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Internet Unfaire Tricks im Kampf um Domainnamen

14.08.2001 ·  Die täglichen Gefechte um frei werdende .com-Domains sind vorerst gestoppt, doch auch bei .info wird bereits geschummelt.

Von Alexander Svensson
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Die Chancen für einen durchschnittlichen Internetnutzer, an einen einprägsamen Domainnamen zu kommen, sind schlecht: Profis stürzen sich gezielt auf ablaufende Domains und versperren dabei anderen den Zugriff. Aus diesem Grund werden abgelaufene .com-, .net- und .org-Domains vorläufig nicht mehr freigegeben, bis über ein faireres Verteilungsverfahren entschieden ist. Auch bei den neuen .info-Domains wird in die Trickkiste gegriffen, um Namen zu reservieren.

Das Gefecht beginnt um 6:30 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit: Täglich werden zu diesem Zeitpunkt Hunderte von Domains wieder verfügbar, weil deren Inhaber die Rechnung nicht mehr bezahlt haben. Spekulanten informieren sich vorher über die frei werdenden Domains und konzentrieren sich dabei auf die wenigen Namen, die besonders lukrativ erscheinen. Dabei haben normale Nutzer meist das Nachsehen: Die Profis haben schnelle Leitungen und verwenden automatisch ablaufende Skripts, die nach Angaben des .com-Betreibers VeriSign mehr als 1000 Mal pro Minute versuchen, eine einzige Domain zu registrieren.

Konkurrenz wird ausgebremst

An diesen elektronischen Namensgefechten sind auch einige von der Internetverwaltung Icann akkreditierte Registrare beteiligt, da nur sie direkt auf die zentrale Domain-Datenbank für .com, .net und .org zugreifen dürfen. Mit mehr als 100.000 Zugriffen pro Minute blockieren sie nach VeriSign-Angaben die Zugänge zur Datenbank und geben anderen keine Chance, die Domains für ihre Kunden zu bekommen. Eine Reihe von weiteren Anbietern sorgt für die Datenanalyse und bietet gegen Bezahlung Listen mit frei werdenden Domains an. Ab sofort ist das morgendliche Wetteifern um die Namen jedoch vorbei: Es gibt vorläufig keine weiteren Runden, bis VeriSign, Registrare und Icann eine Lösung finden.

Falsche Warenzeichen

Die Knappheit einprägsamer Domainnamen sollte eigentlich mit der Einführung neuer Top-Level-Domains wie .info, .biz und .name ein Ende nehmen. Doch auch hier wird erbittert um die besten Plätze gerungen. Findige Geschäftsleute haben sich zu Nutze gemacht, dass Warenzeicheninhaber ihre Marke vorab als .info-Domain registrieren können: Da .info-Betreiber Afilias deren Angaben nicht überprüft, wurden besonders attraktive Domains wie car.info und music.info besetzt, bevor normale Internetnutzer es versuchen konnten. Einen Eintrag im Markenregister können deren Inhaber aber tatsächlich nicht vorweisen.

Die Freude an den so besetzten Domainnamen könnte jedoch schnell vorbei sein: Mit einem Streitschlichtungsverfahren ist es möglich, diese Domainvergaben wieder in Frage zu stellen. Am Ende könnte dann derjenige die Domain bekommen, der sich mittels des Schlichtungsverfahrens durchsetzt - sofern er bereit ist, dafür rund 650 DM Antragsgebühr zu riskieren.

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