24.02.2012 · Es ist kein Wunder, dass die meisten Verkehrstoten Fußgänger und Radfahrer sind. Das Schild „Nur bei Grün - den Kindern zuliebe“ haben scheinbar nur die Eltern verinnerlicht.
Von Reinhard MüllerRichtlinien für Lesermeinungen
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Ein Problem ist hier sicher auch die nicht zu Ende gedachte Tag-Fahrlicht-Welle.
In Österreich wurde die bereits eingeführte
Tag-Fahrlicht-Pflicht wieder zurückgenommen, da in der Folge die
Opferzahlen bei Fußgängern und Radfahrern zugenommen hatten.
Warum ? Die grauen Mäuse (Füßgänger und Radfahrer
ohne blinkende Leuchtreklame) gehen in der Reizüberflutung einfach
unter und werden von den Autofahrern nicht mehr rechtzeitig
wahrgenommen. Zudem stumpfen dann die Wahrnehmungen mit der Zeit immer
weiter ab...
Bekannt ist, dass die Hauptursache toedlicher Unfaelle ueberhoehte Geschwindigkeit ist. Wenn Sie sich die Gutachten zu toedlichen Unfaellen mit Fussgaengern und Radfahrern anschauen, ist es erschreckend festzustellen wie viele durch massive Geschwindigkeitsueberschreitungen verursacht werden. Es geht hier um Leute die mit ueber 70 durch Staedte und Wohngebiete fahren. Auf ihr Konto geht ein Grossteil der schweren Unfaelle und nicht auf Leute die mal 7 km zu schnell fahren. Erstere aus dem Verkehr zu ziehen oder an kritischen Stellen durch Bremsschwellen auszubremsen wuerde schwere Unfaelle verhindern helfen.
Ist es nicht ein wenig zu mager, nur anhand von nackten Zahlen
Schuldzuweisungen zu verteilen? Sagt die Statistik etwa etwas über
Schuldfragen und Ursachen aus? Ich hoffe, dass der große
Verkehrsminister Ramsauer sich die Statistik etwas detaillierter
anschaut und sich seine Verdienste als Verkehrsminister nicht allein in
Aschewölkchen, Streusalz, antiken Autokennzeichen und ebenso
unsinnigen wie überflüssigen “Reformen“ des
Zentralregisters in Flensburg erschöpfen. Im übrigen sollten
wir uns alle – egal in welcher Funktion wir am Verkehr teilnehmen
– dem Ratschlag von Herrn Stark folgen und defensiv fahren (bzw. gehen).
Was für eine unsinnige Aussage
Es mag ja sein, dass sich viele Radfahrer rücksichtlos verhalten,
aber in unserer Stadt (Köln) werden Lichtsünder und Radfahrer
die auf der falschen Seite fahren regelmäßig kontrolliert und
bestraft. Autofahrer hingegen ignorieren Radfahrer sehr gerne mal und
verhalten sich mindestens genauso regelunkonform. Ihre Pauschalisierung
ist in meinen Augen überzogen, da gerade schon ein Radfahrer sehr
schlecht Geschwindigkeiten überziehen kann, was im
Straßenverkehr ja mittlerweile auch zum guten Ton gehört.
Ich fahre immer regelkonform und bleibe sogar vor roten Ampeln stehen,
wenn alle an mir vorbeifahren. Dennoch hatte ich im letzten Jahr zwei
Unfälle, in denen immer ein Auto involviert war. Es gab zwar jedes
mal ein neues Fahrrad (spricht ja auch leicht für das rechtswidrige
Verhalten der Gegenseite), aber es beweist doch sehr gut, dass pauschale
Anschuldigungen fehl am Platze sind. Es kommt immer auf den Einzelfall
an...aber ein Auto hat nunmal mehr PS.
Der Artikel beschreibt treffend die Freiheiten im Straßenverkehr, welche sich die Verkehrsteilnehmer nehmen und dass die Verantwortung oft auf der Strecke bleibt. Dabei wirkt sich die moderne Technik sowohl bei Fahrrad- als auch Kraftfahrern als Anreizgeber für zu hohe Geschwindigkeit aus. Bei jeglichem Tun wirken sich die Komplexe und Aggressionen etc. des Menschen mehr oder weniger aus. Und es gibt leider viel zu viel Auto- bzw. Radfahrer, die die Grenze des Verantwortlichen weit überschreiten. und für die die Regel 1 ein Fremdwort zu sein scheint. Der Staat erleichtert das, indem er kaum dagegen einschreitet, vielleicht als Auswirkung von Lobbygift. Die Warnungen der Autofahrer vor Geschwindigkeitskontrollen in Funk und TV halte ich für Unsinn, denn sie schützen die Falschen. Wenn man sieht, wie rücksichtslos und schnell auf der Straße, auf Fahrradwegen - tw. gegen die Einbahn - sowie in Fußgängerzonen gefahren wird, kann man nur froh sein, dass es nicht noch mehr Tote gibt.
Werden unterschiedliche Dinge vermischt?
Mich würde interessieren, wie sich die Opferzahlen auf unterschiedliche Verkehrssituationen verteilen. Der Kommentar erweckt den nicht abwegigen Eindruck, dass die meisten Opfer die weitgehend schutzlosen Fußgänger und Radfahrer im innerstädtischen Straßenverkehr stellen. Ob die in den Raum gestellte generelle Geschwindigkeitsbegrenzung überhaupt eine im Vergleich zum Eingriff nennenswerte Auswirkung auf die Opferzahlen hätte, wird leider nicht diskutiert. Dass wir das einzige europäische Land ohne eine solche sind, ist allein kein Maßstab.
... auch in Berlin, himmelhilf!
Nicht nur in Freiburg. In Berlin sind etwa 80% der Radfahrer eine Plage,
weil: fahren auf Bürgersteig; fahren gegen die Fahrtrichtung;
fahren bei Rot über Kreuzungen; fahren bei Nacht ohne Licht (udn
auf Bürgersteig etc.) ... Ich hab Radfahrer mal
spaßeshalber gezählt und kam auf o.e. 80%
"Falsche". Es ist wirklich eine Plage und die seriöse
Berliner Presse bringt auch anduernd Artikel darüber.
Disclosure: Bin selbst Radfahrer (und Fußgänger, und, und...
aber meistens: per Rad)
Selbsttötung und Selbstverteidigung
Mit dem Auto lege ich pro Jahr etwa fünfmal mehr Kilometer zurück als mit dem Fahrrad. Fußgänger bin ich natürlich auch. Dass manche Geisterfahrer in Selbsttötungsabsicht handeln, ist wohl eine Tatsache. Zählen Fußgänger, die sich vor den Zug werfen eigentlich als Verkehrsopfer? Es sind jedenfalls wenige. Nach meiner persönlichen Einschätzung explodiert hingegen die Zahl der Regelverstöße geradezu. Einer "lernt" vom anderen? Wer blinkt eigentlich noch? Wenn jeder rücksichtslos macht, was er gerade will, müssen die Schwächsten dran glauben. Ich will mir aber keinen Panzer kaufen. Das Recht des "Stärkeren" ist das Gegenteil von Recht, übernimmt aber zusehends die Verkehrsregelung.
Fehlendes Unrechtsbewusstsein bei Radfahrern und Fußgängern!
Punkt 1) ein generelles Tempolimit (ideologisch oder ökologisch
motiviert) auf deutschen Autobahnen ist definitiv NICHT nötig.
Autobahnen sind die sichersten (statistisch die wenigsten Unfälle
je Kilometer) Verkehrswege überhaupt!
Punkt 2) das fehlende Unrechtsbewusstsein von Radfahrern im
Straßenverkehr gefährdet sie selbst und viel schlimmer-
Fußgänger. Ebenso ist es nicht hinnehmbar, das Radfahrer sich
permanent über rote Ampeln hinwegsetzen. Als Kraftfahrer wird man
von RF genötigt, beschimpft etc. Gerade in Großstädten
-ich schreibe von Hamburg- nehmen sich die RF alles heraus und werden
nicht zur Rechenschaft gezogen. Aber von grünen und roten
Gutmenschen gehätschelt, wird wohl nicht mit einer
Verkehrsüberwachung von Radfahrern zu rechnen sein. Eher
verstärkte Kontrolle des ruhenden Verkehrs.
Glück auf!
Strassenverkehrsordnung gilt nicht für Radfahrer
Dass Unfälle mit Radfahrern zunehmen, erstaunt mich nicht, wenn ich beobachte wie rücksichtlos und unvorsichtig sich viele von ihnen benehmen. Offenbar glaube einige von ihnen, dass die grüne Gesinnung sie unsterblich macht oder zumindest die physikalischen Gesetze zeitweise für sie ausser Kraft setzt. Leider schreitet bei Verkehrsübertretungen von Radfahrern auch fast nie die Polizei ein, aus welchen Gründen auch immer. Damit tut sie diesen aber keinen Gefallen, wie man an den Unfallzahlen sieht.
Ich lehne den Hintergedanken dieses Artikels ab. Es wird schon genug
rumgedoctort an den Kosten fuer Fuehrerschein, Geldstrafen, nun neue
perverse Ideen mit den Punkten.
Last es einfach so stehen, dass es mehr Verkehrstote gab. Ich hab
allerdings eine Idee, was MIT einer der Ursachen sein kann: Kriecht ein
Fahranfaenger laengere Zeit hinter einem "BESONDEDRS GUTEM
FAHRER", also einem Extremkriecher hinterher, dann bauen sich
Aggressionen auf, jenes habe ich selbst bei einem jungen Burschen
beobachtet. Irgendwann will dann der junge Fahrer, "normal"
fahren und wird schneller und schneller, dann passierts. Ausserdem gibt
es Radfahrer und Fussgaenger, denen ist alles sch...egal. Weil, der
Autofahrer verliert ja sowieso vor Gericht.
Selbst im Münchner Stadtverkehr rasen Radler diagonal, entgegen der
Fahrtrichtung über die Fahrbahn, ohne zu schauen. Sollen die doofen
Autofahrer doch aufpassen.
Nachts fahren sie prinzipiell ohne Beleuchtung, auch ohne Reflektoren,
mit coolen Mountain- und Crossbikes. Auch auf Gehwegen schneiden sie
zunehmend Fußgänger oder verschaffen sich
"Vorfahrt", indem sie einfach bedrohlich auf
Fußgänger zurasen - und sie anpöbeln, wenn sie nicht
brav wegspringen.
Wenn diese Herrschaften an- oder umgefahren werden, tun sie mir
überhaupt nicht leid: sie haben sich das selbst gewählt. Leid
tun mir nur die armen Autofahrer, denen wegen dieser Vollidioten
Gerichtsverfahren und Strafen drohen.
Übrigens: Ich bin weder Rentner noch schreckhaft und habe selbst
ein Mountainbike, allerdings mit Reflektoren und Licht - wie uncool!
Man kann durchaus gegen Regeln verstoßen, aber bitte mit Hirn, und
ohne andere zu gefährden oder zu schädigen.
Bei uns geniessen die Radfahrer mittlerweile Narrenfreiheit!
Seit dem die BRD mit der Energiewende erheblich ergrünt ist, wird
auch das Fahrrad wegen seiner emissionsfreien Fortbewegung als Mittel
zur Weltrettung propagiert und erfreut sich so eines starken Zuwachses.
Besonders in meiner Wohngegend in Freiburg ist man da ganz weit vorn und
hier geniessen die Radfahrer absolute Narrenfreiheit und Vorzugsbehandlung.
Für sie gibt es keine Verkehrsregeln, sie schiessen mit teils
aberwitzigem Tempo von allen Seiten heran, vorbei und quer und nachts
ist es vollkommen uncool, eine Beleuchtung zu haben.
Es ist als nachrangig behandelter Autofahrer schwer, bei diesem
Anarchismus der Zweiräder Kollisionen zu vermeiden.
Sollte dies nicht gelingen, landet der Radfahrer im Krankenhaus oder
noch schlimmer, der Autofahrer vor Gericht.
Ich bin ein defensiv fahrender Autofahrer und ich beklage ....
... die zunehmende Missachtung sämtlicher Verkehrsregeln hier
durch zahlreiche Radfahrer.
Toleranz ist m.E. nur möglich, wenn sich die Radfahrer ebenfalls
auf Toleranz besinnen und sich an die Verkehrsregeln halten.
Wegen Vollinvalidität kann ich nur noch Autofahren.
Zumindest in meiner Region hier bleibe ich bei meiner Feststellung, dass viele Radfahrer willkürlich und ohne Regeln fahren, aber undisziplinierte Autofahrer eher selten sind.
Schade,
mit Ihrer Argumentation gießen sie wieder Wasser auf die
Mühlen der Intoleranz. Ich war als aktiver Radsportler zu
Trainingszwecken häufig in Spanien, Italien und der Schweiz mit dem
Fahrrad unterwegs und habe mich besonders in der Schweiz stets sicherer
gefühlt als hier in Deutschland. Ich hatte dort den Eindruck, es
gehe etwas mehr um ein Miteinander als um ein Gegeneinander im
Straßenverkehr. Ich gehe noch weiter und behaupte Ihr "Es
ist als nachrangig behandelter Autofahrer schwer, bei diesem Anarchismus
der Zweiräder Kollisionen zu vermeiden" - klingt ja fast wie
eine Drohung an die Adresse der Radfahrer -und dass es schlimmer ist als
Autofahrer vor Gericht zu landen als als Radfahrer im Krankenhaus"
beides sind Äußerungen, die, wenn Ernst gemeint, bei mir mehr
als nur Unverständnis hervorrufen.
Herr Stark, strampeln Sie sich Ihren Frust von der Seele.
Den Status als "nachrangig behandelter Autofahrer" müssen
Sie sich nicht aufdrängen lassen (wobei die nachrangige Behandlung
unter anderem darin besteht, dass für den Autoverkehr mit Abstand
der meiste Verkehrsraum zur Verfügung gestellt wird, für den
Fahrradverkehr teilweise gar keiner).
Steigen Sie einfach mal um. Es ist völlig ausgeschlossen, dass Sie
niemals Distanzen zurücklegen, bei denen das Fahrrad nicht sinnvoll
wäre. Vielleicht geht Ihnen ja dann ein Licht auf.
Sie würden den Begriff "aberwitziges Tempo" auch anders
definieren und ihn nicht ausschließlich Fahrradfahrern zuschreiben
- wenn es denn zur Einsicht reichen würde.
Ich gehöre zu den Leuten, die sowohl zu Fuß gehen, als auch
Fahrrad fahren als auch Auto fahren und auch öffentliche
Verkehrsmittel benutzen, meine Erfahrung:
Ihre einseitige Jammerei ist völlig daneben, in allen Gruppen gibt
es schwarze Schafe, allerdings mit unterschiedlichem
Gefährdungspotential für andere Verkehrsteilnehmer.
Alles eine Frage der Perspektive.
Ach wissen Sie, ich bin Student (zwar nicht in Freiburg aber im
mittlerweile ebenfalls zweiradbewegten München) und kann Ihnen
versichern, dass hinter dem Lenker genauso geklagt wird wie hinter dem
Steuer. "Die Autofahrer nehmen nie Rücksicht, schauen beim
Abbiegen nie auf den Radweg etc." Während Sie die
"Narrenfreiheit und Vorzugsbehandlung" der Radfahrer an der
Energiewende festmachen, wirft der gemeine Radfahrer den Autofahrern
pauschal eine "Recht des Stärkeren"-Herangehensweise vor.
Es kommt ganz auf die Perspektive an. Besonders witzig sind die
Teilzeitauto/radfahrer, die je nach Situation mal diese, mal jene
Meinung vertreten, im Verkehr aber in der Regel in bzw. auf beiden
Fahrzeugen, genau das jeweils kritisierte Verhalten selbst an den Tag legen.
Es wäre ja auch schade, wenn es die gepflegte Auseinandersetzung im
Straßenverkehr nicht gäbe. Aber man sollte sie bitte nicht zu
ernst nehmen und sich, wie es der Artikel fordert, bemühen ein
bisschen rücksichtsvoller zu sein.
Nicht nur in Freiburg,
sondern in allen Universitätsstädten ist das so. Studenten
sind überwiegend grün-links, solange sie noch nicht selbst
für ihren Lebensunterhalt aufkommen müssen, und
grün-links ist bei Rot, Gelb und Grün vorfahrtsberechtigt,
weil nach eigener Einschätzung von Natur aus klüger als der
Rest der Welt. Verkehrsregeln sind nur für uns Doofe gedacht.
Reinhard Müller Jahrgang 1968, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“ und für „Staat und Recht“.
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