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Nutzung von Luftwaffenbasis : Teheran verärgert über Moskaus Machtdemonstration

  • Aktualisiert am

Ein russischer Bomber vom Typ Tu-22M3 steht auf dem Luftwaffenstützpunkt in Hamadan. Von hier aus flogen Bomber Angriffe in Syrien. Bild: AP

Eine Woche lang flog Russland seine Kampfbomber von einer iranischen Luftwaffenbasis aus in den Syrien-Krieg. Nun erklärt Teheran die Zusammenarbeit für beendet – und macht Moskau schwere Vorwürfe.

          Die Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ist vorerst beendet. Nach knapp einer Woche beendete der Iran die Nutzung seiner Luftwaffenbasis Hamadan 900 Kilometer von Zentralsyrien entfernt durch russische Kampfflugzeuge völlig überraschend. Das teilte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Ghassemi, am Montag in Teheran mit. „Das war eine provisorische Zusammenarbeit, die vorläufig eingestellt wurde“, sagte er der Agentur Isna zufolge. „Russland hat keinen Stützpunkt in Iran und ist hier nicht stationiert.“ Künftige russische Angriffe von iranischem Boden aus schloss er aber nicht aus, sollte „die Situation in der Region“ sie erfordern. Die russischen Behörden gaben zunächst keine Stellungnahme ab.

          Russland hatte am 16. August erstmals Luftangriffe im Bürgerkriegsland Syrien von der iranischen Basis aus gestartet. Weil sich die Flugzeit im Vergleich zu Starts vom russischen Boden verkürzte und die Kampfflugzeuge weniger Treibstoff verbrauchten, konnten sie eine größere Bombenlast transportieren. Beobachter hatten die Nutzung der Basis als weiteren Schritt zur Festigung der Macht Russlands im Nahen Osten bewertet. Doch in Iran war die Entscheidung umstritten.

          Stützpunkt unter Stillschweigen bereitgestellt

          Teheran hatte Moskau den Stützpunkt Hamadan nach iranischer Darstellung unter der Bedingung eines Stillschweigens zur Verfügung gestellt. Das russische Verteidigungsministerium hatte vergangene Woche erklärt, Bomber vom Typ Tu-22M3 und Su-34 flögen Angriffe gegen islamistische Rebellen in Syrien vom iranischen Stützpunkt aus. Die Russen machten die neue Zusammenarbeit aber offensichtlich ohne Absprache öffentlich. Das führte in Iran zu Erklärungsnot und zur Verärgerung der Regierung, weil die Überlassung eines Militärstützpunktes an ein anderes Land gegen die Verfassung verstößt.

          „Das war so nicht abgemacht und seitens der Russen mehr eine Machtdemonstration einer Weltmacht gegenüber einer anderen“, kritisierte Verteidigungsminister Hussein Dehghan. Zudem habe Iran Russland keine klassische Basis zur Verfügung gestellt, sondern nur eine Betankungsanlage für seine Kampfflugzeuge.

          Im Westen wird der Einsatz als mögliche Verletzung des Waffenembargos gegen Iran gesehen, das den Verkauf ebenso wie den Transfer von Kampfflugzeugen an die islamische Republik nur mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats erlaubt. Besonders in Amerika wurde harsche Kritik an der russischen Aktion laut.

          Dehghan betonte, alles sei im rechtlichen Rahmen des gemeinsamen Kampfes gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und mit der Erlaubnis der syrischen Regierung erfolgt. Ziel sei es gewesen, „die Wurzel des Terrorismus auszutrocknen“. Staatsentscheidungen in Iran benötigen keine legislative Bestätigung. Sie können kurzfristig über den Sicherheitsrat gebilligt und umgesetzt werden.

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