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Veröffentlicht: 19.04.2013, 17:48 Uhr

Vorwurf des Kindesmissbrauchs Mutter korrigiert ihre Entlastung Cohn-Bendits

2001 wurde dem Grünen Daniel Cohn-Bendit, der am Samstag den Theodor-Heuss-Preis erhalten hat, Kindesmissbrauch vorgeworfen. Nun korrigiert eine Mutter ihre entlastende Aussage von damals.

© dpa Daniel Cohn-Bendit

„[...]“ „Mein Sohn war damals nicht in der Universitäts-Kita, um die es in dem Buch ging, sondern in der Krabbelstube im Haus der Freien Schule“, sagte Thea Vogel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). „[...]“

Sie habe Cohn-Bendit seinerzeit aus politischen Gründen entlastet, sagte Frau Vogel weiter: „Ich war empört darüber, dass aus einem Buch, das er 1975 geschrieben hatte, 2001, also 26 Jahre nach seinem Erscheinen, eine Kampagne gegen Dany gemacht wurde, um ihn politisch zu diskreditieren.“ Wegen dieser Passagen ist auch die Verleihung des Theodor-Heuss-Preises an Cohn-Bendit, die am Samstag in Stuttgart stattfand, in die Kritik geraten.

„Hosenlatz geöffnet und angefangen, mich zu streicheln“

In dem Buch „Der große Basar“ hatte Cohn-Bendit 1975 ausführlich über seine Zeit als Kinderbetreuer im Kinderladen der Universität Frankfurt zwischen 1972 und 1974 berichtet.  „Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf schon gelernt hatten, mich anzumachen“, schrieb Cohn-Bendit. Er berichtete,  wie es „mehrmals passierte, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln“. „Auf Wunsch“ habe er dann auch zurückgestreichelt.

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Als diese Stellen 2001 zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte wurden, verteidigte sich Cohn-Bendit mit einem Brief von Eltern, deren Kinder er betreut oder mit denen er in einer Wohngemeinschaft zusammengewohnt hatte.   Der Brief wurde von Thea Vogel geschrieben. Darin hieß es: „Wir wissen, dass er niemals die Persönlichkeitsgrenzen unserer Kinder verletzt hat. Im Gegenteil, er hat sie geschützt.“ In Kenntnis von Cohn-Bendits Schilderungen sagte Frau Vogel nunmehr der F.A.S.: „Ich finde völlig unangebracht, was da beschrieben ist.“

Vogel: Cohn-Bendit ist nicht pädophil

Wenn es passiere, dass sich ein Kind einem Erwachsenen forschend nähere, dann müsse dieser klare Grenzen ziehen. „Wenn dabei sexuelle Wünsche entstehen, muss ich mich zurückziehen.“ Sie zeigte sich überzeugt, Cohn-Bendit sehe das heute selbst so.  Es sei ausgeschlossen, „dass er etwa pädophil sein könnte“.

Der Fall bewegt auch die baden-württembergischen Landespolitiker. Umstritten war in Stuttgart, ob Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei der Verleihung des Heuss-Preises ein Grußwort halten sollte. Kretschmann war hierfür von CDU und FDP heftig kritisiert worden. Der Koalitionspartner SPD hatte mit Zurückhaltung reagiert. Ein Sprecher der Landesregierung sagte zum Bericht der F.A.S: „Auszüge aus einem langen Bericht allein können wir nicht kommentieren. Das machen wir gern, wenn der komplette Artikel vorliegt“.

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