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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Ypsilantis Abweichlerin Dagmar Metzger bleibt bei ihrem Nein

07.03.2008 ·  Sie ist erst im Januar in die Landespolitik eingetreten - und sorgte nun für einen Paukenschlag: Dagmar Metzger und ihre Entscheidung, Andrea Ypsilanti nicht zur hessischen Ministerpräsidentin zu wählen. In Darmstadt ist die SPD-Frau keine Unbekannte.

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Andrea Ypsilanti ist auf dem Weg nach oben, doch eine Frau könnte sie stoppen: Die Darmstädter SPD-Abgeordnete Dagmar Metzger hat angekündigt, sie wolle bei der Ministerpräsidentenwahl am 5. April nicht für Ypsilanti stimmen. Die Parteivorsitzende plant eine Minderheitsregierung mit den Grünen, will aber entgegen früherer Versprechen mit der Linken zusammenarbeiten.

Heute wollte Andrea Ypsilanti die Abweichlerin auf Spur bringen. Doch nach dem Gespräch in Wiesbaden sagte Metzger, sie wolle hart bleiben und ihrer Parteichefin ihre Stimme verweigern. Das Gespräch habe sie nicht dazu bewegt, ihre Meinung zu ändern. „Es war ein sachliches Gespräch, aber es hat mich in dem, was ich entschieden habe, nicht dazu bewogen, in irgendeiner Art und Weise meine Entscheidung zurückzuziehen“, sagte sie.

Sie berief sich auf Gewissensgründe. Als ehemalige Westberlinerin habe sie persönlich erlebt, wie die gegen alle Beteuerungen vom SED-Regime errichtete Mauer ihre Familie getrennt habe, sagte sie. Zudem komme eine Zusammenarbeit mit der Linken einem „Ritt auf der Rasierklinge“ gleich. Sie kenne die Tragweite ihrer Entscheidung. Aus ihrer Sicht werde voraussichtlich Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zunächst geschäftsführend im Amt bleiben. Auch Ypsilanti habe ihr versichert, dass sie ihr Ziel ohne Metzger nicht erreichen könne.

„Ich verabscheue Lügen und Zyniker“

In der Landes-SPD wird die Einschätzung vertreten, dass „Rot-Rot-Grün“ mit einer Ministerpräsidentin Ypsilanti „Geschichte“ sei und das Thema „tot ist“.

Die gebürtige Berlinerin Metzger ist seit 1990 Mitglied der SPD und seit 1997 Stadtverordnete in Darmstadt. In der Partei wird sie als „gestandene Frau“ beschrieben, die weder dem linken noch dem rechten Parteiflügel zuzurechnen ist. Im Wahlkampf unterstützte sie voll die Linie von Ypsilanti - samt Mindestlohn-Kampagne und Nein zur Kooperation mit der Linken.

Bei der entscheidenden Fraktionssitzung der SPD vergangenen Dienstag weilte Metzger aber im Skiurlaub. Angeblich aber war sie schon vor anderthalb Wochen fest entschlossen, sich gegen den Weg einer von der Linken geduldeten rot-grünen Minderheitsregierung zu stemmen. Sie könne es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, das im Wahlkampf vielfach gegebene Wort von der Nicht-Kooperation mit der Linken zu brechen.

Und Prinzipen stehen für Metzger nach eigenen Angaben an erster Stelle. Auf ihrer Internetseite charakterisiert sie sich unter der Rubrik „Persönliche Eigenschaften“ moralisch selbstbewusst. „Am meisten verabscheue ich Lügen und Zyniker“, heißt es dort.

Die Metzgers sind in Darmstadt ein politischer Faktor

Die 49 Jahre alte Bankkauffrau und Wirtschaftsjuristin hatte am 27. Januar den Wahlkreis Darmstadt-Stadt II im Wettstreit mit der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU) gewonnen. Dort trat sie erstmals an, Landespolitik ist also für Metzger Neuland. Politisch unerfahren und leicht zu beeinflussen ist sie gleichwohl nicht. In der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung nimmt die SPD-Politikerin als kulturpolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende eine wichtige Stellung ein. Familiär ist sie politisch vorgeprägt: Schwiegervater Günther Metzger gehört der gleichen Partei an wie sie und war früher Oberbürgermeister der Stadt.

Die Metzgers - auch ihr Mann ist in der SPD aktiv - sind in Darmstadt ein politischer Faktor. Dagmar Metzgers Schwiegervater und ihr Ehemann bieten dem Unterbezirksvorstand oder dem gerade amtierenden Oberbürgermeister immer wieder gerne Paroli, sie zählen zum rechten SPD-Flügel. Dagmar Metzger macht, bislang als modebewusste Angestellte einer Bank, stets eine bürgerliche Figur. In ihrem Wahlkampf, den sie erfolgreich gegen Wolff bestritt, stellte sie wirtschaftspolitische Themen in den Mittelpunkt - von der Mittelstandsförderung bis zum Mindestlohn.

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