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Wehrbeauftragter : „Am Ende wird eine europäische Armee stehen“

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Rekruten der Bundeswehr legen Anfang September 2016 auf der Niederburg in Thüringen feierlich ihr Gelöbnis ab Bild: dpa

Europa muss seine Streitkräfte zusammenlegen, um militärisch eine Rolle zu spielen, glaubt der Wehrbeauftragte des Bundestags. Er hält das für unausweichlich.

          Nur durch die Zusammenlegung nationaler Streitkräfte wird Europa nach Ansicht des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels (SPD) militärisch schlagkräftig sein. Man sei derzeit unorganisiert, technisch zersplittert und gebe sinnlos Geld für unnötige Doppelstrukturen in Europa aus, sagte Bartels der Deutschen Presse-Agentur.

          „Wir wollen alle keine nationalen Sonderwege mehr gehen, Deutschland nicht und auch nicht Holland, Tschechien oder Italien“, sagt Bartels. Die militärische Kleinstaaterei müsse endlich aufgegeben, der europäische Teil der Nato organisiert werden. Bartels gab sich überzeugt: „Am Ende wird eine europäische Armee stehen.“

          Die Zusammenlegung von Truppen sei ein Trend und Deutschland dabei ein gesuchter Rahmenpartner. So seien militärische Einheiten von Deutschland und den Niederlanden bereits miteinander verschmolzen worden. Tschechien und Rumänien wollten Teile ihrer Heerestruppen in die Bundeswehr einbinden.

          „Jeder Schritt ist wichtig“

          Die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten hat zuletzt Bewegung in die lange sehr schwierige Debatte über die europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion gebracht. Eine Kommandozentrale soll künftig gemeinsame Militäreinsätze der EU-Staaten steuern. Bis zum Jahresende sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums Planungsprozesse harmonisiert und ein Verteidigungsfonds geschaffen werden.

          „Jeder Schritt in die richtige Richtung ist wichtig“, sagte Bartels. Das vor allem von Deutschland und Frankreich vorangetriebene Projekt war zuletzt nicht wie erwartet vorangekommen. Bislang scheiterten Pläne für eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung vor allem am Veto des Noch-EU-Mitglieds Großbritannien.

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