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Irak-Krise Al Dschasira: Bin Ladin fordert Solidarität mit dem Irak

 ·  In einer angeblichen Botschaft des Terroristenführers Usama bin Ladin wurden die Moslems in aller Welt zum Kampf für das irakische Volk aufgerufen.

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Der arabische Fernsehsender Al Dschasira hat eine angebliche Tonband-Botschaft des Al Qaida-Anführers Usama bin Ladin ausgestrahlt. Darin werden die Moslems in aller Welt zum Kampf für das irakische Volk aufgerufen.

"Jede Zusammenarbeit mit den Amerikanern gegen Irak" sei gegen den Islam gerichtet, heißt es auf dem Band. Die Stimme wirft den USA vor, sie wollten den Irak besetzen. Das eigentliche Ziel eines Angriffs auf Bagdad sei es, "den Traum der Zionisten von einem Groß-Israel zu verwirklichen". Wer Christen oder Juden helfe, heiße es im Koran, werde einer von ihnen. Wer in Taten oder Worten helfe, Muslime im Irak zu töten werde aus der muslimischen Nation ausgestoßen, sie seien Abtrünnige.

Zweifel an Authentizität

Arabische Beobachter äußerten Zweifel an der Authentizität des Tonbandes, da die Stimme des Al-Qaida-Anführers besser verständlich sei als gewöhnlich. Englische und amerikanische Experten halten Bin Ladins Autorschaft für wahrscheinlich.

Arabische Regierungen, die sich dazu bereit fänden, seien "abtrünnig", heißt es in der Tonbandaufnahme, die sich an die "moslemischen Brüder in Irak" richtet. "Mit großem Interesse verfolgen wir die Vorbereitungen der Kreuzritter zur Wiederbesetzung der alten Hauptstadt des Islam", Bagdad, sagt die Stimme weiter.

Beim Kampf gegen die Ungläubigen sei Solidarität mit den Sozialisten von Saddam Husseins Baath-Partei geboten. „Unter diesen Umständen schadet es nicht, dass die Interessen von Muslimen und Sozialisten sich im Kampf gegen die Kreuzritter überschneiden“, erklärte der Sprecher.

Aufruf an andere Staaten

Der Sprecher forderte alle Muslime auf, sich aus der Sklaverei der Regime zu befreien, die Sklaven Amerikas seien. Er nannte Jordanien, Marokko, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien und Jemen.

Die intelligenten Bomben würden nichts ausrichten, sagte die Stimme in den ersten Übersetzungen des amerikanischen Nachrichtensenders CNN. "Baut Bunker", empfiehlt die Stimme mit Bezug auf den Koran: "Nehmt die Erde als Schild, weil Gott euch schützen wird."

Weiter wird empfohlen, die Invasionstruppen in die Städte zu ziehen und sie in einen Häuserkampf zu verwickeln. Das werde die Gegner viele Leben kosten. Er ermutige auch Selbstmordanschläge.

All das verrät die Kenntnis der allgegenwärtigen Diskussionen über die militärischen Risiken des Kriegs. Interessanter als der Inhalt der Botschaft dürfte die Frage sein, ob Analysen die Echtheit des Bands und damit das Überleben Bin Ladins bestätigen werden.

Neue Belege für Verbindungen zwischen Irak und Al Qaida?

Der amerikanische Außenminister Powell sieht in diesem von den Irakern wohl unverlangtem Appell einen weiteren Hinweis für die möglichen Verbindungen zwischen dem Irak und der Terrororganisation. Er bekräftigte den Vorwurf, der Irak unterhalte Verbindungen zu Al Qaida. Bin Ladin, so Powell, spreche „erneut zu dem irakischen Volk und über ihren Kampf und wie er eine Partnerschaft mit Irak unterhält.“ Diese Verbindung zwischen Terroristen und Staaten, die Massenvernichtungswaffen entwickeln, könne nicht mehr ignoriert werden.

Der Chef des Geheimdienstes CIA, George Tenet, sprang Powell bei. Bagdad beherberge Mitglieder der Zelle eines Gefolgsmannes von Usama Bin Ladin, Musab al Zarqawi, sagte der Chef des Geheimdienstes CIA, George Tenet, am Dienstag vor dem US-Senat. Der 36-jährige Zarqawi stehe hinter dem Attentat auf einen US-Beamten in Jordanien und hinter Anschlagsplänen in Europa, sagte Tenet. Powell hatte bereits am vergangenen Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat Irak vorgeworfen, Zarqawi Unterschlupf zu gewähren. Tenet warnte zugleich vor einem Anschlag gegen Einrichtungen in den USA und "auf der arabischen Halbinsel", die in zeitlichem Zusammenhang mit dem Ende der moslemischen Pilgerfahrt in Mekka am Wochenende stünden. Auch Iran beherberge Al-Qaida-Anhänger. Vor dem Kongress betonte Tenet, dass den UN-Inspekteuren alle Geheimdienst-Informationen zu möglichen Waffenlagern in Irak übergeben worden seien.

Wie wird sich der Sicherheitsrat verhalten?

In der Zwischenzeit lassen Regierungskreise in Berlin verlauten, es gebe im UN-Sicherheitsrat eine deutliche Mehrheit für eine Verlängerung der Waffeninspektionen. Bis auf die USA, Großbritannien, Spanien und Bulgarien unterstützten alle Ratsmitglieder die deutsche Haltung. Elf von fünfzehn Staaten seien auf der deutsch-französisch-russischen Linie, hieß es in Berlin.

Die am Montagabend verkündete gemeinsame Erklärung soll an die Mitglieder des Sicherheitsrates verteilt werden. Frankreich übermittelte den Irak-Inspektoren Hans Blix und Mohamed El Baradei zudem Vorschläge zur Ausweitung ihrer Mission. Blix und Baradei liefern am Freitag ihren nächsten Bericht zu den Waffenkontrollen in Irak ab. Powell bezeichnete den Termin als „Moment der Wahrheit“.

Nach den Angaben aus Berlin sollen bei den geplanten „robusten Inspektionen“ keine UN-Blauhelme zum Einsatz kommen. Dies sei zu Recht im UN-Sicherheitsrat abschlägig beschieden worden. Stattdessen sollten die Zahl der Inspektoren erhöht, Regionalbüros eingerichtet und dauerhafte Kontrollen einzelner Anlagen gewährleistet werden. Bagdad wies einen möglichen Blauhelm-Einsatz zurück.

China stimmt der gemeinsamen Erklärung bei, Putin bleibt abwartend

Der chinesische Präsident Jiang Zemin übermittelte dem französischen Präsidenten Jacques Chirac telefonisch seine Zustimmung für die gemeinsame Erklärung der drei Länder.

Dagegen sagte der britische Außenminister Jack Straw in einer vorab veröffentlichten Rede am Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London, dass selbst eine „tausendfache“ Verstärkung der Inspektoren keine Garantie für die Entwaffnung Iraks sei. Der irakische Machthaber Saddam Hussein müsse sich den Vorgaben der UNO beugen, dann seien auch keine verstärkten Kontrollen nötig. Der Drei-Länder-Vorschlag sei ein „Rezept zur Verschleppung“.

Kritik von spanischer Seite

Auch Spanien übte kurz vor dem Gipfeltreffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dem spanischen Regierungschef José Maria Aznar heftige Kritik. Die USA hoffen nach den Worten von Präsidenten-Sprecher Ari Fleischer trotz des Widerstandes mehrerer Veto-Mächte noch auf eine UN-Resolution für einen Krieg gegen Irak.

Der russische Präsident Vladimir Putin sieht zur Zeit keine Notwendigkeit für den Einsatz eines Vetos im UN-Sicherheitsrat im Zusammenhang mit der Irak-Krise. „Es geht nicht darum, einen Block oder eine Achse gegen wen auch immer zu bilden“, sagte Putin am Dienstag im französischen Fernsehen. Russland wolle eine „Lösung in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht“. Putin hält sich bis Mittwoch zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Frankreich auf.

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Von Berthold Kohler

Alles und nichts zu wissen war immer eine Spezialität der CSU. Der SPD ist es selten gelungen, ihr daraus einen Strick zu drehen. Mehr 4 13