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Irak-Krieg Strategie der schrittweisen Steigerung

20.03.2003 ·  Der Großangriff der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten wird nach Einschätzung von Militärexperten noch auf sich warten lassen.

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Die Großoffensive gegen Bagdad blieb in den ersten Stunden aus. Mit vereinzelten Luftangriffen begannen die Vereinigten Staaten am frühen Donnerstagmorgen ihren Krieg gegen Irak, im Gegensatz zu den Erwartungen, die Militärs, Experten und Kommentatoren in den vergangenen Wochen geweckt hatten.

Für den irakischen Machthaber Saddam Hussein war der Einsatz nur ein erster Vorgeschmack auf die große Militäraktion, die nach Angaben des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon nicht lange auf sich warten lassen sollte. Auch Präsident George W. Bush sprach nach den ersten Bombardements von der „Eröffnungsphase einer breiten und konzertierten Kampagne“

„Dies ist nicht der A-Day“

Der „A-Day“, der große Luftkrieg, ließ nach Ablauf des Ultimatums an Saddam Hussein und seine Söhne zunächst auf sich warten. Dabei hatte der Chefstratege des Luftwaffenkommandos, Oberst Gary Crowder, noch kurz zuvor angekündigt, am ersten Tag sollten tausende Präzisionsbomben eingesetzt werden, zehnmal so viele wie im Golfkrieg 1991. Nach den Bombardements im Morgengrauen war im Pentagon dann von einer begrenzten Aktion die Rede. „Dies ist nicht der A-Day“, sagte ein Beamter. Nach amerikanischen Militärangaben feuerten Kriegsschiffe in den ersten Stunden rund vierzig Marschflugkörper vom Typ „Tomahawk“ ab.

Überrascht wurden die Experten auch davon, dass die Angriffe im Morgengrauen erfolgten statt in der Nacht. Denn eigentlich entfalten die hochmodernen Waffensysteme erst in der Dunkelheit ihre volle Wirkung. Der ehemalige Golfkriegsgeneral Norman Schwarzkopf zeigte sich überrascht vom militärischen Vorgehen und nannte seine erste Reaktion einen „kompletten Schock“. „Wir alle hatten mit einem riesigen Angriff auf das Zentrum von Bagdad gerechnet. Stattdessen wurde es ein sehr sehr kleiner Einsatz.“

Kurzentschlossener Schlag gegen Saddam

Berichten zufolge griff die amerikanische Armee früher als geplant an, weil unerwartet Geheimdienstinformationen über den Aufenthaltsort von Saddam Hussein vorlagen. Das Pentagon nannte diese Darstellung übertrieben. Sowohl von britischer als auch von amerikanischer Regierungsseite wurde jedoch immerhin bestätigt, dass die frühen Angriffe dem irakischen Präsidenten und seinen Söhnen gegolten hätten. „Sie entschlossen sich, nicht zu warten, sondern gleich nach Saddam Hussein zu jagen“, sagt der Militärexperte Loren Thompson vom Lexington Institute.

Dass sich nicht nur die Machthaber, sondern die gesamte irakische Bevölkerung auf weitaus dramatischere Angriffe würden einstellen müssen, stand außer Frage. Hoon sagte am Morgen, es werde bis zur Intensivierung des Angriffs „nicht sehr lang“ dauern. Fast 180.000 amerikanische und britische Soldaten warteten im Norden des Nachbarlandes Kuweit auf den Befehl zum Einmarsch. 600 Kampfflugzeuge waren in der Golfregion startbereit für Luftangriffe. Und auch der Propaganda-Krieg begann am Donnerstag: Die amerikanischen Streitkräfte bemächtigten sich nach eigenen Angaben der Frequenzen des staatlichen irakischen Rundfunks und verdrängten die Durchhalteparolen mit Freiheitsversprechen.

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