28.10.2009 · Die Bundeswehr hat den künftigen Arbeitsminister Jung mit ihrem höchsten militärischen Zeremoniell aus dem Amt des Verteidigungsministers verabschiedet, in dem er nicht immer eine glückliche Figur gemacht hatte.
Die Bundeswehr hat Franz Josef Jung am Mittwochabend in Berlin mit ihrem höchsten militärischen Zeremoniell aus dem Amt des Verteidigungsministers verabschiedet. Schon an diesem Donnerstagvormittag wird sich der 60 Jahre alte CDU-Politiker in seiner ersten Amtshandlung als neuer Bundesarbeitsminister zu den Arbeitsmarktzahlen von Oktober äußern. Das Stabsmusikcorps der Streitkräfte spielte auf Jungs Wunsch bei dem Großen Zapfenstreich zum Abschied drei Märsche und das Lied „Time to Say Goodbye“.
Jung war vor vier Jahren Verteidigungsminister geworden und hat auch nach Ansicht von Parteikollegen in dem Amt nicht immer eine glückliche Figur gemacht. Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) würdigte Jung als stets verlässlichen Partner der Bundeswehr. „Bei Franz Josef Jung weiß man immer, woran man ist. Auf sein Wort, auf seine Freundschaft ist Verlass.“
Guttenberg hob hervor, dass Jung das Gelöbnis in Erinnerung an das missglückte Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 auf den Platz vor dem Bundestag verlegt, ein Ehrenmal für die im Dienst gestorbenen Soldaten errichten ließ und den Tapferkeitsorden einführte. Damit habe er zur „Werteverbindung“ der Gesellschaft mit der Bundeswehr beigetragen. Jungs Anliegen sei es immer gewesen, dass die Bevölkerung die Leistungen der Streitkräfte und ihrer Angehörigen zu schätzen wisse.
Guttenberg - bisher Wirtschaftsminister und mit 37 Jahren jüngster Verteidigungsminister der Bundesrepublik - sagte ferner, die Geschichte der Bundeswehr sei eine Erfolgsgeschichte. Auch die Wehrpflicht gehöre dazu. Der von Union und FDP von neun auf sechs Monate verkürzte Wehrdienst müsse nun „proaktiv“ gestaltet werden. Er mahnte, auch in Zeiten knapper Kassen müsse die Politik dafür sorgen, „dass die Bundeswehr das bekommt, was sie braucht“. Jung sagte: „Jeder Abschied ist auch mit Wehmut verbunden.“ Das Amt des Verteidigungsministers sei eine „schöne, aber auch eine fordernde Aufgabe“ gewesen. Mit stockender Stimme bedankte er sich bei seiner Familie und seiner Frau. „Ohne die Unterstützung hätte ich das nicht leisten können.“ Jung lobte die Leistungen der Soldaten im Ausland, die sich dort für die Sicherheit Deutschlands einsetzten.
Ehre, wem Ehre gebührt?
Hans-Heinrich Dieter (hhkfdieter)
- 29.10.2009, 09:02 Uhr
Ja, den hat er verdient.
Michael Müller (MichaelMueller)
- 29.10.2009, 11:48 Uhr
glückliche Figur?
Hans-Heinrich Dieter (hhkfdieter)
- 30.10.2009, 13:21 Uhr