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Zwangspause beendet Die „Gorch Fock“ sticht wieder in See

Zwei Jahre nach dem tödlichen Sturz einer Kadettin aus der Takelage ist die „Gorch Fock“ wieder zu einer Ausbildungsfahrt aufgebrochen. Für die Offizieranwärter soll der Dienst an Bord des für zehn Millionen Euro überholten Segelschulschiffs sicherer geworden sein.

© dpa Vergrößern Die „Gorch Fock“ läuft am Dienstag in die Kieler Förde aus

Für die Deutsche Marine ist am Dienstagmorgen eine Leidenszeit zu Ende gegangen. Die „Gorch Fock“, lange Jahrzehnte das Aushängeschild der deutschen Seestreitkräfte, brach zwei Jahre nach dem tödlichen Unfall einer Offizieranwärterin und massiver öffentlicher Kritik von ihrem Kieler Heimathafen aus zu einer neuen Ausbildungsfahrt auf.

Lorenz Hemicker Folgen:

Im November 2010 war die 25 Jahre alte Seekadettin Sarah Seele bei einem Hafenaufenthalt in Brasilien aus der Takelage des Segelschulschiffs gestürzt und dabei tödlich verunglückt. Berichte über angebliche Schikanen an Bord, des Dreimasters, Ausbildungsdefizite und Führungsschwächen machten Schlagzeilen. Die Segelausbildung wurde infrage gestellt. Die Marine stoppte den Betrieb und richtete eine Untersuchungskommission ein, deren Mitglieder sich für eine Fortführung der seemännischen Ausbildung auf der „Gorch Fock“ unter Maßgabe zahlreicher Änderungen aussprachen. Daraufhin überarbeitete die Marine ihre Segelausbildung.

"Gorch Fock" zu erstem Ausbildungstoern mit neuem Konzept gestartet Der neue Kommandant: Kapitän zur See Helge Riesch (49), am Dienstag vor dem Auslaufen © dapd Bilderstrecke 

An der Offizierschule in Mürwik errichtete die Marine einen Übungsmast, an dem die Kadetten das auf- und abentern in der Takelage üben. Zudem wurden neue Sicherungsmaßnahmen an Bord eingerichtet und das Ausbildungskonzept überarbeitet. Unter anderem will die Marine im Vorfeld der Seefahrt die körperliche Fitness der Offizieranwärter deutlich stärker fördern. Auf ihrem Hochseetörn werden die Kadetten schließlich ab sofort von ihren Ausbildern aus der Marineschule begleitet. Damit verfügt die Marine faktisch über ein zusätzliches Kontrollinstrument gegenüber der Stammbesatzung, die in der Vergangenheit in die Kritik geraten war.

Neuer Kommandant des Segelschulschiffs ist der 49 Jahre alte Kapitän zur See Helge Risch. Sein Vorgänger im Amt, Kapitän zur See Norbert Schatz, war im Januar 2011 vom damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg  (CSU) von seinem Kommando entbunden worden. Zwar wurden dem Gorch-Fock-Kommandanten schlussendlich keine Schuld am Tod der Seekadettin gegeben. Schatz verzichtete dennoch infolge darauf, das Segelschulschiff abermals zu übernehmen.

Marineoffiziere: Ausbildung „zeitgemäß“

Nach Abschluss der Untersuchungen verzögerte sich die Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebs aufgrund von Schäden am Schiffskörper weiter. Wegen Rostbefall musste die „Gorch Fock“ für zehn Millionen Euro im Dock überholt werden. Nach Abschluss der Arbeiten des Schiffs wird das Schiff nun von der Stammbesatzung nach Las Palmas (Gran Canaria) gesegelt. Dort soll im Januar 2013 die Ausbildung mit rund 220 Offizieranwärtern wieder aufgenommen werden.

Ranghohe Marineoffiziere bewerten die Ausbildung an Bord nach wie vor als „zeitgemäß“. Es gehe für die angehende Offiziere um „Grenzerfahrungen“, die sich auf einem Schiff ohne große technische Hilfsmittel gegen die Naturgewalten behaupten lernen müssten.

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Quelle: FAZ.NET

 
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