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Zwangsarbeit Ikea ließ auch in Kubas Gefängnissen produzieren

Nach Informationen der F.A.Z. mussten auch Häftlinge in Kuba für den Einrichtungskonzern Ikea arbeiten. Entsprechende Vereinbarungen waren 1987 mit der DDR ausgehandelt worden. Ikea gab bekannt, nichts über eine Produktion von Möbeln in Kuba zu wissen.

© Jung, Hannes Vergrößern

Nicht nur Häftlingsbrigaden in der DDR haben Möbel für das schwedische Möbelhaus Ikea hergestellt. Auch in kubanischen Gefängnissen mussten Inhaftierte für Ikea arbeiten. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstagsausgabe). Die entsprechenden Vereinbarungen wurden im September 1987 von einer Delegation der „Kunst- und Antiquitätenhandel GmbH“ (KuA) und der „Delta Export Import GmbH“ der DDR ausgehandelt.

Eine fünfköpfige DDR-Expertengruppe traf demnach am 17. September 1987 in Havanna ein und nahm am nächsten Tag die Besprechungen mit Vertretern des kubanischen Innenministeriums über gemeinsame Geschäfte auf. Aus Unterlagen des DDR-Außenhandels geht laut F.A.Z. hervor, dass zu den kubanischen Gesprächspartnern der DDR-Delegation auch Oberstleutnant Enrique Sanchez gehörte, der die Firma „Emiat“ leitete, die für die Ausstattung und Versorgung von Ferien- und Gästehäusern der kubanischen Staatsführung zuständig. Laut den DDR-Unterlagen waren „diese Produktionsstätten in Strafvollzugsanstalten des Ministerium des Inneren eingegliedert“.

Erste Lieferung an Qualitätsmängeln gescheitert

Einen Monat nach dem Kuba-Besuch kam es in Ost-Berlin zur Unterzeichnung einer vertraglichen Vereinbarung mit „Ikea Trading Berlin“, die ihren Sitz damals im Internationalen Handelszentrum in der Berliner Friedrichstraße hatte. Neben dem Vertragsabschluss über drei bis viertausend „Falkenberg“-Garnituren äußerten die Ikea-Vertreter laut F.A.Z. den Wunsch, in Kuba auch zehntausend Kindertische und 35.000 Esstische herstellen zu lassen.

Die erste Lieferung der Garnitur „Falkenberg“ scheiterte im Frühsommer 1988 allerdings an Qualitätsmängeln. Erst eine Intervention der DDR in Kuba sorgte laut den Protokollen, die der F.A.Z. vorliegen, für eine Produktionsumstellung gemäß der „Qualitätsnorm von Ikea“, sodass noch vertragsgemäß „eine direkte Verschiffung Havanna – Schweden vorgenommen werden kann“.

Ikea hatte mit Bezug auf die mögliche Beschäftigung von DDR-Häftlingen mitgeteilt, dass man die Vorwürfe sehr ernst nehme und untersuche. „Sollte dies in der Produktion für Ikea bei unseren Lieferanten tatsächlich passiert sein, so ist dies völlig unakzeptabel und zutiefst bedauerlich.“ Der Konzern teilte der F.A.Z. mit, nichts über eine Produktion von Möbeln für Ikea in Kuba zu wissen.

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Quelle: F.A.Z.

 
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