10.02.2012 · Verkehrsminister Ramsauer hat wie die gesamte CSU ein Herz für Sünder - darum wird er noch eine schöne Lösung für den Altbestand an Punkten finden. Autofahrer sind schließlich auch nur Wähler.
Von Berthold KohlerDem Versprechen aus höchstem Munde (hier: Transparenz) will nun auch Verkehrsminister Ramsauer Folge leisten: Das Punktesystem der Verkehrssünderkartei, die aus bayerischer Sicht nicht zufällig weit jenseits des Weißwurstäquators angesiedelt worden ist, soll entrümpelt und durchschaubarer gemacht werden. Die geplante Straffung könnte der Verkehrsdisziplin gut tun, denn acht Punkte erreicht man auch nach der neuen Systematik schneller als achtzehn.
Zeit ist es auch, die rot-grüne Bestrafung "politischer" Vergehen im Straßenverkehr abzuschaffen. Wer ohne Feinstaubplakette in eine Umweltzone einfährt, wird nach der geltenden Regelung ebenso mit einem Punkt bestraft wie derjenige, der mit 75 Kilometern in der Stunde (aber grünem Aufkleber) durch die umweltbewusste Ortschaft brettert.
Bleibt nur die Frage, was mit dem Altbestand an Punkten geschieht. Angesichts der prekären Lage der CSU, die schon immer ein Herz für kleine und große Sünder hatte, wird Ramsauer noch nach einer schönen Lösung für dieses Problem suchen. Schließlich sind Autofahrer auch nur Wähler.
Aber es gibt mehr Autofahrer mit wenig Punkten als mit vielen...
Axel Lüssow (alsigma)
- 11.02.2012, 19:52 Uhr
Ihr Titel "Ein Herz für Sünder" trifft doppelt zu!
Dr. Robert Pfeffer (RobertPfeffer)
- 10.02.2012, 11:26 Uhr