20.10.2007 · Die Kultusminister der Länder haben sich gerade erst auf einheitliche Bildungsstandards geeinigt. Sie sollen beschreiben, was die Schüler am Ende der jeweiligen Schulklasse wissen müssen. Bundesbildungsministerin Schavan jedoch will mehr.
Von Oliver HoischenTrotz Widerspruchs aus ihrer eigenen Partei hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ihre Forderung nach einem Zentralabitur bekräftigt. „Die Vereinbarung über einheitliche Bildungsstandards kann nur ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einem einheitlichen Abitur“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Samstag. Die „zögerliche Haltung einzelner Länder“ verstehe sie nicht.
Bei ihrem Treffen am Mittwoch in Bonn waren die Kultusminister einem Konzept der hessischen Ministerin Karin Wolff (CDU) gefolgt. Danach sollen künftig Bildungsstandards beschreiben, was die Schüler am Ende der jeweiligen Schulklasse wissen müssen. Frau Schavan jedoch will mehr. „Eltern, Lehrer und Schüler fordern zu Recht, dass wir hier auf einen einheitlichen Weg kommen, der auch Mobilität ermöglicht. Niemand versteht, dass es Hürden von einem Land zum anderen Land gibt. Das gilt nicht nur für die Abschlussprüfung der Schüler, sondern auch für die Lehrerausbildung“, sagte Frau Schavan.
Heftige Kritik
In den Ländern stößt sie damit auf heftige Kritik. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (CDU) stellte fest, ein bundesweit einheitliches Zentralabitur werde einen immensen organisatorischen und logistischen Aufwand mit sich bringen. „So wären einheitliche Prüfungstermine notwendig, und die würden wiederum einheitliche Ferientermine in allen 16 Bundesländern bedingen“, sagte Frau Sommer dieser Zeitung. Es könne nicht darum gehen, überall identische Abituraufgaben vorzulegen.
Allerdings will auch Frau Sommer ein einheitliches Niveau der Abituraufgaben sichergestellt wissen. „Ein Abitur in Nordrhein-Westfalen sollte nicht schwerer oder leichter sein als ein Abitur in einem anderen Bundesland. Dafür brauchen wir gemeinsame Standards, und ich bin sehr froh, dass die Kultusministerkonferenz sich darauf verständigt hat“, sagte Frau Sommer.
gerechtigkeit
Michael Hackl (hackl_m)
- 20.10.2007, 22:32 Uhr