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Deutschland : Zahl der Migranten so hoch wie nie

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Asylbewerber bei der Arbeit mit Holz in der „Lernwerkstatt HuT - Handwerk und Technik für Flüchtlinge“ in Schwäbisch Gmünd Bild: Frank Röth

Jeder Fünfte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Das ist deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren.

          Im Jahr 2014 stammten rund 16,4 Millionen Personen in Deutschland aus dem Ausland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 2014 mitteilte, entsprach dies einem Anteil von 20,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung und einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von drei Prozent. Die Mehrheit der Personen mit Migrationshintergrund hatte einen deutschen Pass (56 Prozent). Selbst in der Gruppe der Eingewanderten lag der Anteil bei 46,1 Prozent.

          Gegenüber 2011 ist die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund um gut 1,5 Millionen Menschen gestiegen (+ 10,3 Prozent). Dies ist vor allem auf die wachsende Zahl der Einwanderer zurückzuführen: 10,9 Millionen Einwanderer lebten 2014 in Deutschland. Das sind eine Million mehr als im Jahr 2011; es ist gleichzeitig der höchste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Die Bevölkerung ohne Einwanderungshintergrund ging dagegen seit 2011 um 885.000 zurück.

          Seit 2011 ist die Zahl der Einwanderer von Jahr zu Jahr gestiegen. Besonders deutlich war der Zuwachs aus der Europäischen Union mit 620.000 Personen (+ 18,3 Prozent). Hier spielten vor allem Polen, Rumänien, Italien, Bulgarien und Ungarn eine große Rolle. Aber auch die Zahl der Einwanderer mit Wurzeln im außereuropäischen Ausland ist zum Teil beträchtlich gewachsen. Das betraf seit 2011 vor allem China, Syrien und Indien.

          Stichproben zum Einwanderungsgrund

          Der Mikrozensus liefert für 2014 zusätzliche Informationen über die Hauptgrund für die Einwanderung). Befragt wurden die seit 1960 Eingewanderten im Alter von 15 bis 64 Jahren. Die Ergebnisse beruhen auf Stichproben.

          Die Familienzusammenführung war für die seit 1960 Eingewanderten der wichtigste Grund für die Einwanderung. Der zweitwichtigste Grund war die Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland (17,9 Prozent). Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 haben sich die Wanderungsmotive aber deutlich verschoben: Für seit 2008 Eingewanderte war eine Beschäftigung in Deutschland der wichtigste Grund.

          Zur Methode

          Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund besteht aus den seit 1950 nach Deutschland Eingewanderten und deren Nachkommen sowie der ausländischen Bevölkerung.

          Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung ziehen zu können, werden die Daten entsprechend hochgerechnet.

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