28.02.2006 · Im Raum Bagdad sind bei vier Anschlägen mehr als dreißig Menschen ums Leben gekommen. Im Nordirak wurde ein Bombenanschlag auf die Moschee mit dem Grab von Saddam Husseins Vater verübt.
Bei drei Autobombenanschlägen sind am Dienstag in Bagdad nach offiziellen Angaben 32 Menschen getötet worden. Mindestens 80 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Eine der Sprengladungen explodierte vor einer Warteschlange von Arbeitsuchenden im östlichen Stadtteil Neu-Bagdad, eine andere im schiitisch-christlichen Innenstadtviertel Karrade, eine dritte am östlichen Straßenrand. Ein weiterer Sprengsatz an einer Straße östlich von Bagdad tötete vier Iraker, 18 wurden verletzt.
Im Nordirak urde ein Bombenanschlag auf die Moschee mit dem Grab von Saddam Husseins Vater verübt worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde dabei die Kuppel der Hussein-al-Madschid-Moschee beschädigt, auch Türen und Fenster wurden aus den Angeln gerissen. Opfer habe es aber nicht gegeben.
Saddam-Prozeß auf Mittwoch vertagt
Der Prozeß gegen den ehemaligen irakischen Machthaber ist indes auf Mittwoch vertagt worden. Dies sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag in Bagdad.
Saddam Hussein ist wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seiner langjährigen Herrschaft im Irak angeklagt. Der Prozeß vor dem irakischen Sondergericht hatte Mitte Oktober begonnen. Polizisten wegen Bombenanschlags auf Samarra-Moschee festgenommen.
Britische Soldaten getötet
Im Süden des Iraks griffen Unbekannte eine britische Armeestreife an. Dabei seien zwei britische Soldaten ums Leben gekommen. Wie das Verteidigungsministerium in London weiter mitteilte, wurde bei der Explosion des Sprengkörpers in der südirakischen Stadt Amara ein dritter Mann schwer verletzt. Weitere Angaben machte das Ministerium zunächst nicht. Damit wurden nach offiziellen Angaben im Irak bislang insgesamt 103 britische Soldaten getötet. Im Irak sind derzeit rund 8900 britische Militärs im Einsatz, die meisten davon im Südosten des Landes.
Die irakische Armee hat neun Tote mit Schußwunden südlich der Stadt Bakuba gefunden. Die Toten seien am Dienstag in dem Ort Tarfaja gefunden worden, teilte die Polizei mit. Es handele sich vor allem um Jungen und Männer. Der Zeitpunkt der Erschießungen ist laut Polizei unklar.
Festnahmen nach Anschlag auf Moschee in Samarra
Vor einer Woche war ein Heiligtum der Schiiten bei einem Bombenanschlag zerstört worden, was schwere Unruhen im Irak ausgelöst und zu Vergeltungsanschlägen auf sunnitische Moscheen geführt hatte. Schiiten hatten Anhänger Saddam Husseins und der vornehmlich sunnitischen Aufständischen für den Anschlag auf ihre Moschee verantwortlich gemacht.
Inzwischen sind unter dem Verdacht der direkten Beteiligung an dem Bombenanschlag auf die Goldene Moschee in Samarra im Irak zehn Menschen festgenommen worden. Wie der nationale Sicherheitsberater Muaffak el Rubaie am Dienstag mitteilte, waren unter den Festgenommenen auch vier zur Bewachung des schiitischen Heiligtums abgestellte Polizisten.
Die Ermittlungen hätten ergeben, daß „mit Sicherheit“ der irakische Ableger Al Qaidas hinter dem Attentat stecke, sagte der Sicherheitsberater im Anschluß an eine Unterredung mit Ayatollah Ali Sistani, dem höchsten schiitischen Würdenträger des Landes.