15.12.2003 · Auch nach der Festnahme von Saddam Hussein reißt die Gewalt nicht ab. Bei Anschlägen auf zwei Polizeistationen im Umkreis von Bagdad sind am Montag mindestens neun Menschen getötet worden.
Auch nach der Festnahme von Saddam Hussein reißt die Gewalt nicht ab. Bei Autobomben-Anschlägen auf zwei irakische Polizeistationen in der Umgebung von Bagdad sind am Montag mindestens neun Menschen getötet worden. Das berichteten arabische TV-Sender unter Berufung auf Angaben irakischer Polizisten.
Demnach explodierte in der Ortschaft Husseinijah etwa 30 Kilometer nördlich von Bagdad am Montag eine Autobombe vor einer Polizeistation und tötete nach Polizeiangaben neun Menschen. Mehr als 20 weitere Menschen seien verletzt worden. Der Angreifer durchbrach mit seinem Geländefahrzeug den Zaun um die Station und zündete nahe des Eingangs einen Sprengsatz, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Explosion riß einen ein Meter tiefen Krater in den Boden. Die Fassade des Polizeigebäudes wurde zerstört.
Eine zweite Autobombe ging vor einer Polizeistation im Bagdader Stadtteil Amirijah in die Luft. Der Fahrer des Wagens wurde getötet, mindestens acht Menschen wurden dabei verletzt, wie die Polizei mitteilte. Vier Autos wurden durch die Wucht der Detonation zerstört. Ein Polizist am Tatort sprach von einem Selbstmordanschlag.
Anschläge verhindert
Einen weiteren Anschlag in Amirijah konnte die Polizei verhindern. „Wir standen vor der Polizeistation als ein Auto herangerast kam", sagte ein Polizist in Amirijah, der bei dem Anschlag an der Hand verletzt wurde. „Wir versuchten ihn zu stoppen, doch er sprengte das Auto in die Luft.“
Erst wenige Minuten zuvor hatte die Polizei einen Anschlag auf die Polizeistation vereiteln können. Polizisten schossen auf ein schnell näher kommendes Auto. Der Fahrer stoppte den Wagen und floh, konnte jedoch später festgenommen werden. Experten konnten anschließend den in dem Auto gefundenen Sprengstoff entschärfen. Am Sonntag hatte eine Autobombe westlich von Bagdad 17 Menschen getötet.
Der amerikanische Präsident George W. Bush hatte in seiner ersten Reaktion auf die Festnahme Saddams davor gewarnt, die Verhaftung Saddam Husseins mit einem Ende der Gewalt im Irak gleichzusetzen. Die „terroristischen Kräfte“ würden am Ende aber besiegt werden, sagte der Präsident am Sonntag in einer kurzen Rede an die Nation.