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Irak London verurteilt Mißhandlung

30.04.2004 ·  Großbritannien hat die Mißhandlung von irakischen Gefangenen scharf verurteilt. Amerikanische Fernsehsender zeigten Fotos von irakischen Gefangenen, die von amerikanischen Soldaten erniedrigt und mißhandelt wurden.

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Die britische Regierung hat am Freitag die auf Fotos gezeigte Mißhandlung irakischer Gefangener durch amerikanische Soldaten verurteilt. Niemand unterschätze die Schwere der Vorwürfe, sagte ein Sprecher von Premierminister Blair zu im amerikanischen Fernsehen gezeigten Bildern von Irakern, die von amerikanischen Soldaten gedemütigt wurden.

„Derartige Handlungen werden in keiner Weise von der Koalition gutgeheißen.“ Die Taten einiger Weniger sollten nicht den Ruf der etwa 150.000 westlichen Soldaten im Irak beschädigen, sagte er. In einem anderen Zusammenhang werde gegenwärtig in acht Fällen gegen britische Soldaten wegen des Verdachts von Mißhandlungen ermittelt.

Untersuchung eingeleitet

Am Mittwoch hatte der amerikanische Fernsehsender CBS Fotos ausgestrahlt, die lächelnde amerikanische Soldaten zusammen mit nackten irakischen Gefangenen zeigen, die menschliche Pyramiden bilden oder Haltungen wie beim Geschlechtsakt einnehmen mußten.

Die Aufnahmen sollen Ende vergangenen Jahres in dem Abu-Ghraib-Gefängnis außerhalb der Hauptstadt Bagdad aufgenommen worden sein. Gegen die für das Gefängnis zuständige Brigadegeneralin ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Das Gefängnis war unter Präsident Saddam Hussein eine berüchtigte Folterstätte.

„Form der Folter“

Die Bilder wurden international verurteilt. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. „Erniedrigende und herabwürdige Behandlung ist eine Form der Folter.“ Die Menschenrechtsgruppe Amnesty International (ai) forderte eine unabhängige Untersuchung. „Unsere umfangreichen Recherchen zeigen, daß dies kein isolierter Vorfall ist.“

Britische und arabische Zeitungen machten die Bilder am Freitag zu ihrem Hauptthema. Der „Guardian“ und „Daily Mirror“ gehörten zu den britischen Blättern, die die Fotos auf ihren Titelseiten zeigten. Die englischsprachige Zeitung „Arab News“ in Saudi-Arabien schrieb: „Die Militärmacht der Vereinigten Staaten wird als das gesehen werden, was sie ist, ein Koloß mit der Reaktionsgeschwindigkeit eines muskelstrotzenden Ochsen und dem begrenzten Verständnis einer Maus.“

Der Chefredakteur des in London erscheinenden Blatts „Al Quds Al Arabi“, Abdel-Bari Atwan, sagte Reuters, Amerika habe spätestens mit den Bildern ihren Kampf um die öffentliche Meinung im Irak verloren. „Die Befreier sind schlimmer als die Diktatoren“, sagte er.

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