Das letzte Versteck der Neonazi-Terrorzelle NSU verschwindet. Seit Dienstagmorgen beseitigt ein Bagger in Zwickau die Überreste der Doppelhaushälfte, in der die Gruppe vom Frühjahr 2008 an bis zu ihrem Auffliegen vor einem halben Jahr gewohnt hatte. Nach Angaben der städtischen Wohnungsgesellschaft GGZ soll das ganze Haus bis spätestens 11. Mai abgerissen werden. Bis Ende Mai werde der Rasen gesät sein - anstelle des Hauses entsteht eine Grünfläche.
Die Wohnungsgesellschaft hatte das Haus im Auftrag der Stadt zum Abriss erworben. Zwickau will damit einen Wallfahrtsort für Rechtsextreme verhindern. Bereits 2011 hatte der damalige Hauseigentümer die erste Etage abtragen lassen, in dem das Trio - die mutmaßlichen Rechtsextremisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - etwa dreieinhalb Jahre in einer 122 Quadratmeter großen Wohnung gelebt hatte.
Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe waren 1998 abgetaucht. Auf das Konto der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) sollen zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und zahlreiche Banküberfälle gehen. Mundlos und Böhnhardt töteten sich nach dem letzten Raubzug am 4. November in Eisenach in einem Wohnmobil. Noch am selben Tag soll ihre Mitbewohnerin Zschäpe eine Explosion in dem Zwickauer Haus ausgelöst haben. Zwischen den Trümmern fanden Ermittler anschließend viele Beweise für die NSU-Verbrechensserie.
Jetzt schon Abriss?
Gerhard Katz (spital8katz)
- 24.04.2012, 17:21 Uhr