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Umstrittene Gaza-Reportage : Arte weist Kritik zurück

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Die Arte-Reportage porträtiert das Leben im Gazastreifen. Bild: EPA

Der Präsident des Zentralrats der Juden hat einen im Juli auf Arte ausgestrahlten Beitrag als einseitig kritisiert. In einer Stellungnahme wehrt sich der Sender nun gegen Vorwurf.

          Im Streit um eine umstrittene Reportage über den Gazastreifen weist der deutsch-französische TV-Sender Arte die Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland zurück. Den Vorwurf, Israel werde in dem Beitrag für den Konflikt alleine verantwortlich gemacht, könne man nicht nachvollziehen, hieß es in einer am Dienstagabend in Straßburg verbreiteten Stellungnahme. Gleichwohl verwies der Sender auf das Format der Sendung, die sich „bewusst ... mit den Lebensumständen der Protagonisten aus deren Perspektive“ befasse. Anders als Dokumentationen seien Reportagen „per definitionem Ausdruck der persönlichen Erfahrung und Begegnungen eines vor Ort befindlichen Journalisten.“

          Innerhalb einer Sendung erhebe man nicht den Anspruch, „einen komplexen Sachverhalt vollständig und von allen Seiten gleichwertig zu beleuchten.“ Dennoch achte man im Programm des Senders insgesamt konsequent darauf, „eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven des israelisch-palästinensischen Konflikts“ abzubilden.

          Der etwa fünfzehnminütige Beitrag „Gaza: Ist das ein Leben?“ war am 22. Juli ausgestrahlt worden und ist in der Online-Mediathek des Senders zu finden. Darin wird eine palästinensische Familie im Alltag begleitet, die Angehörige durch israelische Luftangriffe verloren hat. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte am Montag in einem Brief an den Sender geschrieben, die Reportage sei „von Einseitigkeit geprägt“ und unterschlage „wesentliche Informationen“. Er verwies auf einen ähnlichen Fall Anfang Juni. Damals hatte Arte eine Dokumentation über Antisemitismus nur mit einordnenden Untertiteln ausgestrahlt. Einen ähnlichen Faktencheck schlug Schuster nun auch für die Gaza-Reportage vor.

          Am Dienstag erschien auf dem deutsch-jüdischen Nachrichtenportal HaGalil ein offener Brief an Arte, der Schusters Kritik aufgriff. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Amadeu Antonio Stiftung, die Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin sowie die ehemalige Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch. In dem Schreiben werden vermeintliche Falschdarstellungen der Reportage minutiös aufgelistet. Arte hat sich bislang noch nicht im Einzelnen zu den Vorwürfen geäußert.

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