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Veröffentlicht: 05.06.2016, 11:36 Uhr

Zum Nachlesen Gaulands Rede im Wortlaut

Am 2. Juni hielt AfD-Politiker Alexander Gauland auf dem Marktplatz in Elsterwerda eine Rede, in der er sich rechtsextreme Parolen zu eigen machte. Hier können Sie sie im Wortlaut nachlesen und hören.

© Reuters AfD-Politiker Alexander Gauland

Liebe Freunde aus Elsterwerda, ja, das war eine große Rede von meinem Freund Björn Höcke. Und ich bedanke mich gleich am Anfang dafür, weil ich heute, und Sie werden sich vorstellen warum, nochmal ein wenig persönlich werden will. Ich weiß jetzt, was ich früher nicht gewusst habe, was ein veritabler Shitstorm ist. Ja, liebe Freunde, ich habe etwas Richtiges gesagt, aber ein falsches Beispiel gewählt, das mir Journalisten vorgelegt haben. Das können Sie die eigene Dummheit nennen. Aber das, was ich gesagt habe und das, was ich ausgedrückt habe, das erleben wir in unserem Land und das hat Björn Höcke gerade völlig richtig beschrieben. Nämlich das, was hier auf diesem Schild steht (Gauland bezieht sich auf ein Schild, das ein Mann vor der Bühne hochhält, F.A.S.): „Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land“. 

Wir alle wissen doch inzwischen, dass es viele Eltern gibt, die ihre Kinder von der Schule nehmen, weil zu viele Ausländerkinder sozusagen die Sprache ruinieren, die in der Schule gesprochen wird. Dass es Menschen gibt, die ihre Häuser verkaufen, die nicht bestimmte Nachbarn haben wollen. Wenn man das in diesem Land nicht aussprechen darf, dann ist das die reine Unwahrheit und die reine Heuchelei.

© F.A.Z. Audio-Mitschnitt von Alexander Gaulands gesamter Rede am 2. Juni in Elsterwerda

Ich habe nur ausgesprochen, was jeder von uns weiß und was jeder überall in der Zeitung lesen kann. Und schauen Sie mal nach Hamburg in die vornehmen Viertel. Die wollen alle keine Flüchtlingsheime neben sich haben. Und schauen Sie mal nach Frankfurt, wo die Eltern weite Schulwege fahren, um ihre Kinder in Schulen zu bringen, wo keine Ausländer mit Sprachschwierigkeiten sind. Und wenn ich das anspreche und ausspreche, dann habe ich nicht gesagt, das ist gut. Ich stelle es fest; es ist das, was die Deutschen bewegt. Eben: Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land. ...(Satzteil unverständlich, F.A.S.) völlig richtig ausgedrückt.

Unser Land verändert sich gegen unseren Willen. Ich will den Satz gern aufnehmen: Es ist eine Kanzler-Diktatorin. (Gauland bezieht sich hier auf Höcke, der zuvor gesagt hatte, er - Höcke - verweigere Merkel die Bezeichnung Bundeskanzlerin und nenne sie stattdessen „Kanzler-Diktatorin“, F.A.S.) Ludwig der Vierzehnte, der Sonnenkönig, hätte sich nicht getraut, was sie sich traut. Dass sie ein Volk völlig umkrempelt und viele fremde Menschen uns aufpfropft und uns zwingt, die als Eigenes anzuerkennen. Das geht nicht. Und das geht auch nicht ohne Bundestag und ohne dass Sie gefragt werden. Und keiner von uns ist gefragt worden. 

Ich habe darauf hingewiesen: Wir müssen es überall im Lande erleben und sehen, dass wir Fremde bei uns haben, die aus einer ganz anderen Kultur kommen, die ein Problem mit ihrer Religion haben, die Schwierigkeiten haben, sich zu integrieren. Und da kommt diese Frau her und sagt: Naja, wir haben ja früher Schwierigkeiten gehabt, das will ich ja gern zugeben, es gibt ja da noch Parallelgesellschaften, aber diesmal schaffen wir das. Woher weiß die Frau, dass wir das diesmal schaffen sollen oder wollen? Denn wir haben es nie geschafft. Und damals waren nicht so viele Menschen so fremd, wie sie es jetzt sind.

Und wenn aus dem ganzen Nahen Osten Menschen zu uns kommen, junge, ungebildete Muslime, dann ist es absurd zu glauben, dass diese Menschen sich hier einfach integrieren lassen. Die Zahlen hat mein Freund Björn Höcke genannt. Es wird uns irrsinnige Beträge kosten, Geld, das wir alle für viel anderes gebrauchen könnten, und es wird nichts helfen. Denn auch mit viel Geld können Sie Menschen nicht integrieren,  die nicht in diese Gesellschaft und nicht in diese Kultur passen.

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Quelle: wahlrecht.de
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