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Nachfolge von Stoltenberg : Wird von der Leyen die nächste Nato-Generalsekretärin?

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Die erste Frau an der Spitze der Nato? Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Freitag auf der Sicherheitskonferenz in München. Bild: AFP

In zwei Jahren tritt der bisherige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ab. Bei der Suche nach einem Nachfolger fällt der Name Ursula von der Leyen immer öfter.

          Die geschäftsführende Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist offenbar als kommende Nato-Generalsekretärin im Gespräch. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Nato-Kreise berichtet, gelte sie als aussichtsreiche Kandidatin, die in zwei Jahren den bisherigen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg an der Spitze des Militärbündnisses ablösen könnte.

          „Die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen genießt im Bündnis einen hervorragenden Ruf. Sie hat strategisches Gespür, sie besitzt eine große Sachkenntnis, alle Minister-Kollegen hören zu,  wenn sie spricht und sie kümmert sich engagiert auch um die kleineren Länder in der Allianz“, zitiert die Wochenzeitung einen ranghohen Diplomaten der Nato.

          Erst ein deutscher Politiker an der Spitze der Nato

          Die Bundesverteidigungsministerin habe dafür gesorgt, dass sich Deutschland stärker in das Bündnis einbrächte, so der Diplomat. „Sie wäre eine gute Wahl für das Amt des Generalsekretärs.“

          Die Unionsparteien und auch die FDP begrüßen laut „Welt am Sonntag“, dass nach etwa 25 Jahren abermals ein deutscher Politiker den Posten des Nato-Generalsekretärs übernehmen könnte. Von 1988 bis 1994 war der CDU-Politiker Manfred Wörner erster und bisher einziger deutscher NATO-Generalsekretär und Vorsitzender des Nordatlantikrats.

          Grundsätzlich stellen die Vereinigten Staaten die militärische Führung der Allianz, aber den zivilen Posten des Generalsekretärs besetzen die Europäer.

          Erst am Freitag forderte von der Leyen auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor rund 30 Regierungschefs und 80 Außen- und Verteidigungsministern mehr militärisches Engagement der Europäer, um unabhängiger von den Vereinigten Staaten zu werden. Europa müsse „militärisch mehr Gewicht in die Waagschale werfen“ können, forderte von der Leyen. „Wir wollen transatlantisch bleiben und europäischer werden“, sagte die Bundesverteidigungsministerin. Es dürfe aber nicht beim „Aufbau von Fähigkeiten und Strukturen“ bleiben, dahinter müsse auch der gemeinsame Wille stehen, „das militärische Gewicht auch tatsächlich einzusetzen.“ Und weiter: „Es geht um ein Europa, das auch militärisch mehr Gewicht in die Waagschale werfen kann. Das damit mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung tragen kann – letztlich auch in der Nato.“

          Sollte von der Leyen den früheren norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg 2020 tatsächlich beerben, wäre sie die erste Frau an der Spitze der Allianz.

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