25.10.2008 · Es ist bemerkenswert, dass China, Südkorea und Japan sich auf einen Rettungsfonds einigen und traditionelle Nationalismen überwinden. Umso unverständlicher ist es, wenn der EU-Ratspräsident Sarkozy die Tugend des Koordinierens und der Absprache predigt, sie selbst aber nicht beherzigt.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerOb dereinst tatsächlich eine „effektive globale Finanzmarktregulierung“ auf den Weg gebracht sein wird, wie es die Kanzlerin wünscht, steht in Gipfelsternen. Aber die Finanzmarktkrise, die auf die globale Realwirtschaft überzuspringen droht, hat bis jetzt noch nicht den wirtschaftspolitisch gefährlichsten Instinkt geweckt, den Protektionismus. Weil die Volkswirtschaften und Regionen so sehr miteinander verflochten sind, ergeht vielmehr allenthalben der Ruf nach internationaler Zusammenarbeit.
Der EU-Kommissionspräsident Barroso bringt es, auf China und die EU gemünzt, auf den Punkt: Entweder wir gehen zusammen unter, oder wir schwimmen zusammen - das Schlüsselwort ist in beiden Fällen zusammen.
Es ist bemerkenswert, dass China, Südkorea und Japan sich auf einen Rettungsfonds einigen und traditionelle Nationalismen überwinden. Umso unverständlicher ist es, wenn der EU-Ratspräsident Sarkozy die Tugend des Koordinierens und der Absprache predigt, sie selbst aber nicht beherzigt und ständig selbstbezogen über ungelegte Europa-Eier redet.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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