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Interview im ZDF Osthoff: Entführer kamen aus Umfeld von Al Zarqawi

 ·  Susanne Osthoff hat in einem Interview mit dem ZDF erklärt, ihre Geiselnehmer gehörten zu dem Umfeld des Al-Qaida-Anführers im Irak. Ihre angeblicher Plan in den Irak zurückzukehren, sei „eine komplette Lüge“.

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Die Archäologin Susanne Osthoff geht davon aus, daß ihre Geiselnehmer aus dem Umfeld des Al-Qaida-Anführers im Irak, Abu Musab al Zarqawi, stammen. Sie sei informiert worden, um wen es sich bei den Entführern gehandelt habe, sagte Osthoff am Dienstag in einem ZDF-Interview, dessen Wortlaut am Mittwoch auf der Internet-Seite des Senders veröffentlicht wurde und das am Abend in Auszügen ausgestrahlt wurde.

Es habe sich um eine Gruppierung aus dem Umfeld von Al Zarqawi gehandelt. „Das ist mir von Anfang an klar gemacht worden.“ Al Zarqawi und seine Terrorgruppe hat sich zu zahlreichen Selbstmordanschlägen im Irak bekannt. Über Details ihrer Entführung wollte Osthoff sich nicht äußern: „Das interessiert niemanden, ein Kidnapping läuft mit Gewalteinwirkung ab, in der Regel.“

Rückehr in den Irak „eine Lüge“

Zur Frage, ob sie in den Irak zurückkehren wolle, sagte die 43 Jahre alte Frau, die aus Bayern stammt: „Es ist eine komplette Lüge.“ Sie habe so etwas noch nie behauptet.

In den vergangen Tagen hatten Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Außenpolitiker der Koalition an Osthoff appelliert, nicht wieder in das Land zurückzukehren und sich der Gefahr einer abermaligen Entführung auszusetzen.

Dank an Schröder

Dankbar zeigte sich Osthoff gegenüber Altkanzler Gerhard Schröder, der in einem arabischen TV-Sender an die Entführer appelliert hatte, die Archäologin freizulassen. „Ich möchte das jetzt noch sagen, ich danke Herrn Gerhard Schröder für diese Ansprache, denn das hat mir viel geholfen.“

Osthoff war nach drei Wochen Geiselhaft von ihren Entführern vergangene Woche frei gelassen worden. Unbekannte hatten sie während einer Überlandfahrt gekidnappt. Auf einem der ARD zugespielten Video hatten sie damit gedroht, Osthoff zu töten, wenn Deutschland nicht die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einstelle. Ob es für die Freilassung Gegenleistungen gegeben hat, ist unklar.

Irakische Entführer drohen mit Tötung eines Franzosen

Während der vergangenen drei Monate sind im Irak mindestens 15 Ausländer. Nun hat eine kaum bekannte irakische Extremistengruppe dem arabischen Fernsehsender Al-Arabija zufolge mit der Tötung einer französischen Geisel gedroht. Der Sender strahlte am Mittwoch ein Video aus, auf dem ein vor Aufständischen kniender Mann zu sehen war, die mit Gewehren auf seinen Kopf zielten.

Die Extremistengruppe „Brigade für die Überwachung des Wohls des Iraks“ drohte Al-Arabija zufolge, den Ingenieur zu töten, sollte Frankreich seine „unrechtmäßige Präsenz“ in dem Golfstaat nicht beenden. Frankreich unterhält weder Truppen im Irak, noch ist das Land an der Ausbildung von Polizisten beteiligt. Insgesamt halten sich rund 90 Franzosen im Irak auf. Rund die Hälfte von ihnen arbeitet für die französische Botschaft.

Der Mann auf dem Video nannte sich „Bernard“. „Ich bin Bernard. Ich bin 52. Ich bin aus Lyon in Frankreich. Ich habe seit zwei Jahren als Wasserbauingenieur gearbeitet.“ Er sprach Englisch, im Fernsehen wurde aber eine arabische Übersetzung eingeblendet. „Ich danke jedem, der mir helfen will. Ich danke meinen Angehörigen und entschuldige mich für die Schwierigkeiten, die ich ihnen bereitet habe.“

Im Verlauf des Dezembers hatten Bewaffnete in Bagdad einen französischen Ingenieur verschleppt. Vertreter Frankreichs und des Iraks hatten ihn als Bernard Planche identifiziert. Er habe für eine Nichtregierungsorganisation im Irak gearbeitet. Die französische Regierung hatte seinerzeit zugesagt, alles für Planches Freilassung tun zu wollen. Am Mittwoch forderte das Außenministerium in Paris abermals, ihn sofort auf freien Fuß zu setzen. Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte der Mitteilung zufolge, das Video-Band werde untersucht. Er wies auf die Notwendigkeit in solchen Fällen hin, sich diskret zu verhalten.

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