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Aktualisiert: 27.12.2015, 22:27 Uhr

Irak Armee verkündet Sieg über IS in Ramadi

Den Kampf um Ramadi hat die irakische Armee nach eigenen Angaben für sich entschieden. Kämpfer des „Islamischen Staats“ hätten den Sitz der Provinzregierung geräumt. Teile der Stadt liegen in Trümmern.

© AP Foto vom Freitag: Nach einem amerikanischen Luftangriff steigt Rauch aus vom IS gehaltenen Gebieten im Zentrum von Ramadi auf.

Nach tagelangen Kämpfen hat die irakische Armee nach eigenen Angaben die Provinzhauptstadt Ramadi vom „Islamischen Staat“ (IS) zurückerobert. Soldaten hätten mit dem Regierungsgebäude die Kontrolle über den letzten Rückzugsort des IS in der Stadt übernommen, sagte ein Armeesprecher am Sonntag. Damit sei der IS in Ramadi besiegt. Es habe zuletzt kaum noch Widerstand gegeben. Zahlreiche IS-Kämpfer seien geflohen oder bei Luftangriffen getötet worden.

„Alle IS-Kämpfer sind weg. Es gibt keinen Widerstand mehr“, sagte der Sprecher der Anti-Terror-Einheit CTS, Sabah al-Numan. Es müssten aber noch Sprengfallen entschärft werden, bevor die Soldaten den Gebäudekomplex betreten können.

Für die Regierung in Bagdad ist die Rückeroberung Ramadis einer ihrer größten Erfolge im Kampf gegen den IS, seit die Miliz 2014 etwa ein Drittel des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Ministerpräsident Haidar al Abadi sprach von „großen Siegen“ seiner Einheiten. Als sich die Nachricht vom Rückzug der IS-Kämpfer verbreitete, brach in mehreren irakischen Städten Jubel aus, darunter in der Hauptstadt Bagdad und in der Schiitenhochburg Kerbela.

Die Terrormiliz gerät in ihrem „Kalifat“ im Irak und in Syrien zusehends unter Druck. Laut einem amerikanischen Institut hat sie seit Jahresbeginn 14 Prozent seines Gebiets in Syrien und im Irak verloren.

© Reuters, afp „Islamischer Staat“ aus Ramadi vertrieben

IS-Chef Bagdadi kündigt weitere Anschläge an

Der IS hatte die Hauptstadt der Provinz Anbar im Mai erobert. Erst Anfang Dezember erkämpfte die Armee, die von Kampfflugzeugen einer internationalen Militärallianz unterstützt wird, mehrere große Stadtteile zurück. Am Dienstag war sie ins Stadtzentrum vorgerückt, allerdings geriet das Unternehmen zunächst vor allem wegen Sprengfallen und Heckenschützen ins Stocken.

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In Nordsyrien eroberten kurdische und arabische Rebellen am Samstag zudem den strategisch bedeutenden Tischrin-Staudamm vom IS zurück. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, rückten die kurdischen und arabischen Rebellen der Demokratischen Kräfte Syriens nach der Eroberung des Dammes an der Westseite des Euphrats vor. Die Straße über den Damm war eine wichtige Nachschubroute des Islamischen Staats zwischen seiner Hochburg Al Raqqa in Syrien und den vom IS beherrschten Gebieten westlich des Euphrats. Zudem versorgt der Damm weite Teile der Region mit Strom.

Der selbsternannte Kalif und IS-Anführer Abu Bakr al Bagdadi versuchte unterdessen, die Moral seiner Kämpfer mit einer neuen Audiobotschaft zu heben; es ist die erste seit sieben Monaten. Darin droht Bagdadi Israel mit weiteren Anschlägen: „Wir haben Palästina keine Sekunde lang vergessen. Bald, mit Gottes Erlaubnis, werdet ihr die bebenden Schritte der Mudschaheddin (heiligen Krieger) hören.“ Überdies rief Bagdadi die Menschen in Saudi-Arabien dazu auf, „sich gegen die vom Glauben abgefallenen Tyrannen zu erheben“ und ihre Glaubensbrüder in Syrien, im Irak und im Jemen „zu rächen“. Die Echtheit der 24 Minuten langen Audiobotschaft ließ sich zunächst nicht bestätigen.

Infografik / Syrien Irak/ Bundeswehr in der Region Syrien im Einsatz © DPA Vergrößern

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Von Reinhard Müller

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