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Irak Steinmeier geschockt: Sorgen um deutsche Geiseln

01.02.2006 ·  Nach einem Ultimatum der Entführer in der jüngsten Videobotschaft ist das Leben der im Irak verschleppten deutschen Ingenieure in höchster Gefahr. „Die Lage entwickelt sich ernst“, sagte Außenminister Steinmeier.

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Gut eine Woche nach der Entführung zweier Deutscher im Irak spitzt sich die Situation dramatisch zu. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reagierte am Mittwoch entsetzt auf die neue Video-Botschaft, in der die Geiselnehmer damit drohen, die beiden Deutschen zu ermorden.

Steinmeier sagte: „Wir alle sind berührt und schockiert“. Die Bundesregierung verurteile die Tat und appelliere an die Entführer, die beiden Deutschen freizulassen. Die Bundesregierung werde alles tun, „was möglich und notwendig ist“, um die Ingenieure frei zu bekommen. „Die Lage entwickelt sich ernst“, sagte Steinmeier.

Appell an die Medien

Er unterrichtete das Bundeskabinett über den Stand der Dinge. Vor der Presse wollte er sich mit Rücksicht auf das Leben der Geiseln nicht zu Einzelheiten äußern, etwa zu der Frage, wann genau das Ultimatum abläuft. Der Minister bat die Medien darum, mit Angaben aus anderen Quellen „sehr behutsam“ umzugehen.

In einem am Dienstag abend vom arabischen Sender Al Dschazira ausgestrahlten Video hatten die Geiselnehmer eine Frist von 72 Stunden zur Erfüllung ihrer Forderungen gestellt und damit gedroht, die Geiseln anderenfalls zu töten. Das Video ist auf den 29. Januar datiert, so daß das Ultimatum schon an diesem Mittwoch auslaufen könnte. In dem Video stellen die Entführer weitreichende Forderungen. Sie verlangen von Deutschland, seine Botschaft in Bagdad zu schließen, alle deutschen Firmen aus dem Land abzuziehen und die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung zu beenden.

„Entwürdigende“ Bilder

Auf den Fernsehbildern saßen die beiden Deutschen vor ihren vermummten Entführern, die Gewehre auf die Geiseln richteten. Das ZDF, das nach eigenen Angaben über das Video verfügt, strahlte es am Abend nicht aus und verwies darauf, die Szenen seien für die Geiseln „entwürdigend“. Der Sender zeigte aber ein Standbild mit der beschriebenen Szene.

Bei der Firma Cryotec im sächsischen Bennewitz, für die beide Ingenieure tätig waren, und bei Freunden in Leipzig war die Bestürzung groß. „Der Schock muß allerdings jetzt erstmal zurückstehen“, sagte die Prokuristin von Cryotec Karin Berndt. Das Unternehmen versuche, alles zu organisieren, was den beiden Mitarbeitern helfen könne.

Die Ingenieure René B. (31) und Thomas N. (28), die für das Leipziger Unternehmen Cryotec im Irak arbeiten, waren am Dienstag vor einer Woche verschleppt worden. Schon am vergangenen Freitag hatte Al Dschazira ein Video ausgestrahlt, in dem die Entführer ihre Geiseln präsentierten. Darin waren die Deutschen ebenfalls umgeben von schwer bewaffneten Männern zu sehen. Die Entführer nannten sich damals „Kataib Ansar al Tawhid wal Sunna“ (Brigaden der Anhänger der göttlichen Einheit und des Beispiels des Propheten).

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP, Reuters
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