Home
http://www.faz.net/-gpg-793mu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Wegen AfD-Kurs Merkel und Seehofer kritisieren Kritiker

Drei Landesfraktionschefs der Union fordern, die CDU solle im Bundestagswahlkampf die Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ aktiv bekämpfen und nicht ignorieren. Die Kanzlerin und der bayerische Ministerpräsident haben sie nun gerüffelt.

© dpa Vergrößern Die Kanzlerin zu Beginn der Bundesvorstandssitzung ihrer Partei an diesem Montag.

Die Parteiführung der CDU will weiterhin direkte Konfrontationen mit der neuen Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) möglichst vermeiden und stattdessen nach Angaben des CDU-Generalsekretärs Hermann Gröhe ihre eigenen europapolitischen Positionen offensiv vertreten. So äußerte sich Gröhe im Anschluss an eine Sitzung der CDU-Führung. Während der Sitzung hat die CDU-Bundesvorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, parteiinterne Kritiker an dieser Haltung angeblich gerüffelt. Wie der „Spiegel“ berichtet, ärgerte sich Merkel nach Angaben von Teilnehmern an der Sitzung vor allem über das öffentlich gemachte Positionspapier der Landesfranktionsvorsitzenden von Christean Wagner (Hessen), Mike Mohring (Thüringen) und Steffen Flath (Sachsen). Diese hatten angemahnt, die CDU solle im Bundestagswahlkampf die neue Partei aktiv bekämpfen und nicht einfach ignorieren.

Merkel hat dem Bericht zufolge vor allem kritisiert, dass sie mit den drei CDU-Politikern noch in der vergangenen Woche zusammen gesessen habe, aber auf das Thema nicht angesprochen worden sei. „Wir sind doch beide über 18“, soll die Kanzlerin während der Sitzung an diesem Montag zu Mohring gesagt haben, der als einziger der drei Kritiker teilgenommen hat, weil er dem Bundesvorstand angehört.

Seehofer: „Die CSU ist nicht für mehr Europa, sondern für ein besseres Europa“

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat den Vorstoß der Unionsfraktionschefs scharf kritisiert. Das Vorgehen der Fraktionschefs aus Thüringen, Hessen und Sachsen sei „nicht in Ordnung“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“. Auch er merkte an, nur wenige Tage, bevor sie ihr Papier über Medien verbreitet hätten, hätten die drei Fraktionschefs noch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammengesessen, ohne etwas dazu zu sagen.

Mehr zum Thema

Seehofer kritisierte auch den Inhalt des Vorstoßes. Seiner Ansicht nach sollte man nicht die AfD bekämpfen, sondern die Ursachen dafür, dass sie entstanden sei. Die Position seiner Partei sei dabei klar: Die CSU sei „nicht für mehr Europa, sondern für ein besseres Europa“ sowie gegen eine Schulden- und für eine Stabilitätsunion.

Quelle: FAZ.NET/Lt./DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Merkels Vertraute Die Boygroup existiert nicht mehr

Nach Merkels Satz, der Islam gehöre zu Deutschland, blieb der Applaus in der Union dünn, denn viele Vertraute Merkels sind anderer Meinung. Funktioniert Merkels Machtapparat nicht mehr so reibungslos wie früher? Mehr Von Günter Bannas

20.01.2015, 09:05 Uhr | Politik
Berlin Merkel sieht Sicherheit in Europa nur mit Russland

Voraussetzung dafür sei aber, dass sich die "Stärke des Rechts" durchsetze und nicht das "Recht des Stärkeren", sagte die Kanzlerin in einer Regierungserklärung im Bundestag. Mehr

18.12.2014, 11:10 Uhr | Politik
Kanzlerin in Davos Merkel: Die EZB ist unabhängig

Mit der Entscheidung der Europäischen Zentralbank will Kanzlerin Merkel nichts zu tun haben. Statt dessen mahnt sie, die Politik dürfe ihre Verantwortung für Wachstum nicht vergessen. Mehr

22.01.2015, 14:45 Uhr | Politik
Brüssel Einigung beim Klima-Gipfel der EU

Nach langem Ringen haben sich die 28 EU-Staaten in der Nacht auf Freitag auf neue Klimaschutzziele bis 2030 geeinigt. Beschlossen wurde unter anderem, dass der Ausstoß an Treibhausgasen in der EU um mindestens 40 Prozent reduziert werden soll. Mehr

24.10.2014, 12:08 Uhr | Politik
Heinrich Bedford-Strohm Auf Seehofers Spuren

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich am Freitag zum Islam und seinem Platz in Deutschland geäußert. Dabei hat er verschiedene Formen des Islam unterschieden und klar gestellt, wo die Toleranz endet. Mehr Von Albert Schäffer, München

23.01.2015, 15:12 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.05.2013, 20:06 Uhr

Der verlängerte Arm der AfD?

Von Jasper von Altenbockum

Die Spaltung von Pegida geht in eine Richtung, die der AfD zu einem verlängerten Arm verhelfen könnte. Wohin das die AfD treibt, wird sich am Wochenende in Bremen zeigen. Ein Kommentar. Mehr 64 12