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Integrationsdebatte Der lange Weg zum Euro-Islam

25.09.2010 ·  Die wahren Integrationsprobleme beschreiben nicht das individuell ausgeprägte oder mangelhafte Talent zum Erlernen der deutschen Sprache. Vielmehr müssen sich die Muslime darüber klar werden, was sie im früher sogenannten Okzident wollen.

Von Georg Paul Hefty
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In der Politik muss Wahrheit Wirklichkeit sein, oder sie ist gar nicht wahrhaftig. Einen großen Beitrag zur Wahrhaftigkeit in der Integrationsdebatte hat die in Hannover lebende, aus Iran stammende Juristin und muslimische Theologin Hamideh Mohagheghi auf dem Deutschen Juristentag geleistet, als sie sagte, dass die für die Stellung des Islam in Europa bedeutenden innerislamischen Klärungen noch zwanzig bis dreißig Jahre in Anspruch nehmen werden.

Das musste all den deutschen Politikern ins Stammbuch geschrieben werden, die so tun, als brächten Integrationsgipfel der Kanzlerin, Islamkonferenzen der aufeinander folgenden Bundesinnenminister, Planungen der Kultusminister für einen deutschsprachigen islamischen Religionsunterricht oder sonstige Zehnpunkteprogramme der zuständigen Landesminister die Integrationsprobleme auch nur einen Schritt ihrer Lösung näher.

Mehr als das Erlernen der Sprache

Die wahren Integrationsprobleme beschreiben nicht das individuell ausgeprägte oder mangelhafte Talent zum Erlernen der deutschen Sprache, auch nicht die Fähigkeit, sein Leben in einem sozialversicherungsförderlichen Arbeitsfeld zu verbringen oder die Beteiligung an multikulturellen Sportveranstaltungen.

Das einzige wahrhafte Integrationsproblem ist die Integrationsverweigerung einer kleinen Minderheit von zehn bis fünfzehn Prozent der Zugewanderten.

Anpassung oder Ausbreitung?

Da hat Frau Mohagheghi den Politikern hoffentlich die Augen geöffnet, erstens für die Zeiträume und zweitens dafür, dass nichts wirklich geklärt ist, bis die Muslime sich nicht darüber klar geworden sind, was sie im früher sogenannten Okzident wollen: eine Ausbreitung ihrer glaubensgeprägten Lebensweise oder eine Anpassung (“Modernisierung“) an ihre neuen Nachbarn und Mitbürger.

Bis sich zum Beispiel ein sogenannter Euro-Islam entwickelt, wird es Jahrzehnte brauchen, und dann ist noch immer fraglich, ob er sich in dieser Weltgegend durchsetzt oder dem traditionellen Islam unterschiedlicher Richtungen unterliegt. Und welche Bedeutung hätte dabei eine Aufnahme der Türkei in die EU?

Gemessen daran, sind die täglichen integrationspolitischen Rangeleien unter sozialdemokratischen Parteifreunden oder die Kritiken liberaler Justizminister, die sich vor lauter Großzügigkeit nicht mehr an die Freiheitsfragen herantrauen, an den parteipolitischen Konkurrenten Fliegendreck, der heute auffällt und morgen vergessen ist.

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Jahrgang 1947, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“.

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