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Vergewaltigungsopfer abgewiesen Kardinal Meisner entschuldigt sich nach Kölner Klinikaffäre

Die Zurückweisung einer vergewaltigten Frau in zwei katholischen Kliniken hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Nach den Trägern hat sich nun auch Erzbischof Meisner bei dem Opfer entschuldigt und eine Aufarbeitung des Falles angekündigt.

© dapd Vergrößern Der Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat sich für die Abweisung einer vergewaltigten Frau in zwei katholischen Kliniken in Köln entschuldigt. „Dieser Vorgang beschämt uns zutiefst, denn er widerspricht unserem christlichen Auftrag und Selbstverständnis“, teilte der Erzbischof am Dienstag in einer Stellungnahme mit. Was der Frau widerfahren sei, hätte nie geschehen dürfen. Es gebe keine kirchliche Anweisung, Vergewaltigungsopfer anders zu behandeln oder abzuweisen. „So etwas darf sich auf keinen Fall wiederholen.“

Die Patientin habe in großer Not Hilfe gesucht und keine Aufnahme gefunden. Eine Vergewaltigung sei ein schlimmes Verbrechen. „Gerade hier müssen wir jede notwendige medizinische, seelsorgliche und menschliche Hilfe leisten“, so Meisner. Dies schließe die Spurensicherung ein. „Deshalb muss jetzt genau erforscht werden, was dazu führte, diese Frau nicht aufzunehmen“, sagte der Erzbischof.

Meisner sagte, dass das Nein der Kirche zu Abtreibungen nach Vergewaltigungen von vielen Menschen nicht geteilt werde. Er sprach von einer „grundsätzlichen und bedrängenden moralischen Entscheidung“ und einer „geradezu unerträglichen Entscheidungssituation“. Dennoch sei er davon überzeugt, „dass wir diese Position des absoluten Lebensschutzes nicht relativieren dürfen, weil wir sonst die Menschenwürde insgesamt relativieren“. 

Abweisung von Vergewaltigungsopfer © dapd Vergrößern Das katholische Heilig Geist-Krankenhaus in Köln

Im Dezember hatte eine Notärztin in Köln versucht, die Spurensicherung bei einem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer in zwei vom katholischen Cellitinnen-Orden getragenen Kliniken vornehmen zu lassen. Beide Häuser verweigerten dies jedoch mit Hinweis auf ihre Ethikrichtlinien. Der Träger entschuldigte sich nach Bekanntwerden des Vorgangs und bezeichnete ihn als „Missverständnis“.

Vergewaltigte Frauen würden nicht abgewiesen, allerdings werde ihnen die „Pille danach“ nicht verschrieben. Weil diese eine befruchtete Eizelle töten kann, lehnt die katholische Kirche sie wie jede Methode der Abtreibung ab.

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Quelle: FAZ.NET/dpa/KNA

 
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