02.08.2008 · Chinas Führung meint immer noch, „frei“ bedeute „frei von Kritik am Gastgeber“. Eine freie Berichterstattung ist unter solchen Bedingungen nicht möglich. Das IOC hatte das Thema Internet-Zensur am Freitag dennoch zum wiederholten Male für erledigt erklärt.
Von Peter SturmFalls die chinesischen Behörden anstreben, täglich eine verbale Streicheleinheit vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu bekommen, sind sie auf gutem Weg: Sie brauchen nur jeden Tag eine zuvor gesperrte Internetseite für einige Zeit den Olympia-Berichterstattern zugänglich zu machen.
Das IOC hatte das Thema Internet-Zensur am Freitag zum wiederholten Male für erledigt erklärt und dabei sich und die chinesische Führung gelobt. Aber wieder kam der Freudenausbruch zu früh. Zwar ist mittlerweile so gut wie jedem klar, dass Äußerungen des IOC nicht immer ernst zu nehmen sind. Aber es bleibt das Problem. Und da geht es ums Prinzip. Eine freie Berichterstattung ist unter solchen Bedingungen nicht möglich.
Chinas Führung meint immer noch, „frei“ bedeute „frei von Kritik am Gastgeber“. Das IOC behauptet fortwährend, es kämpfe für wirkliche Pressefreiheit. Man kann leider nicht behaupten, dass dieser „Kampf“ bisher besonders erfolgreich war. China verhält sich derweil nur konsequent. Es zensiert.