http://www.faz.net/-gpf-8g2bq

AfD : Von Storch legt mit Islamkritik nach

  • Aktualisiert am

AfD-Politikerin Beatrix von Storch Bild: dpa

Die stellvertretende AfD-Vorsitzende hat den politischen Islam als „größte Bedrohung für Demokratie und Freiheit“ bezeichnet. Ihre Thesen stoßen auf Widerspruch. Heiner Geißler spricht von „religiösem Rassismus“.

          Die AfD legt ungeachtet der vehementen Kritik an ihrem strikten Anti-Islam-Kurs weiter nach. „Die größte Bedrohung für Demokratie und Freiheit geht heute vom politischen Islam aus“, sagte die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Auch antisemitische Übergriffe hätten heutzutage überwiegend einen islamistischen Hintergrund, heißt es in der Dienstagsausgabe des Blattes.

          Von Storch und der andere stellevertretende Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei, Alexander Gauland, hatten am vergangenen Wochenende den Islam zur Ideologie erklärt, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Er sei ein „Fremdkörper“ in Deutschland, der hier „keine Heimat finden“ könne.

          Für diese These ernteten sie scharfe Kritik und entschiedenen Widerspruch. So sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU): „Die Praxis hat gezeigt, dass die übergroße Mehrzahl der Muslime hier im Rahmen des Grundgesetzes ihre Religion ausübt.“ Merkel verwies zudem auf die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Religionsausübung, die “natürlich auch für Muslime in unserem Land“ gelte.

          Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann warf der AfD eine „pauschale Verunglimpfung aller friedlichen Muslime“ vor. „Das ist ein weiterer Versuch der AfD, die deutsche Gesellschaft zu spalten“, sagte er der „Rheinischen Post“. Abermals werfe die AfD „verbale Stinkbomben und verpestet den politischen Diskurs“, sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir der „Huffington Post“. „In Deutschland gilt die Religionsfreiheit, selbstverständlich auch für Muslime. Es ist eine wichtige Aufgabe, den Islam in Deutschland einzubürgern.“

          Die Integrationsbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Cemile Giousouf, sagte der „Huffington Post“: „Auf ihrem Marsch nach Rechtsaußen hat die AfD jedes Maß verloren.“ Giousouf bezeichnete AfD-Politiker als „in Wolle gefärbte Rassisten auf der Suche nach dem nächsten Aufregerthema“. Auch der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sprach in der „Rhein-Neckar-Zeitung“ von Rassismus: „Was die AfD hier macht, ist religiöser Rassismus. Der Nachwuchs der AfD kommt aus rechtsradikalen Zirkeln und Seminaren.“ Der Verfassungsschutz sollte die Entwicklung der AfD genau beobachten.

          Weitere Themen

          Wird Zypern ein neues Lampedusa?

          Syrer flüchten aus Libanon : Wird Zypern ein neues Lampedusa?

          Obwohl es keine Landverbindung in andere EU-Staaten gibt, landen immer mehr Migranten auf Zypern. Die Regierung in Nikosia schlägt in Brüssel Alarm, fordert von der EU aber vor allem finanzielle Unterstützung für zwei andere Staaten.

          Explosion in Kabul nahe einer Schule Video-Seite öffnen

          Afghanistan : Explosion in Kabul nahe einer Schule

          Bei einer Bombenexplosion in Kabul nahe einer Schule sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Angriffe der Taliban auf Armee und Polizei gegeben.

          Topmeldungen

          Migranten aus Mittelamerika klettern am 29. Oktober auf den Anhänger eines Lastwagens, während eine Karawane von Menschen ihren langsamen Marsch zur amerikanischen Grenze fortsetzt.

          Flüchtlingstreck nach Amerika : Endstation Mexiko?

          Tausende Menschen schieben sich aus Honduras durch Mexiko in einer langen Karawane Richtung Amerika. Doch Donald Trumps Drohung zeigt bei den ersten Flüchtlingen Wirkung.
          Quirinale: Sitz der italienischen Regierung.

          Euro-Tief : Italien schwächt den Euro

          Der Wechselkurs der Gemeinschaftswährung fällt auf den niedrigsten Stand seit Juni 2017. Am Markt herrscht Einigkeit: Schuld daran ist Italien. Und das Verhalten der populistischen Regierung in Rom verheißt auch für die Zukunft nichts Gutes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.