27.11.2003 · In Bagdad ist die italienische Botschaft mit einer Rakete beschossen worden. Das Gebäude wurde beschädigt, verletzt wurde jedoch niemand. Erst vor zwei Wochen waren Italiener Ziel von irakischen Selbstmordattentätern.
Zwei Wochen nach dem Selbstmordanschlag auf eine italienische Kaserne im Süden des Iraks ist in Bagdad die italienische Botschaft mit einer Rakete beschossen worden. Das Gebäude wurde beschädigt, verletzt wurde jedoch niemand, wie die amerikanischen Streitkräfte am Donnerstag mitteilten.
Das italienische Außenministerium bestätigte den Vorfall, der sich eine halbe Stunde vor Mitternacht (Ortszeit) ereignet habe. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich laut dem italienischen Fernsehsender RAI mehrere Personen in dem Gebäude, nicht jedoch der italienische Botschafter. Das Geschoß sei im zweiten Stock eingeschlagen.
Amerikanischer Militärkonvoi angegriffen
Westlich der irakischen Hauptstadt wurde am Donnerstag ein amerikanischer Militärkonvoi angegriffen, wie Augenzeugen berichteten. Ein Kameramann der Nachrichtenagentur AP filmte zwei Wagen, deren Dächer brannten. Anwohner hätten die Ausrüstung geplündert.
In der nordirakischen Stadt Mossul wurde am Mittwoch ein kleines Mädchen getötet, als amerikanische Soldaten das Feuer auf einen Kleinlastwagen eröffneten. Drei weitere Personen wurden nach Armeeangaben verletzt. Die Soldaten seien zuvor beschossen worden. Ein Militärsprecher erklärte unterdessen, die Aufständischen versuchten sich nach dem offensiven Vorgehen der Streitkräfte neu zu organisieren.
Washington plant geringe Truppenreduzierung
Die Vereinigten Staaten planen offenbar eine weit geringere Reduzierung ihrer Truppen im Irak als zunächst geplant. Das Verteidigungsministerium in Washington teilte am Mittwoch mit, es werde mehrere tausend zusätzliche Marineinfanteristen in Irak stationieren. Derzeit befinden sich etwa 130.000 Soldaten im Irak, die von Januar bis Mai schrittweise durch neues Personal ersetzt werden sollen. Beobachter schätzen die Zahl der Truppen nach Abschluß des Austausches auf etwa 110.000.
Das Pentagon hatte zunächst von einer Zahl von 105.000 Soldaten gesprochen. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bewilligte außerdem die Mobilisierung von rund 14.500 Reservisten der Armee, Marine und Luftwaffe für den Austausch der Truppen, wie es am Mittwoch hieß.
Tod bei Vernehmung
Ein früherer irakischer früherer General ist am Donnerstag in El Qaim, nahe der syrischen Grenze, bei der Vernehmung durch amerikanische Soldaten gestorben. Abid Hamid Mowhusch, ein ehemaliger General der Luftabwehr, sei eines natürlichen Todes gestorben, teilte dasamerikanische Militärkommando am Donnerstag in Bagdad mit.
Der Mann habe plötzlich über Unwohlsein geklagt und sei zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. Es wurde nicht mitgeteilt, in welchem Zusammenhang Mowhusch vernommen wurde.