Home
http://www.faz.net/-gpf-75c3v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Verfassungsschutz Sorge über mehr Islamisten-Reisen

Nach Ansicht von Verfassungsschutz-Präsident Maaßen ist Ägypten die neue Drehscheibe für Dschihad-Freiwillige. Maaßen warnte auch vor der Gefahr für Deutschland, die von islamistischen Personengruppen ausgehe.

© dpa Vergrößern Hans-Georg Maaßen

Der Verfassungsschutz registriert mit Sorge zunehmende Reisen deutscher oder in Deutschland ansässiger Islamisten nach Ägypten und Somalia. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sagte der Deutschen Presse-Agentur, für die innere Sicherheit in Deutschland bleibe der internationale islamistische Terror die größte Gefahr. Es geht dabei nach Einschätzung des Verfassungsschutzes nicht allein um das international agierende Terrornetz Al Qaida.

Maaßen warnte auch vor der Gefahr, die von kleinen islamistischen Personengruppen ausgehe, die sich zwar von Aufrufen extremistischer Netzwerke „inspirieren“ ließen, die aber „hinsichtlich der Art und Weise ihres Handelns nicht auftragsgebunden“ seien und die einen „selbstgestalteten, individuellen Dschihad“ verfolgten.

Mehr als 50 Ausreisen registriert

Nach Angaben Maaßens haben die deutschen Sicherheitsbehörden im ablaufenden Jahr mehr als 50 Ausreisen deutscher oder in Deutschland ansässiger islamischer Extremisten nach Ägypten registriert. Ägypten sei „zu einer Art Drehscheibe“ für Dschihad-Freiwillige geworden, stellte Maaßen fest. Auch Somalia habe 2012 „als Reiseziel an Bedeutung gewonnen“. Maaßen sagte, „die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten werden für die Sicherheitslage in Deutschland immer bedeutsamer“.

Mit Blick auf die Kommunikationsmöglichkeiten im Internet sagte Maaßen, auf dem Feld des islamistischen Terrors würden die Sicherheitsbehörden weiterhin herausgefordert durch „sich im Internet selbst radikalisierende und motivierende Einzeltäter“. Auf dem Feld des Rechtsextremismus bildeten sich über das Internet neue Organisationsformen, etwa „die Identitäre Bewegung Deutschland“. Solche Gruppen wiesen „bislang wenig Realweltbezüge auf, sondern nutzen das Internet zur kommunikativen sowie organisatorischen Vernetzung und zur Verbreitung ihres Gedankengutes“.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Verfassungsschutzpräsident Salafisten wollen islamischen Staat in Deutschland errichten

Die Islamistenszene in Deutschland wächst weiter. Bei der Bekanntgabe der jüngsten Zahlen sagte Verfassungsschutzpräsident Maaßen, er befürchte, dass radikale Islamisten auch in Deutschland einen eigenen Staat errichten wollen. Mehr Von Eckart Lohse, Berlin

22.04.2015, 12:01 Uhr | Politik
Kenia Somalische Islamisten verüben neues Massaker mit zahlreichen Toten

Die islamistische Al Schabaab Miliz hat in Kenia abermals zahlreiche Menschen ermordet. Die Islamisten aus dem benachbarten Somalia wollen sich damit für Angriffe der kenianischen Armee rächen. Mehr

02.04.2015, 09:27 Uhr | Politik
Sprengstoff ist out Terroristen steigen auf Sturmgewehre um

Früher verübten Islamisten ihre Anschläge mit Sprengstoff. Heute benutzen sie Kriegswaffen. Die sind auch in Deutschland leicht zu bekommen. Mehr Von Markus Wehner

14.04.2015, 19:50 Uhr | Politik
Videobotschaft Al Qaida bekennt sich zu den Anschlägen von Paris

Das Terrornetzwerk Al Qaida im Jemen hat sich zu dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris bekannt. In einem im Internet verbreiteten Video erklärt ein Sprecher, dass der Anschlag die Vergeltung für die Beleidigung des Propheten Mohammed in Karikaturen des Blattes sei. Mehr

14.01.2015, 14:15 Uhr | Politik
Anschlagsdrohungen Schlechter Terrorschutz an Wochenenden

Die Terrorabwehr deutscher Sicherheitsbehörden hat offenbar Lücken: Einem Bericht zufolge stockt samstags und sonntags der Informationsfluss. Beamte im Bereitschaftsdienst müssten im Ernstfall einzeln angerufen werden. Mehr

11.04.2015, 06:04 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.12.2012, 16:32 Uhr

Leugnen und vergessen

Von Rainer Hermann

Der Völkermord an den Armeniern war eine Voraussetzung für die Gründung der Republik. Ihn einzugestehen würde für die Türken bedeuten, diese zu beflecken. Mehr 5 13