http://www.faz.net/-gpf-426i

Irak-Krise : Die größte Demo aller Zeiten

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Welttag des Protestes: Millionen Menschen sind am Samstag auf die Straße gegangen, um gegen einen Irak-Krieg zu protestieren. Die Berliner Kundgebung wurde zur größten Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik.

          Am Samstag haben weltweit Millionen Menschen gegen einen drohenden Irak-Krieg protestiert. Die Berliner Kundgebung entwickelte sich zur größten Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Weltweit gingen ungefähr sechs Millionen Menschen auf die Straße.

          Nach Polizeiangaben demonstrierten am Samstag in Berlin bis zu 500.000 Menschen, nach Angaben der Veranstalter noch deutlich mehr für eine friedliche Lösung des Konflikts; zuvor hatte man nur mit 100.000 Teilnehmern gerechnet. Die Demonstranten waren in Hunderten Bussen und Zügen aus dem ganzen Bundesgebiet angereist. Bei der bislang größten Friedenskundgebung hatten Anfang der 80er Jahre rund 250.000 Menschen in Bonn gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen demonstriert.

          Eine Million Menschen in Rom

          Auch in anderen Städten im In- und Ausland kam es am Samstag zu Massenprotesten gegen einen Irak-Krieg. In Rom wurde die Teilnehmerzahl einer Großdemonstration von der Polizei auf bis zu eine Million Menschen geschätzt. Die Organisatoren gingen gar von drei Millionen aus. In London gingen mehrere Hunderttausend auf die Straße. Im südafrikanischen Johannesburg zogen 10.000 Menschen vor das US-Konsulat.

          Rom erlebt eine der größten Demonstrationen seit Jahren
          Rom erlebt eine der größten Demonstrationen seit Jahren : Bild: AP

          Auch in Stuttgart, Bern und Moskau kam es zu Protesten. In Madrid und New York wurden am Abend jeweils Zehntausende erwartet. In vielen asiatischen Ländern haben schon Stunden zuvor Demonstrationen stattgefunden.

          Kirchenvertreter, Friedensbewegte, Amerika-Kritiker, radikale Linke und Bürgerlich-Konservative, Jugendliche und Kinder mischten sich zu einem bunten Protestvolk, dem sich - so in Berlin - sogar Bundesminister wie Renate Künast und Jürgen Trittin anschlossen. Ihre Botschaften sind ernsthaft, eindringlich, naiv, polemisch, albern oder ergreifend, in einem aber sind sie sich einig: Sie sind gegen einen Krieg im Irak. Der Tag des Protestes: Impressionen in einer Bilderstrecke.

          Quelle: @jöt

          Weitere Themen

          Proteste gegen Polizeigewalt enden in Krawallen Video-Seite öffnen

          Ausschreitungen : Proteste gegen Polizeigewalt enden in Krawallen

          In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben Hunderte Menschen den dritten Tag in Folge gegen Polizeigewalt protestiert. Hintergrund der Kundgebungen ist der umstrittene Freispruch für einen weißen früheren Polizisten, der 2011 einen Afroamerikaner erschossen hatte

          Schluss mit der Stagnation!

          Plädoyer für junge Politik : Schluss mit der Stagnation!

          Je jünger man ist, desto weniger politisches Gewicht hat man. Das muss sich ändern. Denn wir Jungen werden mit den Konsequenzen einer rückwärtsgewandten Politik leben müssen, wenn die (Un-) Verantwortlichen längst im Grab liegen. Ein Gastbeitrag.

          Weitere Festnahme nach U-Bahn-Anschlag in London Video-Seite öffnen

          Großbritannien : Weitere Festnahme nach U-Bahn-Anschlag in London

          Die britische Polizei hat am Dienstag eine weitere Person verhaftet, die in Verbindung zu dem Anschlag auf eine U-Bahn in London stehen soll. Bei der Explosion eines selbst gebauten Sprengsatzes waren am Freitag 30 Menschen verletzt worden.

          Topmeldungen

          UN-Vollversammlung : „Niemand wird Amerika wieder vertrauen“

          Mit seiner Rede vor der UN hat Donald Trump für Entsetzen gesorgt – und viel Applaus seiner Basis eingeheimst. Einer der vom amerikanischen Präsidenten Kritisierten wird heute die Antwort auf die Vorhaltungen liefern.

          Erdbeben in Mexiko : Zahl der Toten steigt auf mehr als 200

          In der Hauptstadt stürzten mehrere Hochhäuser ein, in einer Schule wurden Kinder unter den Trümmern begraben. Millionen Menschen sind ohne Strom. In der Nacht zu Mittwoch gab es zahlreiche Nachbeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.