02.10.2005 · Der Bundestag wird durch die Nachwahl in Dresden den Träger eines prominenten Namens verlieren: Der CDU-Abgeordnete Cajus Julius Caesar wird sein Mandat abgeben müssen. Grund: Die komplizierte Verteilung der Listenplätze.
Der neue Bundestag wird durch die Nachwahl in Dresden auch den Träger eines prominenten Namens verlieren: Der CDU-Abgeordnete Cajus Julius Caesar aus Nordrhein-Westfalen wird sein Listenmandat abgeben müssen.
Caesar hatte das Mandat über Platz 34 der Landesliste errungen. Nach Berechnungen des Internet-Dienstes www.wahlrecht.de vom Sonntag abend lösten nun aber ausgerechnet die Anhänger seiner Partei Caesars Sturz aus: Durch die Verteilung der Zweitstimmen verliert die NRW-CDU demnach einen Listenplatz an die saarländische CDU.
Verschiebung auch bei der FDP
Hintergrund ist die komplizierte Mandatszuordnung nach dem sogenannten Hare-Niemeyer-Verfahren. Da die CDU im Wahlkreis Dresden I am Sonntag wie erwartet ihr Direktmandat verteidigte und weniger als 41.226 Zweitstimmen erhielt, verschiebt sich die Listenplatz-Zuordnung in den einzelnen Bundesländern. Der 54 Jahre alte Diplom-Forstingenieur muß nun seinen Bundestagssitz wieder räumen.
Für ihn zieht die Saar-Politikerin Anette Hübinger (CDU) ins Parlament. Bei der FDP kommt laut Bundeswahlleiter nicht die NRW-Kandidatin Petra Müller, sondern Christoph Waitz aus Sachsen zum Zuge.
Caesar, der mit seiner markanten Nase auch optisch seinem Namensvetter nahe kommt, saß seit 1998 im Bundestag. Seinen kuriosen Vornamen verdankt er einer Familientradition, die seine Großeltern 1925 begannen: Diese tauften damals ihren Sohn auf den Namen Cajus Julius. Genau wie sein Vater gab auch der CDU-Politiker seinen Namen weiter; sein Sohn Cajus Julius ist Transall-Pilot bei der Bundeswehr.
Auf seiner Homepage kokettiert der lippische Abgeordnete sogar mit etwaigen Familienbanden zum großen römischen Imperator und Feldherren. „Ob er ein Vorfahre ist, kann ich nicht nachweisen, aber auch nicht ausschließen.“