25.12.2012 · Gotteshäuser sind mehr als Versammlungsräume. Sie sind Stein gewordener Glaube. Jede Profanierung ist auch ein Akt der Selbstaufgabe einer Gemeinschaft.
Von Daniel DeckersRichtlinien für Lesermeinungen
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Konzentration auf das Wesentliche
Der Mann aus Nazareth hatte genug mit den leidgeplagten Menschen zu tun.
Er hatte deshalb wohl keine Zeit, architektonische Meisterwerke und
edelste Kunstwerke in ihnen zu bestaunen.
Jedenfalls ist diesbezüglich nichts überliefert.
Vielleicht hätte er heutzutage eine Idee, was man mit dem auf
Kosten der untertänigen Gläubigen angehäuften Reichtum,
z.B. Domschätze, anstellen könnte.
Luther sprach von einem Platzregen, der übers Land geht und
Menschen kommen zum Glauben an Jesus Christus!
Das kann man nicht machen, sondern ist ein Geschenk (der Geist weht wo
er will), von daher ist Glaube nicht an Gebäuden festzumachen, auch
nicht an Organisationen, sondern an dem "Ergriffensein" von
Gott! natürlich ist es "schade", wenn Kirchen geschlossen
werden müssen, aber es geht bei christlichen Glauben um eine
Beziehung zu Gott & Jesus Christus und nicht um Gebäude!
Und es gibt doch Aufbrüche in Deutschland! Da organisieren sich
Christen zu "Freikirchen"
und dann bauen Sie -ohne Kirchensteuermittel etc. - ein Gebäude
außschließlich mit Spenden der Mitglieder und feiern
Gottesdienste, setzten sich für Benachteiligte ein und leben Ihren
Glauben 365 Tage im Jahr und nicht nur sporadisch an Weihnachten!!!
Die "Christianisierung" ab 300 n.Chr. hat den Menschen etwas
übergestülpt, und sie so zu Heuchlern gemacht, weil die
Veränderung am Herzen -christ. Wiedergeburt- nicht da war!
Ich bin gerade über die Webseite des Internationalen Bunds der Konfessionslosen und Atheisten e.V. gestolpert. Die Informationen dort dürften manche, die hier kommentieren, bereichern. Es ist eben nicht "klar wie Kloßbrühe", daß Kirchen unbedingt erhalten werden müssten. Eher ist das Gegenteil der Fall: Die Existenz der Kirchen und schon alleine die Verflechtungen mit der Arbeitswelt sorgen eher für Probleme für Menschen, die "nicht dazugehören". Mir war das nie so bewußt.
Stein gewordener(?) Glaube. Oder war es schon immer so?
Gerade an Weihnachten, dem Fest vorgegebener Liebe, will ich mal meine
Herzensangelegenheit hinaus posaunen:
Da die Kirchen tatsächlich ein Herz aus Stein haben, sollte man sie
gesetzgeberisch zwingen, von ihrem geschätzten Reinvermögen,
alleine in Deutschland, von sage und schreibe 1 Billion €, den
wirklichen Armen gegenüber wohltätiger zu sein - aber nicht
auf dem völlig entsetzlichen Niveau eines Suppen- und
Seifenverteilervereins.
Und bei dieser Verteilung sollte das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
Beachtung finden, womit ich sagen will, daß der bedürftige
Mensch im Vordergrund stehen sollte.
Das wäre doch mal ein Schritt in die richtige Richtung.
Aber es wird nichts passieren.
Deswegen schlage ich ernsthaft vor, für die Kirchen die allgemeine
Steuerpflicht einzuführen und darüber hinaus die
Tätigkeiten der Kirchen auf die Religionstätigkeit zu
beschränken.
Sie unterschätzen kollosal, was
an Hilfe in diakonischer Weise geschieht!!!
Hoffentlich erlebe ich noch das Ende von diesem "Religions Hokuspokus"
Ich lese gerne Allerlei zur Weltgeschichte. Wie ein roter Faden zieht sich die Gewalttätigkeit der Religionen durch die Zeit. Ich sehe in den Religionen nur den einen Zweck möglichst grosse Interessensgemeinchaften hinter sich zubringen um diese zu beeinflussen. Hierfür galten Angst und Obrigkeit schon immer als ideale Mittel. In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Kirchen. Bisweilen groß und Prächtig mit Bildern über Tod und Verdammnis. Ich bin davon überzeugt ohne Religionen wäre die Welt friedlicher.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 16:02 UhrDas wird nicht passieren...
... weil der Mensch von seinem Wesen her auf ein höheres Wesen
angelegt ist!
Der Mensch ist unruhig bis er Ruhe findet in Gott! (nach Augustin)!
In China gibt es mehr Christen (als Deutsch), die zum großen Teil
im Untergrund sich treffen und benachteiligt sind! Als Mao die
Missionare aus dem Land jagte, da wuchs die Gruppe der Christen, analog
zu den ersten Judenchristen, die verfolgt wurden, und dann im
benachbarten Ausland sich niederließen und ihren Glauben
bezeugten! Es muß was dran sein.... sonst hätten sie Ihr Maul gehalten....
Jede Profanisierung ist auch ein Akt der Selbstaufgabe ?
Die uralte Marienkirche (12.Jahrhundert) in Gelnhausen besteht im
Inneren im wesentlichen aus 2 von einander getrennten Räumen. Der
größere wurde früher(wann immer das ist)auch für
Marktzwecke genutzt, Mensch und Tier wurden darin untergebracht wenn es
nötig war.
Die Weihnachtsfeierlichkeiten in den Kirchen sind sicher sehr
schöne Veranstaltungen, es liegt auch ein Erfahrungsschatz zu
Grunde mit dem kein Theater mithalten kann und das meine ich im besten
Sinne. Was spricht dagegen Kirchgebäude als Ausstellungsräume,
Musseen oder Konzertsaal et cetera zu nutzen?
Für den Gottesdienst selbst braucht es nicht viel.
Vergl Feldgottesdienste bei der Bundeswehr.
Als Ort genügt eine Wiese, als Symbol ein Kreuz.
Ich bin Atheist, müßte ich mir eine Religion aussuchen
wäre es das Christentum, allerdings wegen der Lehre des Meisters
bezogen auf den Alltag und nicht wegen der Chance auf ewiges Leben oder
ähnliches.Die katholische wäre dann wegen der schöneren
Liturgie die passendere Kirche
wenn sich diese institution weiter zum fürsprecher, der von den fleißigen
erarbeiteten masse, auf die leistungsverweigerer macht, muss sie nicht
glauben, daß es eine rückkehr in die gotteshäuser gibt.
denn gerade die
von ihr so bevorzugte klientel hält den hintern lieber im bett, und danach
sind erst mal bier und zigaretten dran und der gottesdienst längst beendet.
Wer von Ökofaschisten redet und das Wort "Religion", evangelische Kirche usw. in den Mund nimmt - was ist von dessen Äußerung zu halten und seiner "Religiösität"?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 12:46 UhrDie Kirchen verwalten ein riesiges Sozialwerk und müssen sich dank der Kirchensteuer kaum darum kümmern, ob ihre Botschaft noch ankommt. Wie jeder Beamtenapparat wird so eine Kirche aussterben, weil sie die Jungen verliert.
Ich bin durchaus religiös bzw spirituell in meiner Lebensführung und finde das auch wichtig. ABER: Die Kirche ist auch selbst Schuld. Die Katholiken fokussieren sich auf "Sünden" die keinen mehr interessieren wie Homosexualität, statt sich um WIRKLICHE Sünden zu kümmern, wie Gier der Banken, Zerstörung der Demokratie. Und die Protestaten sind einfach zu zahm geworden. In unserer Zeit von Demokratieverfall, immer weniger Freiheiten und immer mehr Bankermacht, könnten moralische Instanzen wenn sie LAUT wären etwas in Gang setzen. Statt dessen voraltete Moral und harmlose Aufrufe. Die Kirche könnte viel Gutes tun, wenn sie wollte. Damit käme auch der Glauben wieder zu Geltung. Statt diesen zahmen Psychotherapie-Ersatz.
Für mich wäre es ein großer Fortschritt,
würde sich ein einziger Christ öffentlich auch für das
Christentum aussprechen. Und dagegen, dass der Islam uns als
lebensunwürdige Schweine beschimpft.
Dann ginge ich auch wieder in die Kirche. Das tat ich zuletzt in
Ägypten; in eine koptische Kirche
Solange die Kirchenoberen, wie viele norddeutsche Bischöfe, sich an politischen Demonstrationen..
... beteiligen und nicht einmal merken, dass beispielsweise die
Ökofaschisten ihre eigene, vom Christentum abgewandte, Religion
etablieren, solange werden Gläubige weiterhin aus den Kirchen
geradezu "fliehen"!
Solange sich "Kirchen" ihrem eigenen Glauben abwenden ist ein
"Sterben" der Kirchen nur die logische Folge.
Der Ökologismus, vulgo "die Ökofaschisten",
die Ihnen vorschreiben, was Sie zu glauben und zu tun haben, stehen in
ihrer Art zu glauben im krassen Gegensatz zu den christlichen Glauben,
der von Verständnis, Toleranz und Nächstenliebe predigt.
Das Christentum hat auch nicht vor, mich notfalls mit (Staats)Gewalt zu
zwingen, mein Geld für die neuen Gotteshäuser auszugeben. Die
Ökologisten machen das jedoch und lassen sich auch von mir die
Kathedralen des neuen Glaubens, die Windmühlen, bezahlen.
Ich formuliere so drastisch, damit Sie erkennen, das der
Ökologismus das Christentum in seinen Glaubenskern versucht, zu überlaufen...
Ökofaschisten????
Sie äußern sich zu Religion und Christentum und sprechen von Ökofaschisten ? Eine wirklich sehr bemerkenswerte Kombination. An was glauben Sie? Von welchem Glauben sprechen Sie? Von dem Ihrigen?
Kirchen verleiten zum Heucheln
Der Mann aus Nazareth hatte offensichtlich seine eigenen Meinung zu den
öffentlichen Betern und öffentlichen Gebetsräumen:
"Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die
gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten,
damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie
haben ihren Lohn schon gehabt.
Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ
die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und
dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten."(Matth.6,5f)
Kommentar zu Ihrer Überschrift, Frau Geng!
Heuchelei ist nicht eine Handlung, die durch die Kirchen in die Welt
kommt, oder durch eine Religion, sondern ist ein Versuch die
Unzulänglichkeit und verfehlung gegen Gebote zu übertünchen!
Dabei ist gerade das Evangelium, dass mich Gott so annimmt wie ich bin,
dass er meine Schuld vergibt und dass ich befreit meinen Weg gehen darf!
Wer heuchelt, der hat leider nicht verstanden (und ich nehme mich da in
vielen Situationen nicht aus), dass wir vor Gott kein (frommes) Theater
spielen müssen. Wenn ich die säkularen Verhalten in unserer
Berufswelt anschaue, dann sehe ich dort genauso, wenn nicht noch mehr
Theater und verlogenes Verhalten!!! Die "Christen" fallen
leider oft in dieses Verhalten zurück!
Zum Beten: Man soll das eine nicht gegen das andere ausspielen! Er hat
genauso auch aufgerufen dass wir gemeinsam beten sollen und gegen den
Gottesdienst hat er sich auch niemals gewandt! Nur ein
menschenbezogener, egoistischer Gottesdienst ist ihm ein Gräuel!
An den Reden wie z.B von Zollitsch (" Thema Gewalt und Meden")
kann man beobachten, dass der Kirchenraum auch für "
polpulistische" Zwecke genutzt wird, die einer scheinbar
unaufgeklärten Herde Erklärungen unsinnigster und
heuchlerichster Art zukommen lässt, die sehr wohl auch an
ebensolche der weltliche Räume erinnern. Ledglich die Ästhetik
ist eine andere.
Bedauerlich ist es allerdings, das eine andere Gemeinschaft Forderungen
nach Gebetsräumen stellt und diese auch bewilligt bekommt. Doch ein
Gegengewicht dazu kann und muß der auf der freiheitlich
demokratischen Grundordnung gegründete Rechtstaat sein. Die Kirche
hat ihre Zeit ( fast 1000 Jahre) "verbüßt".
Frau Busch, mir hat man auch das Beten alskleiner junge begebracht und ich bin heute forh darueber
Das Gebet, das ich lernte hate mir geholfen als ich 10 wurde mein Vater auf grausame Weise, ermordet, einige Monate spaeter wurde ich in ein KZ gesteckt, 3jahre danach wurde in in ein Zwangsarbeit gebrachgt, in beiden gabs nur sehr wenig zu fressen, wo ich bis 19 war. Ueber all diese Zeit hat mich das Gebeit gebracht. Dort sah ich, als 11 u. 12 j. wie verhungerte mit Pferdewagen zum Schinterhaufen gefahren wurden. Wissen sie was ein Schinterhaufen ist? Ein Platz, wo verendete Haustiere vergraben wurden,das war in meinem damals kommunistischen Heimatland. Im Zwangsarbeitslager hatte ich zusammen mit einem jungen Serben gearbeite. D Als einmal wir alleine waren, das 1mal sagte er mir: Wenn ich die vor 2 Ja. getroffen hatte, haetter haette ich die erschossen,war ein sehr Junger Partisane unter Tito, der Name sollte ihnen bekant sein aber seine Taten nicht! Der junge Ex-Parisan sagte, dass er nach dem Kriege nur sagte, dass es vorhe wenige Kommunisten gab, heut ist jeder einer, das reichte
"Glaubt man Statistiken über Gott und die Welt, dann ist das
Kernland der Reformation eine der religionsfernsten Regionen
weltweit." Ja und wenn man das nicht glaubt?
Will uns der Autor mitteilen, dass die Evangelischen prädestiniert
sind, zu Gunsten von Ideologien (z.B. Marxis) ihren Glauben zu verraten.
Es scheint so zu sein!
Wie anders soll dann der Hinweis zu verstehen sein, dass der
Katholizismus im Eichsfeld dies zu belegen scheint.
Gotteshäuser sind Bauwerke und stellen Kulturdenkmäler da.
Eine eigene Aura -also die Essenz Gottes- ist diesen Bauwerken nicht
immanent. Es war immer Aufgabe der Kirche, Menschen durch Bauwerke
einzustimmen auf Gott - in diesem Kontext hat die katholische Kirche
gehandelt. Die Evangelischen haben sich in diesem Kontext genötigt
gefühlt, sich mit der Frauenkirche ein Symbol Gottes zu schaffen,
das Ausstrahlung i.S. von Außenwirkung entfaltet. Die übrigen
Bauwerke sind dagegen Mittel zum Zweck und können andern Zwecken
zugeführt werden.
Jahrhundertelange Unterwürfigkeit
Gebildete und Wissenschaftler hätten den Religionsoberen schon vor
hunderten von Jahren paroli bieten müssen. Buddah, Jesus, Mahammad
- alles, wie schon Luther in seinem Weihnachtslief "Vom Himmel
hoch..." in der zweiten Zeile (!) verklausuliert bekennt,
"schöne neue Mär".
Nichts weiter.
In der Schule brachte eine Schulfreundin mit 12 unseren Pfarrer in
Verlegenheit, als sie fragte: warum hat "Gott-Vater" seinen
Sohn erst vor 2000 Jahren zum tilgen der Sünden auf die Erde
geschickt und nicht schon 100 000 Jahre früher?
Ganz abgesehen von diesem pädophilen Mohammad, der eine
Zehnjährige heiratete...
Ich gebe ja gerne zu, dass wir unsere relativ humane Zivilisation gewiss
zum Teil auch den Zehn Geboten zu verdanken haben. Aber das sollte doch
nicht bis zum Weltuntergang dazu führen, dass den kleinen Kindern
beigebracht wird, vor dem Schlafen gehen zu beten "Lieber Gott,
mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm".
meinetwegen können die Kirchen sterben wie sie wollen
ich muss leider einigen Kommentatoren zustimmen. Die Kirche hat sich
seit meiner Kindheit, in welcher ich jeden Sonntag die Messe besuchen
musste, nicht geändert. Das habe ich vor 11 Jahren erlebt, als ich
das letzte mal bei der Beerdigung meiner Mutter in der Kirche war.
Unseren Kindern haben wir den Besuch des Religionsunterrichtes
freigestellt. Aber auch der kleine hat vor zwei Jahren gesagt, dass er
viel zu langweilig ist. Sollen wir ihn zwingen? Sicher nicht. Aber wenn
wir im Urlaub eine Kirche zur Besichtigung betreten, ob in Italien oder
Paris, dann ist der kleine begeistert. Nur halt nicht von den Messen.
Woran liegt das wohl? Sicher nicht am Gebäude.
Stimmt, jede Profanierung ist auch ein Akt der Selbsaufgabe
Der Versuch, sich selbst zu verwirklichen, ist ein gewaltiger Schritt
weg von Jaeus! Jesus hat Selbstverleugnung gefordert und bis zum Kreutz
gelebt was er lehrte! Und auch echte Christen stehen manchmal auf der
falschen Seite oder sitzen sie ganz ruhig im Armsessel. Vielleicht
waeren die Kirchen voller, wenn die Armsessel leerer waeren.
Die Kirchenleitungen haben wohl vergaessen was Jesus sagte: Maria hat
das Besseren Teil gewaehlt. Ihre Schwester hatte sich beschwert bei
Jesus, dass ihre schwester, Maria, die Arbeit Arbeit sein laesst und vor
seinen Fuessen sass. Denn Jesus hat den Anspruch erhoben, immer an
erster stelle zu sein!. Bei einer anderen Gelegenheit haben einige
seiner Juenger eine Frau angefahren, als sie Jesus mit einer sehr teuren
Salbe salbte. Sie wollten Geld daraus machen fuer die Armen - das 1.
Thema unserer Zeit - Jesus aber sagte Arme werdet Ihr immer haben, mich
aber niccht. Jesus liebt Arm und Reich!
Gotteshäuser sind ... "Stein gewordener Glaube"
das Christentum ist doch kein zu Stein gewordener Glaube. Dass die Messen wenig besucht werden, liegt nicht unbedingt an den "Ungläubigen". Ich besuche regelmäßig Messen in zwei Kirchen unterschiedlicher Konfession. Die eine bietet sehr prunkvoll immer dieselbe unendliche Liturgie ohne ein einzig lebendiges Wort, wie in Stein gemeißelt. Ihre "Stammkundschaft" ist sehr gering und nur zu besonderen Anlässen füllt sich die Kirche. Die andere hat einen Pfarrer, der zwar wohl auch die aktuelle Predigt dem Internet entnimmt, den Text sich aber nie so ganz merken kann (oder will) und dadurch gezwungen ist, wirklich selbst zu predigen - freihand und der Gemeinde zugewandt. In dieser Kirche wird sehr viel gesungen und das gegenwärtige Leben findet statt. Die Teilnehmer werden nicht zu Statisten eines Rituals sondern haben das Gefühl, dass diese Messe nur für sie gehalten wird. Diese Kirche ist immer fast voll und bei besonderen Anlässen gibt es echt ein Platzproblem.
Daniel Deckers Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
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