausgehverbots zogen bewaffnete Anhänger Saddam Husseins durch die Straßen der Stadt. Sie führten Bilder des Hingerichteten mit sich, schossen in die Luft und riefen nach Rache. Am Samstag fielen Anschlägen im Irak mindestens 92 Menschen zum Opfer, was jedoch in den vergangenen Wochen mehr oder weniger die übliche Tagesbilanz war. Auch sechs weitere amerikanische Soldaten wurden getötet. Bei Razzien nahmen irakische und amerikanische Soldaten 20 mutmaßliche Terroristen fest, die Bomben gebaut und Anschläge verübt haben sollen.

Der 69 Jahre alte irakische Expräsident war am Samstag gegen 6 Uhr Ortszeit gehängt worden - knapp zwei Monate nach dem Todesurteil wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Nachricht von der Hinrichtung löste in vielen schiitischen Orten Freudenfeiern aus, während die Sunniten den Getöteten als Märtyrer würdigten. Trauerfeiern gab es auch in den palästinensischen Gebieten. Libyen ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Der Präsident der Vereinigten Staaten George W. Bush nannte die Vollstreckung des Todesurteils das Ergebnis eines fairen Prozesses, wie ihn der frühere Staatschef „den Opfern seines brutalen Regimes“ vorenthalten habe. Dagegen verurteilte die Europäische Union ebenso wie die Bundesregierung die Hinrichtung aus grundsätzlichen Erwägungen und bekräftigte ihre Ablehnung der Todesstrafe.

Quelle: AP

 
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