07.03.2012 · Dem Zauberer vom Bellevue wurde der Vorhang weggezogen. Nun sollten Stillosigkeit und Winkeladvokatentum aber nicht mit gleicher Münze zurückgezahlt werden. Freigebigkeit im Symbolischen wie im Materiellen beschämt im Fall Wulff jedenfalls nicht den Staat.
Von Berthold KohlerRichtlinien für Lesermeinungen
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Immer wieder wird das Verhalten Herrn Wulffs mit der "Schnäppchenmentalität" verglichen,
die in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Eine solche Beurteilung
mag zutreffen. Sie beleuchtet aber nur die eine Seite der Medaille.
Es muss nämlich bedacht werden, dass sich eine solche Argumentation
allein auf den Straftatbestand der "Vorteilsnahme im Amt"
konzentriert. Hier kann zugestanden werden: Die genannten
Vergünstigungen können als "Peanuts" bezeichnet
werden.
Ganz anders sieht es aus, wenn wir den Straftatbestand der
"Vorteilsgewährung" im Amt betrachten. Hier kommen ganz
andere Beträge ins Spiel. Herr Wulff konnte sich seine kleinen
"Schnäppchen" anscheinend nur sichern, weil er bereit
war, auf Kosten der Steuerzahler Millionenbürgschaften zu
übernehmen. Und hier - unterstelle ich einmal - hätte der ein
oder andere Bürger doch Skrupel gehabt.
Abschließend: Die Ermittlungen gegen die Ex-Frau und PwC lassen
wohl noch Brisantes erwarten. Vielleicht reden wir bald auch im
Zusammenhang der Vorteilsnahme nicht mehr nur von "Schnäppchen".
Sehr geehrte Frau Waider,
dass die Bürgschaft nicht in Anspruch genommen wurde, ist eben als
Glück zu bezeichnen. Darauf sollte ein Ministerpräsident aber
nicht bauen.
Und die letzten Zeilen Ihres Kommentars können Sie nicht ernst
meinen. Ein Politiker muss Schecks anonymisieren oder die
Arbeitsverhältnisse seiner Ex-Frauen (steht so bei Ihnen, ich
weiß nur von einer) verkomplizieren, um sich Privatsphäre zu
bewahren? - Glauben Sie ernsthaft, dass die berufliche Tätigkeit
der Ex-Frau einen Sturm medialer Berichterstattung auf sich gezogen
hätte?
Und in anderen Fällen hat Herr Wulff die Berichterstattung
über sein Privatleben sehr viel weniger gestört.
Worauf beruhen Ihre Verdächtigungen und was ist Ihr Motiv?
Wegen Vorteilsgewährung wird nach meiner Kenntnis nicht ermittelt, sondern nur wegen Vorteilnahme. Ob die Millionenbürgschaft für Groenevold, die gar nicht in Anspruch genommen wurde, allein die Entscheidung Wulffs war, oder ob ganz sachlich entschieden wurde, ist auch nicht klar. Jedenfalls gab es kein großes Geschrei der Opposition, was vermuten lässt, dass die so wild gar nicht war. Und wieso lassen die Ermittlungen wegen der Beschäftigung von Wulffs früherer Ehefrau ("Ex-Frau") noch Brisanteres erwarten? Man könnte die Dinge auch ganz anders interpretieren, nämlich so, wie Geerkens den anonymen Scheck begründete: Als bewusstes oder unbewusstes Wehren gegen den gläsernen Menschen und als ein Insistieren auf ein wenig Privatsphäre. Da werden dann eben Schecks anonymisiert oder die Arbeitsverhältnisse der "Ex-Frauen" prominenter Persönlichkeiten verkompliziert.
Ein peinlicher Mensch erspart uns heute seine vorerst letzte Peinlichkeit nicht. Ich kann es nicht verhindern, wende mich jedoch angewidert ab. Diejenigen, die heute Abend mit würdevoller Miene das hässliche Spiel mitmachen, demaskieren sich selbst - allen voran die unsägliche Kanzlerin, deren treuer Vasall abgetreten ist, weil die Gefahr bestand, dass dessen Peinlichkeiten sie allmählich doch selbst beschädigen könnten. Ich schäme mich dafür, diese prinzipienlose, machtversessene Frau nur zu oft gewählt zu haben. Nein, Herr Kohler - ich jedenfalls bin inzwischen zu der Auffassung gelangt, dass man jeden so behandeln sollte, wie er andere behandelt hat, und in der Sprache zu ihm sprechen muss, die er am besten versteht. Und die Sprache des versöhnlichen Miteinanders ist nicht die Sprache des Herrn Wulff, auch wenn er sich gelegentlich im hohen Amt einer ähnlichen Phraseologie bediente, um Beifall zu heischen. Die Vuvuzelas mögen erklingen, doch mein TV bleibt ausgeschaltet.
... und ewig die gleiche Leier
"Der arme Herr Wulff hat doch nur getan, was alle machen - hier mal
einen Vorteil mitgenommen, dort mal was nur unvollständig gesagt,
wieso will man den armen Mann fertig machen, vernichten, wenn einer am
Boden liegt, hört man auf, ... etc."
Ich kann es nicht mehr hören!
Herr Wulff war und ist nicht Otto Normalbürger. Herr Wulff ist
für die Steuer- und Abgabenlast, für
"Aufstockerpest" und "Leiharbeitscholera" ebenso
mitverantwortlich, wie für die "alternativlose"
Rettungsorgie, welche noch unsere Kinder und Enkel zwingt für
Kosten aufzukommen, die nie einen volkswirtschaftlichen Nutzen in
Deutschland hatten! Er gab den moralischen, und hat, gemessen an seinen
eigenen Ansprüchen, versagt.
Er geht, weil er kein Vertrauen mehr genießt. Ein
Vertrauensverlust dieses Ausmaßes hat nichts ehrenhaftes an sich!
Er wäre auch keineswegs erledigt, wenn er keinen Ehrensold
bekäme, denn seine Altersbezüge als MdB bzw. MP bekommt er ja
in jedem Fall - und außerdem hat er doch viele gute Freunde!
Bundesverfassungsgerichts-Präsident Voßkuhle begründet seine Absage: "Teilnahme nicht angemessen"
In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung (SZ) zum Zapfenstreich
für Wulff wird die bemerkenswerte Begründung von
Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle zitiert,
warum er trotz Einladung dem Zapfenstreich fernbleibt.
Es heißt als wörtliches Zitat in der SZ: „ ,Die
Teilnahme an dem Zapfenstreich wird wegen des laufenden
Ermittlungsverfahrens als nicht angemessen erachtet`, heißt es aus
dem Bundesverfassungsgericht.“
Voßkuhle repräsentiert die Justiz, und die Justiz ermittelt
gegen Wulff. Gerade wurden auch erst Wulffs Privathaus durchsucht und
Computer beschlagnahmt. Voßkuhles Begründung für die
Absage an dem Zeremoniell, mit dem Wulf eine der höchsten Ehrungen
dieses Staates zuteil werden soll, erscheint daher angemessen, richtig
und nachvollziehbar. Während der BVerfG-Präsident der
höchsten Ehrung der Bundeswehr begründet fernbleibt, mutet
Wulff den Soldaten zu, ihn mit Stillgestanden, klingendem Spiel und
ausgesuchter Musik nach Großburgwedel verabschieden zu müssen.
Unschuldsvermutung ist richtig, Voßkuhles Absage auch.
Bei aller Unschuldsvermutung hat der Präsident des höchsten deutschen Gerichts eine neutrale Position zu beziehen. Das hat er getan. Wulff hat Voßkuhle in seinem ohnehin unsäglichen Beharren auf den Zapfenstreich und der Einladung dazu genötigt.
Mir liegen ein paar aktuelle Rechtsfälle vor
und da muss ich doch sagen, dass in der Justiz ein viel größeres Ausmaß an Korruption vorherrscht als die Dinge, über die aktuell bei Wulff geredet werden.
Unschuldsvermutung Herr Voßkuhle??
Auch für Herrn Wulff gilt die Unschuldsvermutung solange bis er nicht rechtskräfig verurteilt werden sollte. Dies auch besonders vor dem Hintergrund, dass ca. 80% dieser staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren wieder eingestellt werden. Hier offenbart der Herr Präsident des Bundesverfassungsgerichtes m.E. aber ein sehr merkwürdiges Rechtsverständnis. Da diese Aussage ja nicht von irgendeinem Advokaten kommt, bin ich (ver)fassungslos!! Bisher habe ich sehr viel von Herrn Voßkuhle gehalten...bisher!!
der Mann war Bundespräsident und nicht Bundeskanzler. Und da schicken sich die Dinge eben nicht.
danke für diesen sehr guten Artikel. Endlich einmal ein Journalist, der sich nicht unter Aufgabe des differenzierten Denkvermögens dem plebiszitären Wulff-Bashing anschließt. Zu diesem Thema scheinen viele Diskussionsteilnehmer in ganz Deutschland verantwortliche Teile des Gehirns ausserhalb des Kopfes zu Testzwecken in einer Cloud zwischengespeichert zu haben. Ist ja auch gerade Cebit.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.03.2012 16:38 UhrHui, Herr Jochens,
Sie sind ja schon fast 3.0 - Hut ab.
Ich würde einfach mal vom überheblich hohen Ross absteigen und
nicht die Leute beleidigen ("plebiszitäres
Wulff-Bashing"), die sich zu Recht über die unsäglichen
Sperenzien dieses Wulffs aufregen und grosszügig seinen Abgang bis
zum Lebensende finanzieren müssen. Da sind zu meinem großen
Bedauern auch meine mühsam erwirtschafteten Piselotten dabei. Und
rechnen Sie mir jetzt bitte nicht die Cents vor, die aus meinem
Portemonnaie an Wulff gehen.
Birds of a feather flock together
Gleich und gleich gesellt sich eben gerne, nicht wahr, Herr Jochens. Und damit meine ich nicht Sie und Herrn Kohler. Wenn Sie es nötig haben, Diskussionsteilnehmer derart zu beleidigen, dann führen Sie sich selber ad absurdum. Aber wahrscheinlich legen Sie sowieso keinen Wert darauf, ernst genommen zu werden.
Der Zapfenstreich nur eine weitere Peinlichkeit
Nehmen wir an, Herr Wulff wird rechtskräftig verurteilt. Dann hat man einem die höchste staatliche (Ganoven) Erhre erwiesen. Das sind dann die Krönung aller Peinlichkeiten und die Verwahrlosung jeglicher staatlich gebotener Vernunft. Respekt vor den Bundespräsidenten die durch fernbleiben dieser Veranstaltung sich diese Peinlichkeit ersparen.
nun sollte man Frieden schließen
Die ganze Zeit frage ich mich, was hat dieser Mann getan das die Presse
ihn so fertig machen will. Dann habe ich auch den Verdacht, das es sich
hier eigendlich um die ganze Regierung handelt mit dem der Bürger
nicht zufrieden ist. Merkel predigt laufend davon wie gut es den
Deutschen mit dem Aufschwung geht, nur merken die Deutschen das wohl
nicht. Überall werden Leute entlassen überall gibt es
insolvenzen. Nun hat man den Wulff auserkoren seine Wut daran aus zu
lassen. Ich denke man sollte es jetzt gut sein lassen. Auch diesem Mann
schlägt das Gewissen nur kann er es wohl nicht zeigen.
Schließt endlich Frieden mit dem Mann es gibt schlimmeres.
Frieden schließen mit einem Herrn,
... der "Krieg führen" angedroht hat, wenn sie seine
Geschichten veröffentlichen? Einer, der von
"Stahlgewittern" sprach?
Der Mann hat wirklich ganz viel getan und fertig gemacht hat ihn auch
die Presse nicht. Das hat er einzig und allein selbst zu verantworten.
Ein sehr guter Kommentar. Das Gesetz über die Bezüge ehemaliger Bundespräsidenten eignet sich nicht, den Frust über ungerechte Lebensverhältnisse in unserem Land aufzufangen. Da müssen wir uns schon selbst fragen: Was trage ich zu den ungerechten Verhältnissen bei? Wo nehme ich ungerechtfertigte Vorteile in Anspruch? Warum regt mich der Wulff so auf? Wenn diese Debatte doch wenigsten zu etwas mehr Rücksichtnahme und Ehrlichkeit bei allen Deutschen führen würde:: Man darf ja träumen!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.03.2012 15:44 UhrUmgekehrt wird vielleicht eher ein Schuh draus
Wulff gibt jetzt ein richtig schönes Beispiel dafür ab, daß Unehrlichkeit keine besonderen Konsequenzen haben muß. Das einzige ist, daß er "abdanken" mußte - und jetzt kriegt er die ganze Kohle ohne Gegenleistung noch viel früher.
Zeremoniell verkommt zum 'Gesslerhut'!
Fragliche Aussage: "Seine Entscheidung entbindet den Staat und die
Politik aber nicht von der Pflicht, sich selbst an die Gebote der
Würde im Umgang mit einem ehemaligen Bundespräsidenten zu
halten. Freigebigkeit im Materiellen wie im Symbolischen beschämt
in diesem Fall jedenfalls nicht den Staat."
Genau das Gegenteil ist der Fall! Wir beugen uns einem
staatsüblichen Zeremoniell, ohne hierbei die zu 'ehrende zivile
Persönlichkeit' zu betrachten. Adressat ist aber die Person, kein
amtsbezogener staatlicher Selbstzweck. Mit einer derartigen
Argumentation wäre sogar ein ins Amt gelangter Despot zu ehren!
Nein, WULFF missbraucht noch im Abgang eine staatlich übliche
Prozedur zu Lasten des Ansehens dieses Staates; und alle wirken -
verschämt - mit!
Welche Verkommenheit wollen wir uns noch auferlegen?
Ist es richtig, dass Wulff die komfortablen 200.000 Euro ALG-Leistung
auch dann im vollen Umfang erhält, wenn er einen Job annimmt? Also
das Einkommen aus diesem Job nicht von den 200TEUR abgezogen wird, so
wie es bei ALG oder Hartz4 üblich ist?
Wenn das tatsächlich der Fall ist, beschämt das mich enorm und
ich meine, dass der Staat aus sehr gutem Grund die "Stillosigkeit
und das Winkeladvokatum mit gleicher Münze" tatsächlich
zurückzahlen MUSS.
Und wenn die Wulff-Verteidiger wieder die langweiligen und substanzlosen
Sprüche rauskramen ("Wer ohne Sünde ist...), würde
ich im konkreten, wenn auch sehr sekulären Fall das "Auge um
Auge, Zahn um Zahn" einmal bemühen und in die Zirkusmanege werfen.
Hallo Frau Pfützner, das stimmt nicht,
Wulff muss den Ehrensold versteuern, also kommt ein bisschen was zurück ;-)
Wulff kann übrigens neben den bereits bekannten Wohltaten auch Personenschutz beanspruchen
Da für ihn die höchste Sicherheitsstufe gilt, werden
Bodyguards rund um die Uhr abgestellt. Dazu kommen eine gepanzerte
Limousine und entsprechende Begleitfahrzeuge.
Allein dieser Service kostet die Bürger rund 1,2 Million €,
insgesamt also etwa 1,7 Mio pro Jahr.
Und das alles für knapp 600 Tage Dienst.
Vielen Dank für Ihre Antworten :)
Unter den Voraussetzungen sind die 200.000 tatsächlich eine
ausgesprochen märchenhafte "Apanage" für die Familie
Wulff.
Da bleibt mir nur noch zu wünschen: Happy Zapfenstreich, Mr. Wulff,
well done.
Mist, verschrieben
es sollte "säkular" heissen. Macht aber nichts.
Ja Frau Moon, das ist VOLLKOMMEN richtig! CW könnte morgen den Posten von Hrn. Ackermann
der Deutschen Bank einnehmen und somit ein mehrfach höheres
Einkommen jährlich erzielen als diese 200.000 € Ehrensold +
"280.000" € Zustazleistungen insgesamt sind, so
würde dennoch der Ehrensold (+ Zusatzleistungen!?) weiter wie
bisher ausgezahlt!
Für jeden Arbeitgeber / jedes Unternehmen,
doch ein gefundenes "Fressen" einen Mitarbeiter einzustellen,
welcher SCHON selbst über ein eigenes Büro, ein eigenes
Sekretariat, einen eigenen Wagen inklusive Chauffeur, etc. verfügt.
Manch ein anderer Bürger würde seinen Lebensunterhalt gerne -
wenn's doch nicht anders geht! - als Pizza-Ausfahrer verdienen, ABER
hierfür brauchen viele einen eigenen PKW... Ch. Wulff hingegen
verfügt voraussichtlich dann schon über den größten
Komfort, da rennen ihm doch die Unternehmen die Tür ein... und wie
gesagt, JEDER ZUVERDIENST kommt auf den Ehrensold noch mit drauf!
ja, bekommt er,
eine evtl. Berufstätigkeit o.ä, wird nicht auf die Pension angerechnet.
nicht alles bekannt. Danke bestens fuer die sehr informativen und
erstaunlichen Hinweise, welche ich ganz bestimmt nicht nur in der
allgemeinen Ablage aufbewahren werde.
Ich habe mich schon lange darueber gewundert, was in dem sogenannten
Rechtsstaat Deutschland auch in Bezug auf Korruption alles moeglich ist
und wie wenig die Judikative dagegen tut, wenn man nicht gerade Otto
Normalbuerger ist. Mit der Gewaltenteilung scheint es nicht weit her zu
sein. Was vor nahezu 70 Jahren " Recht " war - z.B. Wegnahme
fremden Eigentum und eine gleichgeschaltete Justiz welche das nicht
ahndete . . . waere laengst vorbei. So dachte ich bislang wenigstens.
Danke Herr Ebel, ich hatte Ihre hiesige Antwort sofort verstanden,
denn ansonsten gab es unter den Kommentaren ja nichts Neues, und auf den
Artikel konnte diese gewiss nicht bezogen sein.
Das einzige doch lesenswert Neue, das kam nach Ihrem hiesigen
Kommentare, und zwar eine Antwort von Frau C. Pfützner, auf den
Kommentar von Fr. Moon: "Frage" -
denn ich denke, dass Fr. Pfützner damit goldrichtig liegen
könnte und 1,7 Millionen jährlich demnach realistisch klingen.
Nicht in der allgemeinen Ablage?
Sondern? Wo stattdessen genau? :o)
Der Artikel wird heute sicher "geschlossen", bzw. nicht mehr
kommentierbar sein - deshalb:
Ich hoffe es ist eine produktive Ablage, welche nicht verstauben wird...
...danke für Ihre Antworten!
ist ein Ministerpräsident im Umgang mit seinen Freunden, die ggf. staatliche Mittel von ihm in Anspruch nehmen (könnten) nicht der Bürger XY, der mal im Landhaus von Freunden übernachtet. Wer das nicht sieht und wem es das Amt nicht wert ist, sich entsprechend zu verhalten, der ist tatsächlich fehl am Platz. Und Urlaubskosten von solchen "Freunden" übernehmen zu lassen und erst später angeblich, jedenfalls undokumentiert zurückzuzahlen, ist für dieses Amt genauso unerträglich.
Wie wäre es mit bunter Musik zum Abschied?
Im Alltag gehört es zum guten Ton, deutsche Traditionen beinhart zu
bekämpfen.
Das paßt nicht zusammen. Eine preußisch-militärische
Tradition in einem Land, das mit allen Traditionen gebrochen hat. Zum
Abschied will "man" sich aber doch eingebettet wissen in eine
Kontinuität. Hat die Bundesrepublik Deutschland an Identifikation
nichts zu bieten?
@Michael Leh: Der Ehrensold = Schweigegeld? Besser ließe sich der Nagel nicht auf den Kopf treffen!
Wo liegt hier eigentlich die Beweislast? Beim Bürger / beim Volk?
Na dann fahren wir mal diesen auf:
Die UN-Konvention gegen Korruption
„ Die größten Staaten (nach EWZ) die die Konvention
bisher NICHT ratifiziert haben sind Japan, Deutschland, Myanmar, Sudan,
Saudi-Arabien, Nordkorea und Syrien.“
Wenn man die letzten fünf Staaten liest, dann weiß man wie es
in Deutschland um die Korruption und um die Demokratie steht –
eine absolute Schande, dass Deutschland überhaupt mit diesen
Staaten (bezgl. Korruption) in einem Atemzug genannt wird.
Und eine noch größere SCHANDE ist,
dass sich Deutschland seit 2003 vor dem Ratifizieren DRÜCKT - 159
Staaten drückten sich bisher nicht und ratifizierten!
Diese „Elite“ ist NICHT Eigentümer der Steuergelder,
sondern TREUHÄNDER – wer somit 80% Gegenstimmen vom Volk
ignoriert ist ein Verbrecher und gehört ins Gefängnis!
Oder steckt die 80% in Haft, anstatt uns WIE IDIOTEN dastehen zu lassen;
uns selbst noch des STOLZES und der Ehre zu berauben...
Entschuldigung
nochmals danke. Mein Beitrag ist wohl verrutscht. Ich kann Ihre Auffassung uneingeschraenkt teilen. Dass Deutschland bisher die UN-Konvention nicht ratifiziert hat ist ein Skandal erster Guete. Es macht aber auch erklaerlich wie Deutschland schon seit Adenauers Zeiten mit dem Recht umgeht. Sinngemaess auesserte dieser : Natuerlich achte ich das Recht. Aber man darf mit dem Recht nicht allzu pingelig umgehen. Dieser Satz scheint nicht nur in den Reihen der CDU/CSU noch immer eine hohe Prioritaet zu haben.
Der Große Zapfenstreich stammt aus einer Zeit, als absolute
Monarchen ihre Untertanen in ihren Armeen mit gnadenloser Härte
drangsalierten. Der "Alte Fritz", ein ruhmsüchtiger,
brutaler Kriegsherr, hat gesagt "Die Kerls müssen ihre
Offiziere mehr fürchten als den Feind!"
Man muss sich heute fragen, ob dieses pompöse, quasi religiöse
Zeremoniell ("Helm ab zum Gebet!") in einer säkularen
Demokratie und auch in einer demokratische Armee, die nach den
Prinzipien der Inneren Führung geführt wird, noch
zeitgemäß ist, ich habe da meine Zweifel. - Jedenfalls
verdient unser Ex-Salami-Präsident, der das höchste Staatsamt
beschädigt hat, kein aufrichtiger, ehrlicher, integrerer,
vorbildlicher Mann war/ist, nicht, in dieser feierlichen Form
beweihräuchert/geehrt zu werden, weil er selbst völlig
uneinsichtig ist, akeinerlei Reue zeigt und sich somit ziemlich ehrlos verhält.
es ist doch immer überall das Gleiche,
die einen zahlen für das was die anderen bekommen.
Und jene welche die Zeche bezahlen sollen sich jetzt schämen weil
sie sich darüber empören.
" Die Welt ist ein Irrenhaus " - Cicero Marcus Tullius Cicero
3. Januar 106 v. Chr. in
Arpinum - 7. Dezember 43 v. Chr.
Hat eigentlich jemand darüber nachgedacht, welch Furchtbares Wulff aus der Zeit VOR DER WÜRDE ALS BUNDESKANZLER vorgeworfen wird. Hat einen Sitz im Flugzeug getauscht und erst später die Differenz beglichen. Hat bei Einladungen von Privatleuten keine Kosten für Logis angeboten und bezahlt. Hat sich ein Bild von einem Filmproduzenten genmacht, der Zuschüsse vom Land wollte, die er dann nicht einmal in Anspruch nahm. Hat sich Hotelleistungen bezahlen lassen und die später zurückgezahlt. Hat einen Kredit für einen Hauskauf von einer "befreundeten" Familie bekommen, der dann in einen Bankkredit umgewandelt wurde. Übrigens: Banken verschenken kein Geld, sie lassen es sich lieber vom Staat, also von uns allen schenken. Kreditgeber war die Frau, deshalb bekam er keinen vom Mann. Das ist irgendwie lächerlich. Dann gab es - zu Zeiten als Ministerpräsident, nicht Bundespräsident - Urlaubsreisen. Liebe Mitmenschen: da konnten doch die Einladenden angeben. Vielleicht kann er Reiseleiter werden.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.03.2012 11:20 UhrJa, das ist es doch gerade, der Mann hat NICHTS gemacht, was nicht jeder Kleinbürger bei
entsprechender Gelegenheit ebenso gemacht hätte. "Klau ein
Schaf, und sie hängen Dich. Klau die ganze herde, und sie
verhandeln mit Dir" (arab. Sprichwort) In D heiß der Nachsatz
jedoch "Verkaufe Deutschland an die Russen, und sie bewundern Dich
und loben Dich" (so bei Schröder).
DAS ist es doch, dass jeder toitsche Piefke sein eigenes Verhalten bei
Wulff gesehen hat. Nicht umsonst ist D bei Transparency-Intl. direkt
nebem Gambia angesiedelt, was Korruption angeht. Es sind die kleinen
"Annehmlichkeiten", die hierzulande die Geschäfte
schmieren. Fängt beim Kaffee und Brötchen für den
Handwerkeran, damit der auch seine Arbeit ordentlich macht.
Und dann diese Backsteinhäusken für ne halbe Mio. Das baut
sich doch der Abteilungsleiter von nebenan mit Baukindergeld und staatl.
Subventionen gerade selbst. Und das soll der BuPrä auch machen?
Geht gar nicht!
Sein Fehler war das Gebölke auf die Mailbox des
"heiligen" BILD-Chefs, mehr nicht...Und der "heilige
Zorn" entlud sich...
Lasst dem Kleinbürger doch seinen Spaß! Oder sind die Bürger dieses Landes selbst
solche Kleingeister und Krämerseelen, dass sie jemanden, der ihnen
in seiner Verfehlung schwer den Spiegel vorgehalten hat, nun komplett
vernichtet werden soll? Dass man dem die würdige Entlassung aus dem
Amt versagen will, weil er ja genau das gemacht hat, was viele
Mitbürger tagtäglich machen? Ja, ja, es passiert laufend: Da
werden Quittungen beim täglichen Mittagessen im team
"verteilt" und dem FA als Bewirtungen übermittelt. Da
landet mal eine Bonbon-Buchung auf dem Tankbeleg, da wird die
Fahrtstrecke zum Arbeitsplatz künstlich verlängert, die
Putzhilfe "schwarz" oder "grau" beschäftigt
etc.
All diese Kleinlichen Tricksereien sind im Verhalten von Wulff
kumuliert: Hier mal eine Übernachtung, dort ein paar Prozent besser
beim Baukredit. Es sind diese "Peanuts" und seine
Rumdrucksereien, die ihn untragbar gemacht haben. Denn es ist dieser
Spiegel, den er damit der Gesellschaft vorhielt, welcher nun die Leute
so gemein und nachtragend macht.
Aber das ist es es ja gerade, Frau Schreiber...
...es liegt nichts vor! Köln hat ermittelt, eingestellt, dito
Stuttgart. Wenn Wulff sich tatsächlich etwas zu Schulden hat kommen
lassen, dann soll und wird er bestraft werden, selbstverständlich.
Ich halte es aber nur für fair, einfach zu betonen, dass am Ende
eine Person, die man bestimmt nicht mögen muss, ohne handfeste
Beweise wie eine Sau durchs Dorf getrieben wurde. DAS fand ich stillos.
Und bleibt es bei der gesetzlichen Unschuld, so nennen Sie mir jemanden,
der unter diesen Umständen auf seine festgelegte Rente verzichten
würde. (dass dieser Ehrensold nun diskutiert wird, ist ja auch
richtig. Aber jetzt zu verlangen, Herr Wulff müsste "aus
moralischen" Gründen darauf verzichten, finde ich ebenso scheinheilig.)
Und die Schwarzarbeit (die Summe von 30 Mrd. stand hier in der FAZ,
nebenbei) habe ich nur erwähnt, um zu zeigen, wie viele deutsche
Staatsbürger ALLEINE hier, sorry, beschei..en.. Das sind eben nicht
nur "die anderen", das sind richtig viele!
Wirklich sehr nteressant, Herr Weseloh
Nur, der Unterschied ist:
1. Wird ein einfachr Bürger bei Steuerhinterziehung erwischt, wird
er bestraft. Bei Vorteilsnahme/Bestechlichkeit im Dienst bekommt er die
fristlose Kündigung, ohne Abfindung.
2. Herr Wulff jedoch wird in "allen Ehren" verabschiedet und
genießt ab sofort einen Geldregen im Gegenwert von insgesamt knapp
500.000 Euro pro Jahr.
3. Wenn Sie schon den Gesamtbetrag von angeblich 30 Mrd. Euro
Steuerausfall wg. Schwarzarbeit hier einwerfen, um den Fall Wulff als
Lappalie darzustellen, dann halte ich Ihnen jetzt entgegen, daß
Regierung und Opposition, also fast ALLE im BT vertretenen Parteien
bereits seit Jahren aufgrund der verfehlten Europolitik den deutschen
Steuerzahler bewußt um Hunderte von Milliarden von Euro gebracht
haben. Wenn Sie also Bürger gegen Politiker "aufrechnen
wollen", dann geht der Schuß gewaltig nach hinten los.
Sehr treffend, Herr Hoppe!
..und Frau Schreiber, mal im Ernst: sie kennen niemanden, der mal bei
den Spesen schummelt oder sich sonst einen klitzekleinen Vorteil im
Graubereich verschafft? Vielleicht erzählen es ihre Bekannten Ihnen
einfach nicht....die Realität sieht (leider) anders aus; man nehme
nur das Beispiel Schwarzarbeit: 30 Milliarden entgehen damit
jährlich dem deutschen Staat! Aber wer beschäftigt diese
Leute? Immer nur die anderen; eine Handvoll mysteriöser Gauner?
Wer`s glaubt...
Nehmen wir jetzt einfach mal an, aus der Untersuchung in Niedersachsen
gg. Wulff kommt wieder nichts raus. Dann ist es einfach Fakt, dass ein
Bundespräsident vom Hof gejagt wurde, der keinerlei Gesetzte
gebrochen hat; sich allenfalls sehr ungeschickt verhalten hat. Unterm
Strich bleiben nichts als ein Haufen unhaltbarer Anschuldigen (inkl.
Bobby-Car...), eine einseitige Berichterstattung und ein Nachtreten, mit
Hähme und unerträglicher Selbstgerechtigkeit gewürzt,
welches die grösste Stillosigkeit in dieser Geschichte ist.
Ich hätte da eine bessere Redewendung parat, Frau Jung:
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus - das gilt nicht nur für Politiker, sondern für alle Brüder (und Schwestern) im Geiste....
Jaja, der Blick in den Spiegel ist manchmal nicht erfreulich...
und "wie du mir so ich dir" auch nicht gerade die feine Art.
Zutreffender Kommentar, Herr Hoppe! Bleibt zu hoffen, dass auch die
politische Klasse ihr bisheriges Verhalten aus diesem gegebenen Anlass
überdenkt und verinnerlicht, dass sie "Erste unter
Gleichen" sind, was nicht mit "gefühlten"
Privilegien verbunden ist.
Und: Es hat Zeiten gegeben, da wurde auf jemand der am Boden lag, nicht
weiter getreten. Der Hass, der in Foren häufig zur Causa Wulff zu
lesen ist, ist für mich irritierend und hat m.E. nichts mit
Gerechtigkeit etc. zu tun.
Berthold Kohler Dank für den guten Kommentar und dass er vieles
wieder zurecht gerückt hat. Es wurde Zeit...
Sie scheinen eins zu vergessen, Herr Hoppe
der "kleine" Bürger wird für derartige Vergehen bestraft, Herr Wullf dagegen wird dafür noch belohnt. Und außerdem scheinen Sie ja schöne Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen zu haben. Ich selber jedenfalls kenne niemanden, der solche Tricks anwendet. Was Sie also schreiben wirft ein schlechtes Bild höchstens auf Sie selbst und die Kreise, in denen Sie sich bewegen.
Ein noch größerer Skandal ist es eigentlich,
dass Herr Kohl vollkommen ungestraft davongekommen ist.
Christian Wulff gibt zumindest vor, sich an die Gesetze gehalten zu
haben. Er erkennt sie zumindest formal an und bricht sie lediglich in
der Hoffnung, das werde schon nicht auffallen - so wie alle Gauner eben.
Herr Kohl hat es für sich in Anspruch genommen, dass die Gesetze
für ihn nicht gelten. Das war seine Entscheidung. Es hätte
aber die Entscheidung des Staates sein müssen, ihm diese
Entscheidung so unbequem wie möglich zu machen.