Home
http://www.faz.net/-gpf-2nyp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Internet Überwachungsplan stößt auf Widerspruch

12.04.2001 ·  Die Pläne der Regierung zur Überwachung von Telefonen und Internet stoßen bei der Initiative D21 auf Kritik.

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Initiative D21 führender deutscher Computer- und Software-Unternehmen hat Überwachungspläne der Bundesregierung für das Internet kritisiert. „Die Verordnung ist untauglich und unverhältnismäßig", erklärte D21-Sprecher Norbert Eder am Donnerstag in Berlin.

Mit der Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) des Bundeswirtschaftsministeriums sollen die Vorschriften für das Abhören von Telefongesprächen auf das Internet sowie auf E-Mails und Mail-Boxen ausgeweitet werden. Eder nannte die geplante Pflicht zur Speicherung großer Datenmengen unpraktikabel. Es sei wichtiger, dass die Polizei mit Computern und Fachwissen ausgestattet werde, um offensichtliche Rechtsverstöße im Netz aufzuspüren.

Kritik an der Eile

Unverständlich nannte es Eder, dass es bislang nur eine Anhörung zu der Verordnung gegeben habe. Die Bundesregierung wolle die Regelungen noch vor der Sommerpause ins Kabinett bringen und in Kraft treten lassen. Damit solle wohl eine Diskussion im bevorstehenden Wahlkampf vermieden werden. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums lehnte eine Stellungnahme zum Zeitplan und zur inhaltlichen Kritik ab.

Es sei wenig effektiv und äußerst aufwändig über längere Zeit sämtliche Bewegungen im Internet sowie E-Mail-Kontakte von Verdächtigen zu speichern, sagte Eder. Dies sei mit dem Aufwand für eine Telefonüberwachung nicht zu vergleichen. Allein die Deutsche Telekom beziffere die ihr entstehenden Kosten dafür auf mehr als 100 Millionen Mark.

In der Initiative D21 sind nach eigenen Angaben mehr als 200 Unternehmen der Computer- und Softwarebranche zusammengeschlossen, darunter auch die Telekom. Auch der Verband Electronic Commerce Forum (eco), in dem Provider organisiert sind, hatte den TKÜV-Entwurf scharf kritisiert.

Quelle: @ps, mit Material von ddp, Reuters
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Brandsatz Syrien

Von Günther Nonnenmacher

In Syrien ist ein voll entfalteter Bürgerkrieg im Gang. Assad geht mit aller Härte vor, weil er fürchtet, dass jedes Nachgeben als Zeichen der Schwäche gewertet wird. Die Opposition hofft, das Regime mit der Zeit zu zermürben. Dieser Konflikt könnte den gesamten Mittleren Osten in Brand setzen. Mehr 1