19.01.2012 · Die Staatsanwaltschaft hat Wohn- und Geschäftsräume von Olaf Glaeseker, entlassener Sprecher des Bundespräsidenten, sowie des Eventmanagers Schmidt durchsucht. Glaeseker ist dem Vorwurf der Bestechlichkeit ausgesetzt.
Von Robert von Lucius, HannoverRichtlinien für Lesermeinungen
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Wie loyal wird Herr Glaeseker sich verhalten? Wird er auspacken? Ein gezieltes Bauernopfer?
Die große Unbekannte in diesem Schauspiel ist, wie sich Glaeseker
bei den Ermittlungen verhalten wird. Bleibt er seinem früheren
Chef das treu ergebene Faktotum? Wird das Verfahren gegen Glaeseker
gegen die Zahlung einer Geldstrafe eingestellt, wenn sich der Sturm um
BP Wulff gelegt hat?
Interessant ist, dass BP Wulff ohne überhaupt juristisch Schaden zu
nehmen, über RA Lehr erklären konnte, dem Filmproduzenten
Groenewold die 400,- € für den Upgrade im Hotel Bayerischer
Hof im Rahmen eines Oktoberfestbesuches 2008 zurückzuerstatten.
Warum eigentlich dieses Erstattung?
Denn das Ministergesetz in Niedersachsen erlaubt es den
Begünstigten, den dienstlichen Bezug einer Vorteilsannahme selbst
zu bewerten. Warum bekommt Glaeseker diese befreiende
"Erklärungsoption! nicht angeboten, obwohl er als damaliger
Staatssekretär auch unter das Ministergesetz gefallen sein
dürfte? Und warum erlaubt das Ministergesetz private
Vorteilsannahmen, die den niedersächsischen Beamten verwehrt bleiben?
Hier gilt auch der alte deutsche Spruch:
"Sage mir wer Deine Freunde sind und ich sage Dir wer DU bist."
Eigentlich müsste die Mehrheit...
... der deutschen Schnäppchenjäger, Vorteilsnehmer und
Nassauer voll hinter Wulff und Glaeseker stehen. Sind sie doch in dieser
Sache ein nachahmenswertes Vorbild, nämlich vom Stamme’ Nimm’.
Und den Nachweis, dass die Amtsaufgaben des damaligen
Niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff dadurch nicht
beeinflusst oder behindert wurden, will die Staatsanwaltschaft Hannover,
aus welchen Gründen auch immer, nicht erbringen.
Dafür hält man sich lieber an den ehemaligen Untergebenen
Glaeseker, lässt diesem aber viel Zeit alles belastende Material
vorher verschwinden zu lassen. Wir haben schon eine tolle
weisungsgebundene Staatsanwaltschaft in Deutschland.
Für Herrn Glaeseker dürfte es ein Leichtes sein, sich da herauszuwinden. Er braucht doch nur anzugeben, dass er zu Herrn Schmidt im Laufe der Zeit ein enges, privates Verhältnis aufgebaut hat, und schon ist er über jeden Verdacht erhaben. Es wird so "selbstverständlich und unverfänglich" wie bei seinem ehemaligen Chef. Urlaub bei guten Freunden eben...
Na dann: Jetzt kann sich Frau Kanzlerin mal langsam warm anziehen! Denn
wenn ihr "Präsi" über seinen "siamesischen
Zwilling" stolpert, was ja wohl so angestrebt ist, dann wird sie
über ihren "Präsi" stolpern. Und plumps! Jetzt
wird's schattig, Frau Merkel!
Aber eines noch an alle Sägen- und Knüppel-Schwinger: Haben
Sie schon mal überlegt, wer die leergefegten Posten ausfüllen
soll? "Es kommt nichts Besseres nach" sagt der Volksmund. Oh
weh! Denk ich an Deutschland in der Nacht ...
besser NICHTS als das was da als Weltenretter auftritt
Auf die Avantgard kann verzichtet werden
Belgien hatte auch 2 Jahre keine Regierung...
ist den Belgiern irgend was entgangen...
sorry ...stimmt die hatten ja noch einen König (Wulff??)
Konnte Glaeseker ohne Wulff's Einverständnis bestechen?
er wusste davon, deshalb wurde der Sprecher schon früh entlassen. Er war ja ein "Freund". Es zeugt von ehrlicher Freundschaft wenn einer seinen Freund verrät weil das "Halten" im Amt wichtiger wird. Das emotionale Schauspiel im TV Interview beim Thema Freundschaft ist heute noch zum k....Herr Glaeseker soll entsprechend reagieren und reinen Tisch ohne anwältliches Lavieren machen. Er würde dann der "aufrichtige" Politiker und moralisches Vorbild sein, weit vor dem BP, der damals ja sein auftraggebender Chef war.
Herr Wulff konnte von all dem nichts wissen:-)
Freunde gehen durch dick und dünn
Schwer zu sagen, was die Ermittlungen letztendlich unter dem Strich bringen werden. Es wirft aber schon jetzt ein anderes Licht auf die Trennung dieser "Freunde" und gibt mal wieder VIEL Spielraum für Spekulationen und Polemik.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2012 09:58 UhrVor allem viel Spielraum für mediale Spekulation...
...und die heizt die Wirtschaft an.
Ich bin mir sicher, dass ich irgendwie indirekt vom gestiegenen Umsatz
der Medienhäuser bereits profitiert habe und meine 0,3 cent die
Wulff mich im Jahr kostet wieder drin hab ;)
wenn die Medien bei allen Führungspolitikern und Untergebenen nur
tief genug buddeln würden müssten wir ziemlich viele Pranger
vor dem Reichstag aufstellen und dies zurecht.
An eine richtige Begründung warum Wullf Glaeseker entlassen hat
kann ich mich nicht erinnern. Im Nachhinein macht es Sinn ihn
abzusägen bevor seine Eskapaden auf den ohnehin schon
angezählten Wulff einschlagen.
Die nächste Überschrift lautet dann wohl: Wulff hat von nichts gewusst!
Der Schnäppchenjägermeister hat die 3 Affen neu erfunden.
Er sah, hörte und sagte nichts.
Nix, als sein Buch gesponsert wurde, nix als er bei der BW-Bank
Konditionen "wie jeder andere Bankkunde" bekam, nix als sein
"engster Vertrauter" mit seiner Staatskanzlei Sponsoren
einwarb, nix als ihm ein Bundesbankscheck ins Haus flatterte - nein, er
wußte von garnichts.
Das mag für einen studierten Rechtskundigen sonderbar erscheinen
(einem Briefträger würde keiner das abnehmen), aber es ist so.
Vielleicht zieht hinter Wulff eine Dame aber auch die Fäden, und
hält ihm die Hände abwechselnd vor Augen, Ohren und Mund.
Es liegt also ein begründeter Anfangsverdacht der Bestechlichkeit vor? Glaeseker sei mit kostenlosen Urlauben "geschmiert" worden? Den geldwerten Vorteil dieser 3 oder 4 kostenlosen Urlaubsaufenthalte schätzen wir einmal großzügig auf 20.000 €. Das ist zwar nicht schlecht, aber stellt das tatsächlich für eine Strafverfolgungsbehörde einen Anlass dar, mit Dutzenden von Beamten gleich an mehreren Orten u. dann auch noch im Ausland Hausdurchsuchungen vorzunehmen? Wäre das wirklich ein angemessener Aufwand zur Klärung der im Raum stehenden Vorwurfe? Ich glaube kaum. Da muss also mehr, sogar viel mehr dahinter stehen. Wäre es sonst nicht passender gewesen, Glaeseker u. Schmidt die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße etw. in Höhe der Bestechungssumme anzubieten? Auch wenn die so genannte Qualitätspresse (FAZ u.a. ) zu den wirklichen Hintergründen noch nicht viel weiß oder sagen kann: Die hier gestellte Frage des Aufwandes hätte sie ruhig selber einmal aufwerfen können.
Wie der Herr, so das Gescherr! ! Aber raten wir schon einmal, was der
Boss uns als Weihnachtsmärchen auftischen wird ... richtig: Davon
hab ich Nichts gewusst.
Schade nur, dass die Staatsanwälte beim Boss die Hosen so voll haben
Die Causa Wulff oder „Trau, schau, wem“ – Eine schlicht unerquickliche Tragikomödie in immer noch ungezählten Akten …
Man muss sich schon wundern kein Staatsanwalt traut sich beim Wulff Hausdurchsuchung vor zu nehmen. immerhin ist dann sein das Amt in Gefahr. Aber vielleicht gibt es noch einen mutigen Staaatsanwalt abwarten. In Baden-Württemberg auf keinem Fall da ist die Spätzle Connektion sehr nachtragend.
Also weswegen Christian Wulff in die Bredouille gekommen ist, das
wäre in anderen Ländern, den meisten dieser Erde, ja geradezu
nichts. Was hat er verbrochen?- Die paar finanziellen Vorteile- zum
Lachen ist das; Urlaub mit Maschmeyer (wer soll das sein?) usw.
Da ist nicht viel dran.
Störend ist allein sein Umgang mit all diesen peanuts (falls es
dabei bleibt). Das verdeutlicht die Unreife, die charakterliche Unreife
des Herrn Wulff.
Und richtig schlecht finde ich insbesondere seinen bewußten
Ehebruch mit anschließender Scheidung.
Hmm, komisch. Ich dachte immer, der Fisch stinkt vom Kopf her. Bauernopfer? Aber schau an, warum ermitttelt denn die Staatsanwaltschaft nun ueberhaupt, wenn es doch keinen Anfangsverdacht gab? Sicher, Wulff wusste von alledem nix. Genausowenig wie von Geerkens Kredit im Landtag bei der Befragung. Oder seine diversen Geschenke von "Freunden". Ist ihm wohl nachher wieder eingefallen. "Ach, da war doch was!". Leidet Wulff an Alzheimer? Dann muesste er erst recht zuruecktreten!
Wie bei den Waffengeschäften/Geldwäsche/CDU-Parteispendenaffäre(n) um Strauss/ (Pfahl)/Kohl /(Leuna)/ Barschel …Man verhaftet die Knechte. Die Drahtzieher bleiben ungeschoren. Und ob der obskuren Beziehungen zu einer gewissen „Eventindustrie“ um die Seilschaft Maschmeyer und Co. steht der Begriff „Finanzindustrie“ nunmehr in ebensolchem Generalverdacht wie „Waffengeschäfte“ - beispielsweise. Beide Geschäfte scheinen zudem auf Bestechung wie auf das Rotlicht nicht mehr verzichten zu können. Und Wulff steckt da irgendwie mit drin. So zumindest stellt sich das auch dem Gutwilligsten dar.Mit dem Fall Wulff erhält der „Selbstmord“ (nach Barschel) eine weitere (und eben nicht nur begriffliche) Bereicherung. Denn Wulff mordet sich hier gewissermaßen auf Raten – und dies quasi als Medienspektakel, wie es nicht schlechter von eines Maschmeyers Eventindustrie veranstaltet sein könnte. Das ist Big Brother im wahrsten Sinne des Wortes. Solches tut nur der,der für mehr als für eine Hypothek haftet.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2012 15:34 UhrDer Kampf um die Intelligenz
Sehr geehrte Frau Zendel,ich denke,dass ich Ihre Ironie verstehe,finde aber,dass die Ironie nicht angebracht ist,bzw. nur als böse Ironie.Vielleicht ist es nicht ganz klar geworden,wie ich es meinte.Das Schwergewicht meines Kommentars würde ich doch lieber auf das „Medienspektakel“ gelegt haben.Wenn Wulff sich „selbstmordet“,ist das insofern tragisch,als dass damit das Medienspektakel erst zu seiner vollen Blüte gelangt.In der Causa Guttenberg zeigte sich schon,wie die Medien sich einer antiintelligenzlerischen Kritik bedienten,ohne sich dabei aber abhalten zu lassen,auf die „Intelligenz“ zu setzen,wenn es darum geht,die Risse im bürgerlichen Staatsbetrieb wieder zu schließen.Mit Harald Werner („Wulff vergessen“) möchte ich daher auf Gramsci rekurrieren,für den es schon eine „ausgemachte Sache (war),dass es einen ständigen Kampf zwischen der Bourgeoisie und den Linken um die Intelligenz gibt,über dessen Ausgang sich entscheidet,wer die Hegemonie über das Massenbewusstsein gewinnt.“
"Solches tut nur der,der für mehr als für eine Hypothek haftet." :o))
Ich lass' mich von Hrn. Wulff adoptieren - ich will auch IMMUNITÄT !!! ;)
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- ist das Rekord? Jetzt weiß man wenigstens, was das Volk aufregt. Gratulation!
Der Bruch der Maastrichtverträge durch Schröder und Merkel
haben das nicht geschafft.
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Sic! Herr Wulff wird "abgeschossen" aber Frau Merkel ist gemeint. Ich glaube, sie wird ihren Präsidenten nicht lange überleben.
In der Tat - es gibt viel Wichtiges zu tun
Das aber ist ein zusätzlicher Grund, dass Wulff das Amt des
Bundespräsidenten nicht länger blockiert und beschädigt.
Er spekuliert auf Meinungen, wie Sie sie aus Wohlwollen gegenüber
seiner Person formulieren: Nicht der Angeklagte ist hauptsächlich
schuld, sondern die Kläger.
Wenn wir auch das Amt des Bundespräsidenten für die
Lösung der großen Probleme dringend brauchen, können wir
seine fragwürdige Amtsführung nicht unter den Teppich kehren.
Das sollten auch CDU-nahe Bürger unterstützen. Sie haben aber
darin absolut Recht, dass wir bei Schröder viel zu lange zugesehen haben.
Wahrscheinlich irren Sie
denn ein großer Teil des "Rekordes" gilt Frau Merkel und ihrem Politikkurs, wozu wiederum Herr Wulff gehört.
der nette Herr Wulff. Aah, jetzt ist das Rätsel gelöst !!!
warum H. Glaeseker gehn musste.
Man entlässt seinen väterl. Freund, der kann dann den Kopf
hinhalten, finden wird man eh nichts mehr nach dieser Zeit.
Und weiterhin sitzt man nett lächelnd im Bellevue und sitzt es
aus....
Auch dem Herrn Glaeseker dürfte nun schmerzlich bewusst werden,
dass wenn zwei das Gleiche tun, es noch immer nicht das Selbe ist.
Allerdings kann Herr Glaeseker sicherlich auf das Begnadigungsrecht des
Bundespräsidenten für den Fall hoffen, dass die Ermittlungen
zu einer Anklage und möglicherweise letztlich zu einer Verurteilung
führen sollten.
Unser Bundespräsident dürfte sicherlich vollstes
Verständnis für seinen langjährigen Weggefährten
aufbringen und einer Begnadigung definitiv aufgeschlossen gegenüber
stehen.
Robert von Lucius Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.
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