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Verfassungsschutz Sorge über mehr Islamisten-Reisen

Nach Ansicht von Verfassungsschutz-Präsident Maaßen ist Ägypten die neue Drehscheibe für Dschihad-Freiwillige. Maaßen warnte auch vor der Gefahr für Deutschland, die von islamistischen Personengruppen ausgehe.

© dpa Vergrößern Hans-Georg Maaßen

Der Verfassungsschutz registriert mit Sorge zunehmende Reisen deutscher oder in Deutschland ansässiger Islamisten nach Ägypten und Somalia. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sagte der Deutschen Presse-Agentur, für die innere Sicherheit in Deutschland bleibe der internationale islamistische Terror die größte Gefahr. Es geht dabei nach Einschätzung des Verfassungsschutzes nicht allein um das international agierende Terrornetz Al Qaida.

Maaßen warnte auch vor der Gefahr, die von kleinen islamistischen Personengruppen ausgehe, die sich zwar von Aufrufen extremistischer Netzwerke „inspirieren“ ließen, die aber „hinsichtlich der Art und Weise ihres Handelns nicht auftragsgebunden“ seien und die einen „selbstgestalteten, individuellen Dschihad“ verfolgten.

Mehr als 50 Ausreisen registriert

Nach Angaben Maaßens haben die deutschen Sicherheitsbehörden im ablaufenden Jahr mehr als 50 Ausreisen deutscher oder in Deutschland ansässiger islamischer Extremisten nach Ägypten registriert. Ägypten sei „zu einer Art Drehscheibe“ für Dschihad-Freiwillige geworden, stellte Maaßen fest. Auch Somalia habe 2012 „als Reiseziel an Bedeutung gewonnen“. Maaßen sagte, „die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten werden für die Sicherheitslage in Deutschland immer bedeutsamer“.

Mit Blick auf die Kommunikationsmöglichkeiten im Internet sagte Maaßen, auf dem Feld des islamistischen Terrors würden die Sicherheitsbehörden weiterhin herausgefordert durch „sich im Internet selbst radikalisierende und motivierende Einzeltäter“. Auf dem Feld des Rechtsextremismus bildeten sich über das Internet neue Organisationsformen, etwa „die Identitäre Bewegung Deutschland“. Solche Gruppen wiesen „bislang wenig Realweltbezüge auf, sondern nutzen das Internet zur kommunikativen sowie organisatorischen Vernetzung und zur Verbreitung ihres Gedankengutes“.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 26.12.2012, 16:32 Uhr