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Walter Mixa Der Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt

Der Papst nahm das Rücktrittsgesuch von Bischof Walter Mixa nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ an, weil ihm schwerwiegende Vorwürfe vorlagen. Sie betreffen Mixas Alkoholkrankheit und sexuelle Übergriffe auf junge Priester. Ein Bericht über die Akte Mixa.

© Vergrößern Gute Ratschläge sollen seit Jahren an ihm abgeprallt sein: Der ehemalige Bischof Walter Mixa

Mixas Worte bestätigten die schlimmsten Befürchtungen: derjenigen, die sich seit langem sicher waren, dass ein aufrechter Kirchenmann mittels einer schmutzigen Intrige aus dem Amt gedrängt worden war, wie derjenigen, die wissen wollten, dass der vormalige Bischof von Augsburg seit langem nicht mehr Herr seiner selbst war – und derjenigen, die ahnten, dass der neuerliche Kampf über die Deutungshoheit der Ereignisse der vergangenen Wochen nun eine letzte, dramatische Wende nehmen würde.

Was war geschehen? Fünf Wochen nach der Annahme des Rücktritts durch Papst Benedikt XVI. am 8. Mai 2010 ist Walter Mixa am vergangenen Wochenende in das Bischofspalais im Schatten des Augsburger Domes zurückgekehrt – eher verlorener Vater als verlorener Sohn. Der interimistische Leiter der Diözese, Weihbischof Josef Grünwald, und sein Stellvertreter, Karl-Heinz Knebel, wurden komplett überrascht. Sie wähnten Mixa noch in der Toskana, wo er sich nach einer mehrwöchigen Therapie in den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel erholen wollte. Dass Mixa seine italienische Reise auch dazu genutzt hatte, bei Kardinal Giovanni Battista Re, dem Präfekten der vatikanischen Kongregation für die Bischöfe, um seine Rehabilitierung nachzusuchen, hatte in Augsburg niemanden beunruhigt.

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Re verbot die Feier des vierzigjährigen Priesterjubiläums Mixas

Mixa ist 1996 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eichstätt ernannt worden und 2005 von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Augsburg. Seine Worte haben Gewicht. Bei Re klagte er: Erst sei er von Weihbischof Anton Losinger und Generalvikar Knebel im Verein mit dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, so unter Druck gesetzt worden, dass er dem Papst seinen Rücktritt angeboten habe. Dann hätten Marx, Zollitsch und Losinger Papst Benedikt mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger arglistig getäuscht, um so schnell wie möglich die Annahme des Rücktritts zu bewirken.

Re machte Mixa wenig Hoffnung, dass er rehabilitiert werden könne. Wenig später untersagte Re schriftlich die öffentliche Feier des vierzigjährigen Priesterjubiläums Mixas, die im Juli im Augsburger Dom hätte begangen werden sollen. Überdies hatte ihn der Kardinal vergattert, nicht an die Presse zu gehen.

In einer Basler Fachklinik wurde er entgiftet

Schon im April hatte „Bild am Sonntag“ aus der Basler Fachklinik berichtet, in der Mixa entgiftet wurde. Und die „Welt am Sonntag“ flankierte am letzten Wochenende die Rückkehr Mixas mit einer Reportage über die Entstehung des Verdachts auf sexuellen Missbrauch. Darin erscheint der Rückkehrer als Opfer einer Kirchenintrige, mit der Marx und Zollitsch im Verein mit linken Katholiken einen der wenigen „kultivierten Konservativen“ in der Kirche mundtot gemacht hätten.

In der Tat: Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hatte das Ermittlungsverfahren eingestellt, nur eine Woche, nachdem ihr eine kurze Aktennotiz übermittelt worden war. In der Zwischenzeit aber hatte der Papst den Rücktritt Mixas angenommen. Weil Benedikt noch vor den ersten Kontakten mit der Staatsanwaltschaft von Zollitsch, Marx und Losinger über den Verdacht gegen Mixa ins Bild gesetzt worden war? Über einen obendrein haltlosen Verdacht? Der diente demnach nur als Hebel, um Mixa zu stürzen – so die Lesart, in der Marx und Zollitsch als perfide Intriganten erscheinen. Ein „Brudermord“, wie es in der „Welt am Sonntag“ hieß?

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