04.12.2003 · Die amerikanische Armee hat einen früheren General gefaßt, der „indirekte Kontakte“ mit dem gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein und „Aktivitäten“ gegen die Besatzer angeführt haben soll.
Bei einem Einsatz in der irakischen Widerstandshochburg Falludscha hat die amerikanische Armee einen früheren General der Republikanischen Garden gefaßt. Brigadegeneral Daham Al Mahemdi werde „indirekter Kontakte“ mit dem früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein verdächtigt und habe „Aktivitäten“ gegen die Besatzungsmächte in Falludscha angeführt, hieß es in der Erklärung des amerikanischen Zentralkommandos in Bagdad.
Mahemdi sei von Fallschirmjägern der 82. Luftlandedivision am Mittwoch festgenommen worden. Bei seiner Festnahme sei kein Schuß gefallen, niemand sei verletzt worden. In Mahemdis Haus seien zwei AK-47-Gewehre, ein weiteres Gewehr, eine Pistole und Munition gefunden worden. Der Militär sei unmittelbar vor Kriegsbeginn vom Oberst zum Brigadegeneral befördert worden. Die Republikanischen Garden waren die Elitetruppen Saddam Husseins.
Waffenarsenal des Widerstands
Zuvor hatte eine Koalitionssprecherin mitgeteilt, daß ein weiterer Verdächtiger in Falludscha gefaßt worden sei. Abu Bilal Dschanabi werde vorgeworfen, Aufständische finanziert zu haben. In der Nähe von Falludscha, einer Hochburg des Widerstands gegen die Besatzungsmächte, wurde der Sprecherin zufolge zudem ein großes Waffenversteck ausgehoben. Darin seien unter anderem 650 Panzerabwehrminen, 400 Anti-Personen-Minen und 280 Panzerabwehrraketen gewesen. Falludscha liegt rund 50 Kilometer westlich von Bagdad.
Der frühere Machthaber Saddam Hussein soll noch wenige Stunden vor Kriegsbeginn mehr als eine Milliarde Dollar (rund 830 Millionen Euro) beiseite geschafft haben. Noch am 19. März, dem Tag des Angriffs auf Irak, habe sich Saddam Hussein mehr als eine Milliarde Dollar von der irakischen Zentralbank gesichert haben. Das Geld sei in drei Lastwagen abgeholt worden, nachdem Saddam eine entsprechende handschriftliche Order gegeben habe, berichtete der amerikanische Fernsehsende ABC. Das Schreiben hätten amerikanische Geheimdienstler in Dokumenten der Bank gefunden. Darin wären 920 Millionen Dollar und 90 Millionen Euro in bar angefordert worden. Amerikanische Geheimdienstbeamte schrieben den Brief aufgrund von Verhören, darunter der frühere Finanzminister Assawi, Saddam Hussein zu. Die amerikanischen Truppen fanden den Großteil des Geldes wieder, nach Angaben der Amerikaner fehlen jedoch rund 132 Millionen Dollar.
Japan entsendet Soldaten
Der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi billigte nach einem Pressebericht vom Donnerstag die Entsendung von 1.100 Soldaten nach Irak. Koizumi habe seine Entscheidung auf der Grundlage eines Berichts seines Verteidigungsministers Shigeru Ishiba getroffen, berichtet die japanische Tageszeitung „Yomiuri Shimbun“. Der Regierungschef sei der Auffassung, daß in der Umgebung von Samawa im Süden Iraks ein „gewisser Sicherheitsstandard“ gegeben sei, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf regierungsnahe Kreise. Noch vor Jahresende solle eine Luftwaffeneinheit entsandt werden, der Anfang des Jahres Transporteinheiten folgen sollten. Möglicherweise würden noch vor Ende Dezember auch Bodentruppen entsandt werden.
Im Irak sollen die japanischen Soldaten dem Bericht zufolge die Besatzungsmächte logistisch unterstützen und humanitäre Aufgaben erfüllen. Per Gesetz dürfen sie nicht in Kampfgebiete geschickt werden. Japan hatte den Vereinigten Staaten trotz scharfen innenpolitischen Widerstands die Entsendung von Soldaten nach Irak in Aussicht gestellt. Nach dem gewaltsamen Tod von zwei japanischen Diplomaten in Irak am Wochenende vergrößerte sich die Ablehnung in der Bevölkerung gegen einen Militäreinsatz weiter, wie Umfragen ergaben.