07.07.2011 · Der Münchner Rechtswissenschaftler Volker Rieble hat Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann vorsätzliches Handeln bei seiner Doktorarbeit vorgeworfen. „Als Doktorand kann man nicht so blöd sein, dass man nicht weiß, wie richtig zitiert wird“, so Rieble.
Die umstrittene Doktorarbeit von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) ist nach Ansicht des Münchner Rechtswissenschaftlers Volker Rieble ein „klares Plagiat“. Zwar sei Althusmann nicht so „dummdreist“ vorgegangen wie etwa der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Dennoch verschleiere der derzeitige Präsident der Kultusministerkonferenz, in welchem Ausmaß er Fremdtexte übernommen habe und verstoße damit auch gegen Urheberrechte, sagte der Münchner Plagiatexperte Rieble am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd.
„Er hat eben nicht richtig zitiert und damit ist es ein Plagiat“, sagte Rieble. Die Angaben von Althusmann, dass es an deutschen Universitäten unterschiedliche Zitierweisen gebe und er möglicherweise nur Flüchtigkeitsfehler begangen habe, wertete Rieble als „Standardausrede“. „Ein wörtliches Zitat muss gekennzeichnet werden, sei es durch Einrückung oder durch Anführungszeichen. Das ist nicht verhandelbar und das ist in der Atomphysik genauso wie bei Soziologen.“
Rieble: vorsätzliches Handeln
Althusmann habe „planmäßig“ und „vorsätzlich“ gehandelt, da sich die falsche Zitierweise durch die ganze Arbeit erstrecke. „Als Doktorand kann man nicht so blöd sein, dass man nicht weiß, wie richtig zitiert wird“, sagte Rieble. Weder als Kultusminister noch als Präsident der Kultusministerkonferenz sei Althusmann weiter tragbar.
„Wie will denn ein Kultusminister Althusmann nun noch Stellung nehmen zum Abiturbetrug durch niedersächsische Schüler?“
Nach einer Analyse der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat Althusmann beim Verfassen seiner 2007 veröffentlichten Doktorarbeit gegen wissenschaftliche Regeln verstoßen. Der Minister gestand am Mittwoch „mögliche handwerkliche Fehler“ ein, schloss einen Rücktritt von seinen politischen Ämtern aber aus. Rieble hatte die Arbeit für die Recherchen der Zeitung untersucht und eine Stellungnahme abgegeben.
Mal sehen, wie lange er durchhält
Gerhard Wruck (arbiter)
- 07.07.2011, 21:17 Uhr
Untragbar
Otto Fragender (Fragender)
- 08.07.2011, 11:28 Uhr