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Irak-Krieg Abu Ghraib: Pentagon wußte schon vor einem Jahr Bescheid

01.12.2004 ·  Viel früher als bisher vermutet wurde die amerikanische Führung über die Mißhandlungen irakischer Gefangener in Abu Ghraib informiert. Schon im Dezember 2003 lag ein erster Bericht mit den Folterungen vor.

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Die Führung der amerikanischen Armee wurde schon lange vor Bekanntwerden des Skandals von Abu Ghraib über die Mißhandlung irakischer Gefangener informiert. In einem vertraulichen Bericht an die Armeeführung habe der Oberst im Ruhestand Stuart Herrington die Generäle schon im Dezember 2003 davon in Kenntnis gesetzt, daß eine Sondereinheit Gefangene im Irak mißhandle, berichtete die „Washington Post“ am Mittwoch.

Gefangene „wiesen Verletzungen auf, die nach Aussage von Medizinern auf Schläge hindeuteten“, schrieb Herrington in seinem 13 Seiten langen Bericht. Alles deute darauf hin, daß die aus Sondereinsatzkräften und CIA-Beamten zusammengesetzte Einheit Task Force 121 „im Hinblick auf den Umgang mit Gefangenen in die Schranken gewiesen werden muß“.

Mißhandlungen nicht nur in Abu Ghraib

Der Bericht des amerikanischen Oberst läßt darauf schließen, daß offenbar nicht nur im Gefängnis von Abu Ghraib irakische Gefangene mißhandelt wurden, sondern auch in weiteren Haftanstalten.

Der Oberst warnte damals, daß die Mißhandlungen und willkürlichen Festnahmen tausender Menschen ohne direkten Zusammenhang mit dem Krieg den Vereinigten Staaten wenig Freunde im Irak verschaffen würden. Es gebe schon genügend Menschen unter den Verlierern des Krieges und den Anhängern des alten Systems, die Amerika nicht wohlgesonnen seien, warnte Herrington. Es sei kontraproduktiv, diese Tendenzen durch Massenverhaftungen noch zu verstärken.

Fotos lösten Empörung aus

Die Mißhandlungen in Abu Ghraib hatten im April Empörung ausgelöst. Damals waren Fotos aufgetaucht, auf denen gepeinigte und erniedrigte irakische Gefangene zu sehen sind. Bislang wurden zwei amerikanische Soldaten wegen der Mißhandlungen zu Haftstrafen von einem und acht Jahren verurteilt.

Erst am Dienstag hatte die „New York Times“ über einen Bericht des Roten Kreuzes berichtet, wonach auch im amerikanischen Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba Häftlinge gefoltert wurden. Das Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe zurück.

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