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Internet Washington verzichtet auf Terror-Wetten

30.07.2003 ·  Selbst das Pentagon kann sich nach öffentlicher Kritik nicht mehr vorstellen, auf einer eigenen Webseite Wetten auf die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen anzunehmen. Die Pläne werden gestoppt.

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Das amerikanische Verteidigungsministerium läßt nach heftiger Kritik von demokratischer Seite seinen Plan fallen, eine Internet-Börse zum Handeln mit Voraussagen über Terroraktionen einzurichten. Das Pentagon solle zwar einfallsreich sein, „aber es sieht so aus, als wären sie es in diesem Fall ein bißchen zu sehr gewesen“, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz in einer Kongreßanhörung.

Nach Medienberichten hat das Pentagon bereits 600.000 Dollar in das Projekt investiert, das am Freitag gestartet werden sollte. Danach sollte zunächst 1000 und ab Januar dann mindestens 10.000 Spekulanten die Möglichkeit gegeben werden, auf die Wahrscheinlichkeit von Terroraktionen, Attentaten oder auch Raketenangriffen zu wetten. Das Verteidigungsministerium erhoffte sich davon wichtige Aufschlüsse, die zur Verhinderung derartiger Gewaltaktionen beitragen könnten.

Der Plan war erst am Montag durch zwei Demokraten enthüllt worden, die das Programm als „moralisch verabscheuungswürdig“ und „schlicht dumm“ kritisierten. Auch der Führer der demokratischen Minderheit im Senat, Tom Daschle, hatte einen Verzicht auf das Programm gefordert.

Der Plan war von einer Pentagonabteilung unter Leitung des pensionierten Admirals John Poindexter, einer Schlüsselfigur in der Iran-Contra-Affäre der achtziger Jahre, und zwei Privatfirmen ausgearbeitet worden. Auf einer inzwischen geschlossenen Webseite war als Beispiel eine Wette über die Wahrscheinlichkeit eines Attentats auf den Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat genannt worden.

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