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Von Boettichers Absturz Politik, Kabale und Liebe

 ·  Ein Drama in einem Akt: Die CDU in Schleswig-Holstein sucht neun Monate vor der Landtagswahl verzweifelt eine neue Führung. Und von Boetticher bleibt wohl nur sein Mandat.

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Gabor von Zoltan

Moralinsaurer amerikanischer Quatsch!

Was soll denn das hier in Europa?
Ist doch ziemlich Wurscht, was er mit wem. So lange dies einvernehmlich geschieht, ist nichts dagegen einzuwenden.
Nun darüber zu lamentieren, ob es sittsam sei, dass sie sich über Facebook kennen gelernt haben oder nicht, ist doch lächerlich. Und wenn schon? Will man Menschen in der Politik oder Panini-Heiligenbildchen?
Garantiert eine Partnerin, die über dreissig ist und die man irgendwo anders umgarnt hat, denn automatisch, dass mit dem Kandidaten "alles in Ordnung" sei?
Das Einzige, was zählen müsste, sind Standpunkte und Entscheidungen in Sachfragen.
Das Dümmste, das in diesem Zusammenhang gebracht werden muss, ist der Vorwurf der Erspressbarkeit... Weil die ja nur gegeben ist, wenn sich die Öffentlichkeit eben nicht aufs Wesentliche, also die Sachfragen, konzentriert, sondern Entscheidungsträger nötigt, ständig den Abziehbild-Moralisten zu mimen. Zum Speien!
Hut ab vor dem Franzosen: Denen war so was von egal, ob Mitterand nun eine aussereheliche Tochter hatte oder nicht. Schlicht und einfach, weil das nix mit seinen Aufgaben und Verantworungen als Staatsmann zu tun hatte.

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Tatiana Schmidt

Schleswig-Holstein - skandalumschlungen

Herr von Boetticher durfte sicher lieben, wen er wollte - im Rahmen der Gesetze. Heute ist er 40 Jahre alt und mittlerweile verheiratet (mit einer Volljährigen?). Nun ist er nochmal so frei, aller wichtigen Ämter ledig. Die einzig wichtige Frage war, ob die CDU-Wählerschaft einem Manne Vertrauen schenkt, der als 39Jähriger ein Liebesverhältnis zu einem 16jährigen Mädel unterhielt. Das sind Allüren von Popstars oder anderen Individualisten. Ein Politiker ist nie privat. Sein Privatleben spiegelt seine Vorlieben und seinen Geschmack; ergo haben die Wähler ein Recht, darüber zu erfahren. (Das gilt übrigens auch für Merkel, geb. Kasner, verheiratete Sauer.) Ein Ministerpräsident kann nicht im Nachtclub auftauchen und sagen: Hier bin nicht als MP, sondern als Privatperson. Das konnte Papa Heuss im Heilbronner Weinstübchen noch sagen: Der Präsident geht, der Heuss bleibt hocken - und seinen Leibwächter nach Hause schicken. Auch Herr Strauss-Kahn, sollte er vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen werden, hat nichts Unrechtes getan. Aber das französische Volk möchte einen Frauenheld, der sich mit jedem Weib einläßt, sicher nicht als Präsidenten.

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Thomas Lindenmeyer

Kabale und Hiebe

Die CDU in Schleswig-Holstein ist schon ein gespenstischer Verein. Über Herrn v. Boetticher mögen andere urteilen, aber die Art des Umgangs dieses Landesverbandes mit seinen eigenen Leuten ist abenteuerlich. Und christlich ist dies alles schon lange nicht mehr, eher bigott, verlogen und unendlich intrigant.

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christopher blunt

Ein schräger Vogel - eine seltsame Affäre

Da ich in einem ähnlichen Alter bin wie von Boetticher: Eine Beziehung zu einer 16jährigen ist schon etwas "schräg" (wenngleich juristisch "legal"). Die Tatsache, dass sie sich über FB kennengelernt haben, spricht auch gegen eine zufällige Liebesbekanntschaft, sondern eher für eine gewisse - auch altersmäßige - Sehnsucht auf Seiten der Beteiligten.
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Noch seltsamer: Jetzt stellt sich heraus, von Boetticher sei bereits seit letztem Jahr mit der Pressesprecherin der Hamburger CDU verheiratet. Die Trauung soll in den USA stattgefunden haben (Quelle: shz.de) - aber anscheinend hat keiner davon gewußt, auch auf vB's Homepage steht nichts davon. Warum ist ein Politiker in der CDU, wenn er die Bedeutung der Ehe nicht zu würdigen weiß? Für mich ist hier das Private das Politische: Kann jemand, der nicht einmal zu seinem eigenem Leben steht, Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen?
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Und: Warum kommt das alles jetzt ans Licht der Öffentlichkeit? Gab es Druck von Seiten der Medien oder der Partei-"Freunde"?
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Als letztes: Ist es die Tragödie eines bindungsscheuen Mannes im digitalen Lifestyle oder die Kommödie eines lächerlichen Polit-Theaters im Zeitalter moralischer Wirrungen?

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Heino Peters
Heino Peters (hpet996) - 16.08.2011 13:46 Uhr

verantwortliche Führungsqualität?

es geht nicht um sogenannte Liebesbeziehungen oder den Altersunterschied, sondern um verantwortungsvolle Führungsqualitäten. Wie kann jemand ein Land, bzw. Bundesland führen wollen, der via Facebook und im Hotel mit einer Minderjährigen anbandelt. Von einem „Manager“ erwarte ich verantwortliche Entscheidung und Führung die vom Kopf entschieden werden und nicht aus tieferen Regionen

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W. Müller
W. Müller (drschagg) - 16.08.2011 13:37 Uhr

Ich denke, die Rummhurerei bei CDU Mitgliedern und Mandatsträgern....

ist völlig normal, je katholischer, je mehr. Herr Pofalla, Herr Söder, Herr Seehofer, Herr Weigel natürlich ausgenommen.

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Klaus D. Wolf
Klaus D. Wolf (LaoK) - 16.08.2011 13:16 Uhr

CDU - scheinheiliger Verein

Seltsam, im "Fall" von Boetticher hat die CDU das "C" in ihrem Namen wiederentdeckt. Zumindest die "Moral" desselben.
Na und, er hatte eine Affaire mit einer damals 16 jährigen. Er war ledig u. los und strafbar ist dies auch nicht. Seltsam, dass hier der Altersunterschied eine Rolle spielt. Später im Leben wird "Mann" als "toller Hecht" angesehen, wenn er als 60 jähriger eine Liäson mit einer 20 jährigen eingeht.
Und laut Wikipedia soll er seit 15. Oktober 2010 verheiratet sein, mit einer Anna Christina Hinze. Heirat in Clark County, Nevada (USA). (Marriage Certificate Nr.: 20101015000751090. Eckernförder Zeitung, Ausgabe vom 16. August 2011, Seite 3).
Wenn man solche (Partei-)freunde hat, braucht man wahrlich keine Feinde mehr.
PS: Und Seehofer wurde nach seiner Affaire (mit Folgen) sogar Ministerpräsident in Bayern. Wenn jeder Politiker wegen einer solchen "Verfehlung" abtreten würde, wäre der Bundestag wahrscheinlich verwaist...
Auf eine solche verlogene "Moral" kann ich gerne verzichten - und auf die CDU auch.

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Bernd Stäglich

Der eigentliche Skandal ist...

Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben und das wirklich echt und gegenseitig(!), dann ist alles andere egal, ob einer nun homsosexuell ist oder 40jährig (juristisch okay) eine 16jährige liebt.
Der eigentliche Skandal bei Herrn von Bötticher ist, dass er diese "tiefe" Liebe "beendete", als ihm die Spitzenkandidatur ins Gehege kam. Deswegen gehört der Mann davon gejagt und wegen nichts anderem. Schlimm, was er diesem Mädchen angetan hat, auch wenn dieses tapfer das Gegenteil behauptet.

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Henriette Kaschulke

§ 1303 BGB Ehemündigkeit

§ 1303 BGB Ehemündigkeit
Herr von Boetticher hätte seien junge Geliebte sogar heiraten können.

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Peter Herbeck M.A.

`Diederich Heßling´heißt der neue Kandidat im aufgeklärten Deutschland, ich...

.. weis warum ich nach 33 Jahren Zugehörigkeit zu diesem "Verein" mein `Buch´ nach einem auch von mir eingegangenen Vergleich vor Gericht- unter "Beteiligung" oder besser gesagt `Nichtbeteiligung´ und Einflußnahme einer Dame zurückgegeben habe. P.S.: In meinem bayrischen (!) Reifezeugnis stand einmal : Politik und Geschichte erweckten sein besonderes Interess. Daran hat sich nichts geändert, auch an der inneren Einstellung zu Personen der Politik, die mich begleitet haben. Letzte Anmerkung Diederich Heßling wird die Wahl aber nicht gewinnen, ob er Joost de Jager - zu blaß- oder Torsten Geerdts - izu wenig bekannt im Land- heißen mag. Beide haben keine Ausstrahlung die zu einem Land wie S-H gehört, es hat da eher jemand die Chance nach der Devise-"der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln". Wer kennt denn noch in den Parteien die Grundsatzprogramme, dies ist nicht nur in der CDU so Herr Erwin Teufel. Ein Herr Sellering-1994 Eintritt in die SPD- z.B. kann mit dem Godesberger Programm auch nichts anfangen bzw. kennt es nicht von den Grundinhalten her, er weis nur sich anzubiedern bei einer Bevölkerung denen erst recht das Grundwissen fehlt s. Unrechtsstaat - ganz einfach , der Umkehrschluß zum Rechtsstaat. `Habe fertig´.

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Günter Gladis
Günter Gladis (Gladis) - 16.08.2011 12:11 Uhr

Was sind das für Maßstäbe?

Ein Politiker, der eine Verfehlung begagen hat, in diesem Fall zweifelhaft, tritt von allen Parteiämtern zurück, da er seiner Partei schaden könnte.
Er behält jedoch sein Mandat, das ihm der Wähler gegeben hat.
Schadet er seinen Wählern nicht, die ihm ihr Vertrauen geschenkt haben?
Und wenn es echte Liebe war, warum zieht er seine Parteikarriere vor und beendet diese "echte Liebe"?
Kann man ihm vor diesem Hintergrund als Politiker noch vertrauen?
Eine Argumentation vom hohen Ross, von dem man schon beim nächsten Hindernis fallen kann, aber Fragen, die sich auch bei unseren Plagiatoren ergeben.

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Patrick Stolberg

Freund-> Feind-> Parteifreund

Hier zeigt sich wieder, welch widerwärtiges Gerangel sich hinter den Parteikulissen bei der CDU und wahrscheinlich bei allen Parteien abspielt, wenn es um höhere Positionen und Ämter geht. Und schlicht dumm, wie Landes-CDU und der garantiert mitredende Merkel- Beraterkreis ihrem Hoffnungsträger in einer entscheidenden Phase die Rückendeckung versagen. Wie wollen diese Herrschaften, für die das "C" im Kürzel zumindest parteiintern nicht zu gelten scheint, gegen den aussichtsreichen SPD-Albig das Rennen gewinnen? Ein Debakel zeichnt sich für die SH-CDU ab, welches auch üble Folgen für die ohnehon schon profil- und konturenbefreite Kanzlerin haben wird. Und für Boetticher stellt sich die Frage, wie er mit einer früheren, nicht verbotenen aber irgendwie doch verbotenen Beziehung zu einer sehr jungen Frau in der Öffentlichkeit umgeht. Nur selbsternannte heuchlerische Moralapostel mögen behaupten, dass ihn "so was" für das Ministerpräsidentenamt disqualifiziert.

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Matthias Rietz

Die Heuchelei der sogenannten Christen

Während bis in die 70er noch der Vollzug der Ehe mit einer 16-Jährigen erlaubt war, heuchelt man heute von Anstand und Moral. Das das Mädel in manchen Zeitungskommentaren als Lolita bezeichnet worden ist, deutet auf manche perverse Phantasie und geistige Armut einiger Schreiberlinge hin. Wenn eine Beziehung legal ist, darf sie nicht als unmoralisch dargestellt werden. Man würde unserer Rechtssystem untergraben und die eigene Moral über das Recht stellen. Nicht dass ich falsch verstanden werde, ich lehne persönlich eine Beziehung zwischen einer minderjährigen Person und einer deutlich älteren volljährigen Person ab. Dennoch ist mir eine sollche Beziehung noch angenehmer als die "Beziehungen" zwischen Priestern und ihren minderjährigen Meßdienern. Man kann wohl sagen, je lautstärker sich eine Gruppe für Moral einsetzt, desto mehr entfernt sie sich von dieser.
Dem Boetticher kann man entgegenhalten: Wenn es Liebe war, warum beendet man dann die Beziehung?

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Susanne Schwab-Weis

Charakter?

Dieser Politiker hat also wahrscheinlich schweren Herzens seine Beziehung mit seiner damaligen Freundin aufgegeben. Und, hat es sich gelohnt?
Wie mag sich wohl die damalige Freundin gefühlt haben? Mit 16 nimmt man das gewöhnlich nicht leichter als ein Erwachsener. Jetzt spricht er von seiner "aktuellen Partnerin". Die wird sich für diese Wortwahl bedanken.
Und letztlich kann man auch von einem Mandat als Landtagsabgeordneter sehr gut leben.
Also kein Mitleid und kein Bedauern.

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Jahrgang 1958, politischer Korrespondent für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin.

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